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Wirecard-Aktie: Personelle Konsequenzen vs. „Wohl des Unternehmens“

Foto: Wirecard AG

Die Aktie von Wirecard (WKN: 747206) hat die Investoren enttäuscht. Nach einem halben Jahr der Prüfung durch die Gesellschaft KPMG wurde zum Dienstag dieser Woche nun ein kläglicher Bericht veröffentlicht. Das Drittpartnergeschäft ist dabei von einem Untersuchungshemmnis überschattet. Insgesamt scheint die Kommunikation zwischen Wirtschaftsprüfern und dem DAX-Zahlungsdienstleister alles andere als einfach gewesen zu sein.

Der Ruf nach personellen Konsequenzen wird entsprechend lauter. Gemeint ist hiermit jedoch nicht der nach drei Wochen bestätigte Abgang des Aufsichtsratsmitglieds Susana Quintana-Plaza. Nein, es werden Forderungen laut, wonach sich im Spitzenmanagement etwas tun sollte. Allerdings scheint sich der Zahlungsdienstleister zu sträuben.

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Schauen wir im Folgenden daher einmal, wer jetzt Konsequenzen fordert. Und warum das Unternehmen selbst jetzt witzigerweise mit dem Wohl des Unternehmens argumentiert.

Wirecard-CEO Braun soll gehen, fordert Hedgefonds

Genauer gesagt ist es in diesen Tagen der Hedgefonds TCI Fund Management Limited mit britischem Sitz, der einen Abgang von CEO Braun fordert. Der Hedgefonds ist im Kontext der Causa allerdings kein Unbekannter mehr. Nein, denn seit einiger Zeit wettet der Fonds auf fallende Kurse bei dem Zahlungsdienstleister. Die Forderungen können daher ebenfalls mit entsprechendem Kalkül weiterhin fallender Kurse bei einem Weggang des CEO verbunden werden.

Die Begründung dürfte jedoch auch auf der Long-Seite investierte Investoren aus der Seele sprechen. Der Bericht der KPMG habe nicht die gewünschten Ergebnisse geliefert und die lang ersehnte Befreiung durch die Sonderprüfung blieb aus, wie der Hedgefonds (wie gesagt, vermutlich nicht ganz eigennützig) moniert.

Von Wirecard gibt es derzeit wenig Kommentare zu den Prüfungen. Wohl aber ein Rückenstärken von Aufsichtsratschef Eichelmann, der sich noch demonstrativ hinter Braun stellt. Eine Personaldebatte sei im Moment in keinster Weise zum Wohl des Unternehmens. Eine Ablösung von Herrn Dr. Braun sehe der Aufsichtsratschef entsprechend nicht. Kühne Worte in dieser Zeit. Wobei es mit dem Wohl des Unternehmens derzeit eine besondere Bewandnis hat.

Was ist denn eigentlich das Wohl des Unternehmens?

Um es ganz klar zu formulieren: Das Wohl des Unternehmens wären klare Ergebnisse im Rahmen der Sonderprüfung gewesen. Eine transparente Aufklärung aller kolportierten Vorwürfe. Sowie eine einwandfreie Zusammenarbeit mit den Prüfern. Und kein Vermerk, in dem sogar die KPMG darauf hinweist, dass die Kommunikation und die Herausgabe von Unterlagen mit einigen Schwierigkeiten verbunden gewesen ist.

Durch ein solches tadelloses Ergebnis im Rahmen der Sonderprüfung hätte man viel „Unternehmenswohl“ wiederhergestellt. Genauso wie das Vertrauen der Aktionäre in das Management sowie die Rechtschaffenheit des Unternehmens. Zwar konnten keine Beweise für ein Fehlverhalten gefunden werden, worauf Wirecard in diesen Tagen verweist. Allerdings konnte auch nicht wirklich das Gegenteil gezeigt werden, so wie es das Management im Vorfeld immer wieder in Aussicht gestellt hat.

Wenn das aktuelle Management und der derzeitige Aufsichtsrat daher nicht die gewünschten Ergebnisse und die Klarheit liefern können, wäre es vielleicht an der Zeit, um zum „Wohle des Unternehmens“ über Konsequenzen nachzudenken. Es riecht für mich derzeit ein wenig nach Aussitzen der aktuellen turbulenten und weiterhin mit Unsicherheiten verbundenen Zeit. Ein Luxus, den man sich vielleicht nicht leisten sollte.

Wirecard spielt mit dem Vertrauen

Wirecard spielt daher auch weiterhin mit dem Vertrauen der Investoren. Inhaltlich und vom Format her ist das Prüfergebnis mangelhaft. Kritikern und Hedgefonds werden Tür und Tor für weitere Angriffe geöffnet.

Dass jetzt ausgerechnet ein Hedgefonds und Kritiker, der gegen Wirecard wettet, Konsequenzen fordert, ist ein bemerkenswerter Schritt. Vielleicht wäre es jedoch richtig, um die Unsicherheiten und die Aufarbeitung voranzutreiben. Und wieder etwas Vertrauen der Investoren in eine langfristig bessere Zukunft herzustellen. Aber scheinbar ist der DAX-Zahlungsdienstleister eher am Status quo interessiert.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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