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Amazon: Wie der Online-Riese von der Coronakrise profitiert

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Der E-Commerce-Gigant Amazon (WKN: 906866) erzielt zurzeit – trotz der immer noch andauernden Coronakrise und eines drohenden Wirtschaftsabschwungs – immer wieder neue Kurshöhepunkte. Die Geschäfte von Amazon scheinen momentan Hochkonjunktur zu feiern. Nicht ohne Grund wurden zuletzt 100.000 neue Einstellungen getätigt und sogar nochmals 75.000 Stellen ausgeschrieben.

Während ganze Branchen wegen der Folgen des Coronavirus um ihr Überleben kämpfen, und auch Einzelhändler wegen der Ausgangsbeschränkungen und Ladenschließungen der letzten Wochen mit hohen Umsatzausfällen zu kämpfen haben, scheint der Konzern von Jeff Bezos nun erst recht auf Wachstum getrimmt zu sein. So wie es aussieht, wird Amazon als einer der größten Profiteure der Coronakrise hervorgehen.

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Doch obwohl Online-Shopping, AWS (Amazon Web Services), Prime Video und FireTV im Moment so gut laufen, oder vielleicht gerade deswegen, möchte Amazon nicht klein denken. Jeff Bezos informierte die Aktionäre bei den Ergebnissen zum ersten Quartal für das Geschäftsjahr 2020 darüber, dass der voraussichtliche Betriebsgewinn in Höhe von 4 Mrd. Euro (und vielleicht sogar etwas mehr) für das zweite Quartal direkt wieder für Covid-19-Ausgaben verwendet wird.

Für Investoren, die nicht langfristig denken, mag das ein Schock sein. Doch für langfristig denkende Investoren – das betont Jeff Bezos in seinem Schreiben an die Aktionäre auch – sollte das plausibel erscheinen. Immerhin ist es nur gut, wenn in Schutzmaßnahmen investiert wird, um unter anderen die weiterhin wachsende Kundennachfrage bedienen zu können. Diese Investitionen beinhalten auch die Covid-19-Testlabore, die Amazon in Betrieb nehmen möchte.

Der E-Commerce boomt

Seit Jahren nehmen die Onlinebestellungen zu, und immer mehr Güter und Dienstleistungen werden online angeboten. Damit werden Einzelhändler und lokale Anbieter zunehmend aus dem Markt gedrängt. Durch den Lockdown des öffentlichen Lebens aufgrund des Coronavirus mussten die meisten Geschäfte schließen. In Supermärkten gab es zwischenzeitlich auch Güterknappheiten, was dementsprechend die Nachfrage nach diesen Gütern auch in die digitale Welt verlagert hat.

Aus der Sicht von Amazon hätte kaum etwas Besseres passieren können, denn durch ihr breites Angebot waren sie in der Lage, große Teile dieser Nachfrage zu bedienen. Obwohl der Kurs der Amazon-Aktie beim Coronacrash gegen Mitte März auch unter die Räder gekommen ist, hat der Markt die Aktie seither auf eine Rallye geschickt.

Der breite Konsens geht offenbar davon aus, dass Amazon seine Verkäufe bedeutend steigern kann. Zudem kann man davon ausgehen, dass der eine oder andere Onlineverweigerer zwischenzeitlich auf den Genuss der bequemen Bestellungen bei Amazon gekommen ist. Es ist also durchaus denkbar, dass Amazon nicht nur kurzfristig von der erhöhten Nachfrage profitiert, sondern auch mittel- bis langfristig.

Diese Annahme wurde jüngst durch die Veröffentlichung der Zahlen zum ersten Quartal 2020 bekräftigt: In Nordamerika ist der Nettoumsatz um knapp 29 % und international um genau 18 % gestiegen. Doch nicht nur das Online-Shopping wächst, sondern auch ein oft vernachlässigter Geschäftsbereich: AWS.

Der Goldesel AWS

Mit Amazon verbindet man in erster Linie den Onlinehandel. Das ist auch logisch, da die meisten von uns als Kunden nur diesen Bereich des US-Giganten wahrnehmen. Doch dabei verdient Amazon den Großteil seiner Brötchen mit Amazon Web Services.

Das Handelsgeschäft von Amazon in Nordamerika brachte etwas mehr als 46 Mrd. US-Dollar Nettoumsatz ein; das operative Ergebnis hingegen beträgt lediglich 1,3 Mrd. US-Dollar. International ist das operative Ergebnis sogar negativ ausgefallen.

AWS hat Amazon Nettoumsätze in Höhe von etwas mehr als 10,2 Mrd. US-Dollar eingebracht (plus 32,8 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum) und wirft dabei ein operatives Ergebnis von etwa 3 Mrd. US-Dollar ab. Das ist weitaus mehr als im Handelsgeschäft, weshalb der wahre Goldesel von Amazon insgeheim AWS ist.

Durch die Coronakrise dürfte auch AWS Zulauf erhalten haben, immerhin mussten sicherlich viele Betriebe ihre Onlineressourcen aufstocken, um Homeoffice, Video-Meetings und so weiter möglich zu machen. Da das Segment verhältnismäßig klein ist, könnte man hier durchaus mit einem anhaltenden, ordentlichen Wachstum rechnen.

Das Bewertungsniveau

Meiner Meinung nach ist die Amazon-Aktie überkauft. Es ist ganz offensichtlich, dass der Markt hohe Erwartungen an Amazon stellt. Die meisten Hoffnungen und zukünftigen Umsätze aufgrund von Corona dürften bereits eingepreist sein.

Für die Tatsache, dass die Aktie überkauft ist, spricht auch, dass der Aktienkurs um etwa 7 % gefallen ist, einen Tag nachdem die Quartalszahlen präsentiert worden sind. Offensichtlich haben manche Marktteilnehmer damit gerechnet, dass die Umsätze noch höher sein müssten beziehungsweise sie wurden enttäuscht, da der Gewinn verhältnismäßig gering gewesen ist.

Erschwerend kommt wohl auch hinzu, dass der US-Kongress Jeff Bezos zu den Wettbewerbspraktiken von Amazon befragen will. Es steht im Raum, dass Amazon Daten von Dritthändlern auswertet, um eigene Produkte zu entwerfen.

Für Investoren gilt es nun zu beobachten, wie sich dieser Sachverhalt weiterentwickelt und ob Amazon trotz aller Widrigkeiten sein Wachstum fortsetzen kann. Im Moment finde ich, dass noch zu viele kurzfristige Hoffnungen im Kurs eingepreist sind. Daher werde ich die Amazon-Aktie, so spannend sie auch sein mag, vorerst von der Seitenlinie aus weiter beobachten.

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Caio Reimertshofer besitzt keine der erwähnten Aktien. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und empfiehlt die folgenden Optionen: Short January 2022 $1940 Call auf Amazon und Long January 2022 $1920 Call auf Amazon.

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