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Wirecard-Aktie: Prüfergebnisse mit Verspätung + erneute Verschiebung – das Vertrauen schwindet

Wirecard (WKN: 747206) hat sich zu Beginn der neuen Handelswoche mindestens einen Fauxpas geleistet. Während viele Investoren und Medien teilweise bis spät in die Nacht eine Veröffentlichung der Ergebnisse der Sonderprüfung erwarteten, passierte einfach nix.

Weder in den Investor-Relations-Seiten noch auf der Transparenzseite, noch in gängigen sozialen Medien, die sehr häufig frequentiert werden, ist der Zahlungsdienstleister oder das Management auf die Nichtlieferung der Daten eingegangen. Und das, obwohl die Ergebnisse vom März auf den 22. April und vom 22. April zuletzt auf den Montag dieser Woche verschoben worden sind. Mit Ruhm bekleckern und eine transparente Kommunikation sieht dann doch echt anders aus.

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Doch dann, am Dienstag und mit einem Tag Verspätung, gab es doch noch eine Ad-hoc-Meldung mit Ergebnissen. Wobei der Grad der Neuigkeiten begrenzt ist und die vollumfängliche und transparente Veröffentlichung des gesamten Prüfwerks mit Stand 8 Uhr am Dienstagmorgen noch ausblieb. Aber langsam, werfen wir im Folgenden einen Blick auf die wesentliche Meldung.

Die Meldung mit Verspätung im Überblick

Wie wir der neuesten Ad-hoc-Meldung vernehmen können, bleibt vieles wie gehabt: Der Tenor der Pressemeldung ist demnach, dass belastende Belege für die öffentlich erhobenen Vorwürfe der Bilanzmanipulation nicht gefunden werden konnten. Und das in allen vier Prüfbereichen des DAX-Zahlungsdienstleisters. Eine solche Richtung hat sich im Vorfeld bereits abgezeichnet.

Dabei geht die Unternehmensmeldung auf alle bisherigen Kritikpunkte ein. Im Wesentlichen wird hier festgestellt, dass weder im Drittpartnergeschäft noch bei der Übernahme eines „indischen Unternehmens“ irgendwelche Anzeichen für Fehlverhalten festgestellt werden konnten. Wobei die Datenlage insgesamt ausreichend gewesen ist.

Schwächen in der Organisation sind dabei zwar von der KPMG im besagten Prüfzeitraum der Jahre 2016 bis 2018 gefunden worden. Allerdings habe Wirecard diese Lücken bereits im Vorfeld der Prüfung identifiziert und durch den Aufbau einer Globale Compliance Organisation und mithilfe externer Berater geschlossen.

Hinsichtlich der Geschäftspraktiken in Singapur sehe die KPMG keinerlei Prüfungsbedarf, der über die Prüfungen des Jahresabschlusses des Geschäftsjahres 2018 hinausgehe. Wirecard scheint in vielerlei Hinsicht entlastet. Wobei viele Investoren und Medien (ja, auch ich!) noch auf die vollumfängliche und transparente Veröffentlichung des gesamten Prüfberichts warten.

Die Terminverschieberei geht munter weiter

Dabei hat Wirecard im Rahmen dieser Pressemitteilung inzwischen verkündet, dass ein weiterer Termin verschoben werden muss. Erneut natürlich kurzfristig, denn die Pressekonferenz für den Jahresabschluss, die eigentlich für den 30. April und somit in lediglich zwei Tagen seit der Veröffentlichung der Ad-hoc-Meldung angesetzt worden ist, wird nicht zum geplanten Termin stattfinden.

Der Zahlungsdienstleister stimme mit den Prüfern von E&Y jedoch ab, wann die Prüfarbeiten unter Berücksichtigung der coronabedingten Einschränkungen und des KPMG-Berichtes abgeschlossen werden können. Die Terminverschieberei bei dem Zahlungsdienstleister geht somit in eine weitere Runde.

Insgesamt daher ein Wochenstart, der für viele Investoren wohl eher zum Vergessen gewesen ist. Die Ergebnisse scheinen zu stimmen, keine Frage. Allerdings ist es die Kommunikation, die ein weiteres Mal zu wünschen übrig lässt. Zumal das Management eigentlich eine Transparenzoffensive verkündet hat und gängige soziale Medien bedient, wenn es passt. Verbesserungsbedarf ist daher noch immer vorhanden.

Es bleibt ein Beigeschmack

Wie gesagt: Die Ergebnisse stimmen und wer als Investor über gewisse Kleinigkeiten hinwegsehen kann, der wird sich vermutlich ab jetzt wieder auf die Wachstumsgeschichte konzentrieren. Dabei gibt es noch immer das ambitionierte Jahresziel eines Ergebnisses von einer Milliarde Euro bis Ende des Jahres. Sowie die starke Langfristprognose bis zum Geschäftsjahr 2025, die beide starkes Wachstum prophezeien.

Was die Unternehmenskommunikation angeht, sollte Wirecard jedoch dringend an seinem bisherigen Ansatz arbeiten. Terminverschiebungen sind die eine Sache, eine Nichtlieferung am Tag der Fälligkeit schon ein schwerer Brocken. Auch, dass der DAX-Zahlungsdienstleister nun die Bilanzpressekonferenz kurzerhand verlegt, ist in diesem Kontext alles andere als günstig.

Kommunikation ist das A und O für ein börsennotiertes Unternehmen und wichtig für das Vertrauen. Wobei Vertrauen im letzten halben Jahr eigentlich alles gewesen ist, auf das sich Investoren verlassen konnten. Und ein hohes Gut ist, das bei mangelnder Kommunikation weiter schwinden dürfte.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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