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Royal Dutch Shell: Bei der Dividendenperle gibt es erste Kürzungen – woanders auch?

Foto: Getty Images

Der Ölmarkt befindet sich noch immer nicht im Gleichgewicht, ganz im Gegenteil: Nach der Einigung der OPEC+ zwecks rekordverdächtiger Kürzungen waren es insbesondere kurzfristige Kontrakte, die eines zeigten: Niemand will derzeit Öl haben.

Das Überangebot ist gigantisch, die Nachfrage weggebrochen. Das hat zu starken Negativpreisen bei Notierungen wie WTI und einigen Exoten geführt. Eine Entwicklung, die ein weiteres Tief in dieser Abwärtsspirale markiert.

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Die spannende Frage ist nun, wie die Ölkonzerne wie Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) reagieren. Zumindest bei der britisch-niederländischen Dividendenperle erhalten wir eine erste, wenig überraschende Antwort.

Royal Dutch Shell kürzt massiv

Wie zu erwarten war, fährt Royal Dutch Shell die Produktion herunter und ist im Begriff, die Investitionen zu kürzen. Oder aber zu verschieben, wo es möglich ist. Erste Projekte und Maßnahmen scheinen dabei bereits beschlossen. Unter anderem die folgenden:

So werden in den USA zwei Raffinerien bedeutend heruntergefahren. Speziell im hiesigen Markt hat der Einbruch der Sorte West Texas Intermediate nunmehr zu einem kurzfristigen Chaos im Ölmarkt geführt. Entsprechend scheint dieser Schritt bloß eine logische Konsequenz zu sein. Um mindestens 10 %, wenn nötig sogar um bis zu 50 % könnte dabei die Kürzung ausfallen, wie Bloomberg herausgefunden haben will. Das können wir wohl als gigantischen Schritt bezeichnen.

Zudem werden wohl Investitionen in weitere Förderprojekte verschoben. Ursprünglich wollte Royal Dutch Shell eine Entscheidung bezüglich zweier Tiefseeprojekte in der Nordsee und im Golf von Mexico noch in diesem Jahr treffen. Entscheidungen, die erst im kommenden Jahr gefällt werden. Wobei fraglich erscheint, wie massiv jetzt kurz- bis mittelfristig investiert wird.

Insgesamt ein paar spannende Maßnahmen als Reaktion auf den Ölpreis und natürlich auch, um Liquidität zu behalten. Allerdings könnte das ein weiterer Indikator dafür sein, dass sich viele Ölakteure inzwischen um die Zukunft sorgen. Was wiederum ein Indikator für die Wende im Markt sein kann.

Ist das der Wendepunkt?

Von einem Wendepunkt zu sprechen mag dabei womöglich noch zu früh sein. Zumal sich erst die Nachfrage wieder normalisieren muss, bis wir wohl wirklich mit einem Ausgleich rechnen können. Aber immerhin zeigen diese Maßnahmen eines doch recht deutlich: Die Ölakteure begreifen, in was für einer Ausnahmesituation man sich befindet.

Royal Dutch Shell wird dabei vermutlich nicht der einzige Name sein, der Investitionen verschiebt und seine Produktion teilweise herunterfährt. Zumal gerade in den USA viele kleinerer Fracking-Unternehmen zu kämpfen haben und in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten werden. Auch das spricht dafür, dass gespart wird. Und in Anbetracht der niedrigen Preise die Produktion gestoppt wird.

Das wiederum kann dazu führen, dass sich das Angebot über die Förderkürzungen der OPEC hinaus weiter reduziert. Mit einer sich zunehmend erholenden Nachfrage in den kommenden Monaten könnte das eine weitere Stütze für den Ölmarkt sein. Die extreme Situation erfordert jedenfalls rasche Reaktionen.

Kurzfristig wird sich wenig ändern

Kurzfristig mag sich daher weiterhin wenig ändern: Der Ölmarkt ist aus dem Gleichgewicht. Ein zu hohes Angebot und wenig Nachfrage führen derzeit zu Preiskapriolen. Allerdings sind es jetzt die Unternehmen und Konzerne, die auf dieses Marktumfeld reagieren müssen. Und das macht wiederum Mut, dass das Angebot weiter gekürzt wird.

Die Dividendenperle Royal Dutch Shell dürfte dabei stellvertretend für eine ganze Reihe von Förderern stehen, die jetzt kürzen und Investitionen verschieben. Wichtige Schritte, um mehr Gleichgewicht in Monaten, einigen Quartalen oder auch Jahren zu erzielen.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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