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ETF-Sparplan: Wenn schon, dann richtig – mit mehr Dynamik und weniger Autopilot!

ETF-Sparpläne sind eine gute Idee, weil man durch regelmäßige Käufe langfristig einen attraktiven Durchschnittspreis auf Autopilot erzielen kann.

ETF-Sparpläne sind eine schlechte Idee, weil man hin und wieder kurz- oder sogar mittelfristig zu absolut übertriebenen Höchstpreisen kauft.

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Ein echtes Dilemma für den modernen Sparer. Ohne glasklaren Ausweg.

Doch wer den Autopiloten hin und wieder deaktiviert und selbst das Steuer übernimmt, kann viele Risiken intelligent im Keim ersticken.

Der Autopilot macht erst Spaß und dann Frust

Es gibt Marktphasen, wo beinahe jeder neue Monat mit einem neuen Allzeithoch glänzen kann. Im Jahr 2019 wurden im marktbreiten US-Aktienindex S&P 500 in sieben von zwölf Monaten frische Allzeithochs generiert.

Das sind die Marktphasen, in denen sich ETF-Sparpläne richtig gut anfühlen. Das private Vermögen kennt nur eine Richtung: gen Norden!

Doch eines Tages wacht man auf und der besparte Lieblings-ETF hat sich innerhalb kürzester Zeit im Wert halbiert. Schock! Erst dann fühlt sich der Monat für Monat auf Autopilot gefeierte Kauf zum Allzeithoch wie der dümmste Zug des Jahrhunderts an.

Als Trost bleibt nur die Gewissheit, dass man ab jetzt sehr viel günstiger kauft. Zähneknirschend wird akzeptiert, dass alles, was man jetzt kauft, eine Rendite von 100 % abwerfen muss, um die 50 % Verlust des Kaufs aus dem Vormonat wieder reinzuholen. Verflucht sei diese hinterlistige Börse!

Aber vielleicht war das Vertrauen, das man in den Autopiloten gesetzt hat, schon immer viel zu leichtfertig vergeben? Ja, wie soll man denn passiv investieren, wenn nicht mit Autopilot?

Manche greifen aus Verzweiflung direkt zum Robo Advisor. Aber das muss nicht sein!

In meinen Augen reicht eine regelmäßige Kursüberprüfung als Mittelweg völlig aus. Aktiv handeln? Nein, danke! Aber man will ja auch nicht versehentlich in Richtung Antarktis fliegen.

Für den ETF-Sparer würde diese geringfügige Entschärfung des Autopiloten bedeuten, dass in speziellen Marktphasen weniger gekauft wird. Der regelmäßige monatliche Kauf bleibt selbstverständlich weiterhin der Normalzustand.

Die 4 Retter der Rendite

Für eine grobe Kursüberprüfung der Märkte nutze ich regelmäßig die vier Datensätze meines Vertrauens.

Als besonders wertvoll empfinde ich den CoT-Bericht (CoT: Commitment of Traders), der wöchentlich einen Überblick über die Positionierungen verschiedener Marktteilnehmer an den US-Terminbörsen liefert. Hier lässt sich sehr gut beobachten, wie Spekulanten und Produzenten die Risiken an unterschiedlichen Märkten (zeitversetzt und ohne Kontext) einschätzen.

Ein grober, aber oft sehr zutreffender Indikator für übertriebene Risikolust an den Märkten ist der Angst-und-Gier-Index (Fear & Greed Index). Wenn hier extreme Gier gemessen wird, halte ich mich mit großen Käufen für gewöhnlich zurück.

Wer gerne in den europäischen Aktienmarkt investiert, kann auch die Gemengelage aus Leitzins und Wertentwicklung des Euro gegenüber dem US-Dollar im Auge behalten. Steigt der Leitzins oder der Wert des Euro im Vergleich zum US-Dollar auf Jahressicht stark an, ist meiner Erfahrung nach bei einer Wirtschaft, die sehr auf den Außenhandel spezialisiert ist, mehr Risiko im Gebälk.

Mein absoluter Favorit ist der sogenannte Buffett-Indikator. Wie von Börsenlegende Warren Buffett gewohnt, ist das ein sehr einfacher Indikator. Hier wird lediglich die Gesamtmarktkapitalisierung durch das Bruttoinlandsprodukt geteilt. Wenn dabei ein Wert größer als 115 % herauskommt, halte ich mich mit großen Käufen für gewöhnlich zurück. Derzeit liefert der Indikator einen Wert von 132,4 % (Stand: 20.04.2020).

Nicht übertreiben, sondern cool und besonnen durchnavigieren!

Klar: Man kann es auch übertreiben. Wer sich zu sehr in seine Datenanalyse hineinsteigert, kauft irgendwann gar nicht mehr.

Aber das wäre natürlich genauso unvernünftig, wie nur auf Autopilot zu kaufen. Der CoT-Bericht zeichnet von den Chancen am US-Aktienmarkt derzeit ein außergewöhnlich positives Bild (Stand: 14.04.2020). Gleichzeitig signalisiert der Buffett-Indikator eine Überbewertung des US-Aktienmarkts.

Die korrekte Bewertung derartiger Widersprüche ist mehr Kunst als Handwerk. Das kann man akzeptieren und für sich nutzen, oder alle Verantwortung an den (ganz und gar nicht smarten) Autopiloten übertragen. Welchen Weg wählst du?

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