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Airbus und Fraport: Sind die zwei der schlechtesten MDAX-Aktien jetzt ein Kauf?

Der Nebenwerteindex MDax ist vielen Anlegern als eine bessere Variante des DAX bekannt. Fools konnten hier mit einen Großteil der Aktien eine bessere Performance erlangen als mit DAX-Unternehmen.

Eine Begründung könnte einerseits in der geringeren Marktkapitalisierung der meisten MDAX-Mitglieder liegen. Andererseits lassen sich viele mittelständische Perlen – sogenannte Hidden Champions, die das Rückgrat der deutschen Wirtschaft darstellen – im MDAX finden.

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Kommen wir aber nun zu einem anderen Thema: der Suche nach spannenden Investments aus dem MDAX. Die Coronakrise könnte hier nämlich ein paar Unternehmen abgestraft haben, die sich zukünftig als vielversprechende Investments herausstellen.

Ich schaue mir da häufig die stärksten Verlierer der jüngsten Vergangenheit an und überlege, ob die schlechte Kursperformance gerechtfertigt ist. Manchmal finde ich so ein paar spannende Aktien.

Zu solchen Unternehmen gehören aktuell der Flugzeughersteller Airbus (WKN: 938914) sowie der Flughafenbetreiber Fraport (WKN: 577330). Beide leiden aktuell stark unter den Beschränkungen, die sich aufgrund der Coronapandemie entwickelt haben. Der Flugverkehr ist hier nämlich nahezu zum Erliegen gekommen – was für beide Unternehmen ein wahres Katastrophenszenario ist.

Airbus

In der Vergangenheit galten beide Aktien als gute Investments für langfristige Anleger. Airbus war lange Zeit ein Überflieger am Finanzmarkt. Eine ähnliche beeindruckende Entwicklung vollzog auch der amerikanische Konkurrent Boeing (WKN: 850471). Beide agieren quasi in einem Duopol auf dem Weltmarkt.

Der Airbus-Aktienkurs hatte, ausgehend vom Tief im Jahr 2009 – dem Jahr der Finanzkrise, an dem die Aktie mit knapp 8 Euro gehandelt wurde – mehr oder weniger stetig ein Allzeithoch bei 139,40 Euro am 24.01.2020 erklommen. Bei einem aktuellen Aktienkurs von 57,86 Euro (Stand: 30.04.2020) beläuft sich der Kursrückgang vom Allzeithoch auf 58,5 %.

Besonders in Krisenzeiten entwickeln sich zyklische Unternehmen des Investitionsgütersektors schlecht. Die großen Auftraggeber, Fluglinien, leiden aktuell stark unter dem eingeschränkten Reiseverkehr. Und das schlägt mit Auftragsstornierungen auf die Flugzeughersteller durch.

Bereits im ersten Quartal 2020 erlitten die Flugzeugbauer hohe Verluste. Bei Airbus belief sich dieser auf 481 Mio. Euro. Der Verglich mit dem Gewinn des Vorjahresquartals von 40 Mio. Euro zeigt deutlich die Dynamik, die auf das Unternehmen wirkt.

Fraport

Auch die Fraport-Aktie verzeichnete einen fulminanten Kurssturz im Jahr 2020. Das Allzeithoch wurde am 29.01.2018 bei 97,26 Euro markiert. Auch wenn es zum Jahresende 2018 schon einen deutlichen Kursrutsch auf knapp 60 Euro gab, so konnte sich der Aktienkurs des Frankfurter Flughafenbetreibers bis zum Jahresanfang 2020 mit einem Aktienkurs von 76,14 Euro wieder etwas erholen. Gemessen an diesem Wert beläuft sich die Kursperformance auf -47,4 % (Aktienkurs von 40,04 Euro am 30.04.2020).

Der Hauptgrund liegt in der Coronakrise selbst, denn diese sorgt für stark sinkende Passagierzahlen an den Flughäfen. Das Statistische Bundesamt berichtete über einen Rückgang der Passagierzahlen an den deutschen Flughäfen im März 2020 von 62,9 % gegenüber dem Vormonat.

Allein der Frankfurter Flughafen verzeichnete gegenüber der vergleichbaren Vorjahreswoche vom 20. bis 26. April 2020 einen Einbruch der Passagierzahlen von 96,8 %. Das sind keine guten Nachrichten, denn der Fraport-Konzern generiert mit genau solchen Fluggästen sowie den Starts und Landungen der Flugzeuge den Großteil seiner Einnahmen.

Es ist daher nicht verwunderlich, weshalb das Management vorsorglich die Dividende ausgesetzt hat, um Liquidität zu schonen. Welche Spuren die Coronapandemie am Ende in der Konzernbilanz hinterlässt, ist bis heute nicht wirklich abzuschätzen.

Fazit

Die Coronapandemie ist wirklich ein schweres Ereignis für die Luftfahrtindustrie. Grundsätzlich könnte man davon ausgehen, dass diese einen einmaligen Charakter hat und damit Einstiegschanen bietet. 

Aufgrund der Neuartigkeit des Virus sowie unserer Unwissenheit im Umgang mit der Situation ist es jedoch sehr schwierig, die nachhaltigen Auswirkungen zu beurteilen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass auch nach der Krise das Passagiervolumen niedrig bleibt und erst langsam wieder zurückkommt. Schließlich sind die Ängste vor einer Ansteckung sehr groß. Auch eine zweite Infektionswelle könnte den Flugverkehr wieder zwangsweise stilllegen. Dafür müsste er aber erst wieder ins Laufen kommen.

Für mich bleibt der Sektor vorerst kein Investment. Zu groß sind die Unsicherheiten und Risiken. Erst wenn sich die Situation etwas aufklärt und die Konzerne einen konkreten Ausblick geben, kann man besser einschätzen, ob sich ein Engagement wieder lohnt. Bis dahin haben sich mutige Investoren aber schon positioniert.

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Frank Seehawer besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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