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Royal Dutch Shell, BP & Co.: Mehr als eine Dekade ein schwieriges Ölmarktumfeld?

Die Aktien von Royal Dutch Shell (WKN: 850517), BP (WKN: 850517) und Co. leiden weiter. Erst zu Beginn der aktuellen Woche haben wir dabei ein rekordverdächtiges Ausmaß der Krise gesehen. Ein Future auf die Ölsorte WTI, das eine Lieferung im Mai implizieren würde, notierte am Wochenbeginn negativ. Das bedeutet, dass Akteure sogar etwas bezahlt haben, um sich der Verpflichtung, Öl zu kaufen, zu entledigen.

Kurzfristig möchte wegen des starken Überangebotes und der eingebrochenen Nachfrage entsprechend niemand das schwarze Gold haben. Das führt natürlich auch zu kurzfristigen operativen Problemen bei den jeweiligen Ölkonzernen. Diese spüren schließlich die Auswirkungen eines solchen Marktes als Erste.

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Jetzt hat ein wichtiger ehemaliger Funktionär sogar noch einen obendrauf gesetzt und gemutmaßt, der Ölmarkt könne mehr als ein Jahrzehnt lang aus dem Gleichgewicht sein. Lass uns das im Folgenden mal etwas näher inspizieren.

17 Jahre Druck im Markt

Genauer gesagt ist es niemand Geringeres als John Browne gewesen, der mit einer solchen düsteren Prognose nun viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt hat. Browne ist der ehemalige Chef des britischen Ölkonzerns BP. Entsprechend dürfte seine Meinung ein außerordentliches Gewicht in dem Markt haben.

Browne zog nun jedenfalls einige signifikante Parallelen zum Ölmarkteinbruch der 1980er-Jahre. Auch damals habe es ein starkes Überangebot gegeben und der Markt habe siebzehn (17!) Jahre benötigt, um sich von diesem Schock zu erholen. Entsprechend könne die derzeitige Ausgangslage ähnlich sein. Zumal wir die direkten Auswirkungen des krassen Überangebots in diesen Tagen sehr deutlich gespürt haben.

Nach Browne könne der Markt in eine extreme Phase niedriger Ölpreise mit hoher Volatilität eintreten. Ein Marktumfeld, das natürlich belastend für die Konzerne wäre. Zumal die kurzfristigen Auswirkungen noch überschaubar sein könnten. Während hingegen ein anhaltendes Überangebot verbunden mit den niedrigen Preisen für gigantische Probleme sorgen könnte.

Müssen Investoren im Ölmarkt sich daher sorgen? Eine interessante Fragestellung, die nach dieser sehr reißerischen und extremen Meinung mit Sicherheit viele interessiert. Zumal Browne über eine gewisse Reputation verfügt, die man bloß schwer leugnen kann.

Einiges ist dennoch anders …

Es mag dabei zwar generell einige signifikante Parallelen geben und ein rekordverdächtig niedriges Preisumfeld. Allerdings existieren dennoch einige Entwicklungen, die in diesen Tagen anders sind. Und entsprechend andere Reaktionen hervorrufen können.

Dass beispielsweise die Preise so stark negativ sind, das ist ein Novum. Und ein Problem, das gänzlich andere Maßnahmen bringen wird. Neben der OPEC+-Einigung dürfte spätestens jetzt die US-Regierung aufgeweckt worden sein und ebenfalls weitere eigenständige Maßnahmen beschließen. Die hiesige Schieferölproduktion steht schließlich schon jetzt vor Problemen und Pleiten. Und durch einen negativen Preis der Sorte West Texas Intermediate (WTI) hat sich dieses Problem weiter verschärft.

Das Angebot könnte entsprechend langfristig und nachhaltig zurückgefahren werden, in dem Wissen, dass bloß höhere Notierungen zu mehr Profitabilität führen. Und dass keiner gewinnt, wenn die eigene Produktion einfach bloß hochgefahren wird. Ganz im Gegenteil: Eine hohe Produktion hätte in diesen Tagen schließlich auch zu hohen Kosten geführt.

Dass die Marktlage nun so extrem ist, kann entsprechend ein wichtiger Vorteil und ein Unterschied hin zu einem Ausgleich sein. Auch wenn wir als Investoren mit Sicherheit nicht leugnen können, dass das Angebot zumindest kurzfristig gigantisch die Nachfrage übersteigt.

Es gibt weitere Dinge, die es zu beachten gilt

Neben der veränderten Ausgangslage und den Reaktionen existieren außerdem andere Aspekte, die zuversichtlich stimmen können. In China erholt sich die Nachfrage schließlich wieder und auch andere Regionen werden mittelfristig wieder energiehungriger werden. Das könnte ebenfalls die extreme Situation verändern.

Unterm Strich müssen es daher nicht zwangsläufig 17 schwierige Jahre werden. Wobei sich Investoren allerdings zumindest kurzfristig auf eine volatile heiße Phase einstellen sollten.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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