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Tickende Zeitbombe bei Goodwills im DAX? Hier sind fünf Aktien, bei denen man vorsichtig sein sollte!

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Der Goodwill ist ein immaterieller Vermögenswert und hat bei Finanzmarktakteuren eine besondere Bedeutung. Er entsteht aus Unternehmenskäufen als Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Marktwert der erworbenen Vermögenswerte.

Ein übernommenes Unternehmen, das nur wenige Vermögenswerte besitzt, aber aufgrund seiner starken Marktstellung hohe Cashflows generiert, könnte entsprechend zu einem hohen Goodwill in der Bilanz des übernehmenden Unternehmens führen.

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Der Goodwill erfasst damit immaterielle oder nicht greifbare Werte. Beispielsweise können das Wachstumspotenzial, Synergien oder die Marktpositionierung zu einem Goodwill führen.

Ein hoher Goodwill bedeutet allerdings auch ein Risiko für Abschreibungen. Besonders in Krisen, wie sie aktuell mit der Coronapandemie vorliegt, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit für Abschreibungen auf Goodwill-Werte.

Lasst uns daher einmal einen Blick auf die größten Goodwills im DAX schauen. Hierzu habe ich eine interessante Auswertung des Magazins BÖRSE ONLINE gefunden. 

Gemessen am Eigenkapital ist der Energieversorger E.ON (WKN: ENAG99) mit einem Goodwill-Verhältnis zum bilanzierten Eigenkapital des Jahres 2019 von 133,8 % führend.

Weitere Aktien mit einem Goodwill, der größer als das bilanzierte Eigenkapital ist, sind mit Fresenius (WKN: 578560) und Fresenius Medical Care (WKN: 578580) zwei Unternehmen des Gesundheitssektors.

Es folgen mit SAP (WKN: 716460) und Bayer (WKN: BAY001) zwei Konzerne mit ebenfalls hohen Werten. Sie haben mit einem Goodwill-Eigenkapitalverhältnis von 94,6 % und 82,3 % ebenfalls ein kritisches Maß erreicht.

Entscheidender ist allerdings die Stabilität des Cashflows und damit die Fähigkeit, Nettofinanzschulden zu bedienen. Eine Kennzahl, die dies ganz gut erfasst, ist das Net-Debt/Ebitda-Verhältnis. Die Kennzahl setzt die Nettofinanzschulden ins Verhältnis zum operativen Ergebnis vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA).

Gemessen an den für das Jahr 2020 erwarteten Kennzahlen sieht es bei E.ON, Fresenius und Fresenius Medical Care am schlechtesten aus. E.ON kommt auf eine Kennzahl von 8,7. Fresenius und Fresenius Medical Care erreichen einen Wert von 4,0.

Schaut man weiter auf das Kreditrating der Ratingagentur Standard&Poor’s, so verfügen fast alle Aktien über ein eher mäßiges BBB-Rating. Die einzige Ausnahme ist SAP mit einem A-Rating. Das Net-Debt-Ebitda-Verhältnis lag bei SAP nur bei 1,4.

Bei den bisherigen Prognosen für das Gesamtjahr 2020 sieht es bei der Fresenius-Aktie, die mit 27. stetigen Dividendenerhöhungen zu den besten Dividendenwachstumswerten in Deutschland gehört, wahrscheinlich noch am besten aus. Ende März verkündete Fresenius-Chef Stephan Sturm, dass er keinen Bedarf einer Korrektur seiner bisherigen Prognose sieht. 

Auch der Bayer-Chef Werner Baumann betonte auf der Hauptversammlung, dass das Coronavirus dem Konzern bisher wenig anhaben konnte. Und dennoch warnte er, dass man erst mitten in einer Krise sei, deren weiteren Verlauf man nicht einschätzen könne.

Bei E.ON sah es ähnlich aus. Der Energieversorger konnte mit der Innogy-Übernahme seinen Anteil an regulierten Geschäften auf rund 80 % steigern. Diese Kennzahl ist nach Aussagen des Unternehmenslenkers Johannes Teyssen besonders wichtig, denn E.ON wird als ein reines Netz- und Vertriebsunternehmen berechenbarer und widerstandsfähiger.

SAP hat bereits mit der Veröffentlichung der vorläufigen Ergebnisse für das erste Quartal 2020 ein schwieriges Marktumfeld beschrieben. Das Unternehmen geht davon aus, dass sich das von einer schwachen Nachfrage geprägte Umfeld im zweiten Quartal verschlechtern werde, bevor es im dritten und vierten Quartal allmählich zur Verbesserung kommt.

Auch wenn ein Großteil der Vorstände derzeit noch optimistisch ist, die Situation kann sich schnell ändern. Je länger das Virus das Wirtschaftsleben beeinflusst, desto schlimmer werden die Folgen und desto wahrscheinlicher könnten Abschreibungen auf den Goodwill werden. Ein Fool sollte sich dieser Tatsache bewusst sein.

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Frank Seehawer besitzt Aktien von SAP, E.ON, Fresenius und Bayer. The Motley Fool empfiehlt Fresenius.

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