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Ölpreis am Boden: Wie groß der Schaden für Nordex und Tesla ist

Für Teslas neues Model 3 sind schon Hundertausende Bestellungen eingegangen. Bildquelle: Tesla.

Eine einbrechende Nachfrage nach Kraftstoffen ist gut für Luft und Klima. Paradoxerweise ist ein niedriger Ölpreis aber eher schlecht für die Mobilitätswende und die Energiewende. Die Leidtragenden könnten Unternehmen wie Tesla (WKN: A1CX3T) und Nordex (WKN: A0D655) sein.

So steht es um den Ölpreis

Die amerikanische Ölsorte WTI Crude wird am 17. April für mickrige 18 US-Dollar je Fass gehandelt, während für die Nordseesorte BRENT ein Preis von gut 28 US-Dollar erzielt werden kann. Solche Spotpreise sind Spottpreise (das Wortspiel sei verziehen). Aber natürlich kommt es nicht nur auf den Tageskurs an, sondern auch auf die Erwartungen für die zukünftige Preisentwicklung. Diese lässt sich am Terminmarkt in Erfahrung bringen.

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Die Einbrüche sind dort etwas milder, aber doch signifikant. Der Juni-2023-WTI-Kontrakt wird zum Beispiel zu 41 US-Dollar gehandelt und damit etwa 10 US-Dollar weniger als noch Anfang 2020. Beim Liefertermin Juni 2021 werden 36 US-Dollar aufgerufen, gegenüber 55 US-Dollar vom Januar, was einer Reduktion von 35 % entspricht. Benzin- und Heizöl-Großhandelspreise haben sich in den USA etwa halbiert. Ähnlich sieht es in Europa beim Erdgas aus.

Kurzum: Das Verbrennen von fossilen Brennstoffen ist wieder billig, woran auch die zäh im Kreis der OPEC+ verhandelten Förderkürzungen erst einmal nichts ändern konnten. Viele Verbraucher weltweit dürfen sich über Einsparungen beim Heizen und Autofahren freuen.

Die Folgen für Elektroautos und erneuerbare Energien

Für Freunde der Autonomie ist allerdings eine große Solaranlage auf dem Dach, die Sonnenstrom in das Elektroauto tankt, das Größte. Wenn das allerdings konsequent funktionieren soll, dann wird noch zusätzlich eine Pufferbatterie benötigt samt intelligentem Energiemanagement. Die Investitionskosten summieren sich, sodass sich das Ganze nur bei hohen Energiepreisen lohnt, rein ökonomisch betrachtet.

Weil der Endkundenstrompreis relativ stabil bleibt, verschlechtert sich die Wirtschaftlichkeit von Stromern im Vergleich zu Verbrennern deutlich. Wer vor dem Autokauf mit spitzem Bleistift kalkuliert, der wird auf eine um Jahre verlängerte Amortisationszeit kommen. Gegebenenfalls fällt das Urteil sogar komplett negativ aus, wenn die Kilometerleistung gering ist. Schließlich beträgt der Mehrpreis eines Tesla Model 3 etwa gegenüber einem VW Golf mit Ottomotor noch immer rund 10.000 Euro.

Gleichzeitig ist der Großhandelspreis für Strom ähnlich stark gefallen wie beim Öl. Bei der Planung von neuen Solar- oder Windfarmen muss daher mit geringeren Erlösen gerechnet werden. Als der Ölpreis vor einigen Jahren über längere Zeit über der Marke von 100 US-Dollar notierte, jubelten die Fans der Erneuerbaren, dass ihre Technologie endlich wettbewerbsfähig geworden sei. Trotz der zwischenzeitlich erzielten weiteren Erfolge bei der Kostenreduzierung kann davon im Moment keine Rede sein.

Ohne zusätzliche Förderung durch die Politik — sei es durch Subventionen oder die stärkere Besteuerung von CO2 — dürfte es für Unternehmen wie Nordex derzeit schwieriger sein, ihre Technologie zu verkaufen. Das stärkste Argument der soliden Renditen zieht so nicht. Hinzu kommt, dass die Elektromobilität ein wichtiges Zugpferd für den beschleunigten Ausbau der Erneuerbaren darstellt. Falls der große Elektroautoboom tatsächlich ausfallen sollte, könnte auch dieses Argument wegfallen. Zudem rückt die Wirtschaftlichkeit der windkraftgespeisten Elektrolyse in weite Ferne.

Was man sonst noch wissen muss

Trotzdem gibt es weiterhin gute Argumente, um der Windkraft als Anleger die Stange zu halten. Erstens hat die Politik in Europa und vielen anderen Weltregionen längst deutlich gemacht, dass ein schneller Ausbau der Erneuerbaren gewollt ist. Der Kohleausstieg ist in mehreren Ländern ausgemachte Sache und die frei werdenden Kapazitäten sollen bevorzugt durch Wind und Solar gefüllt werden.

Zweitens geht es in den luftverschmutzten Metropolen dieser Welt oft nicht primär um Ökonomie und CO2, sondern um Gesundheit. Smog und Feinstaub verursachen schließlich hohe volkswirtschaftliche Kosten. Deshalb dürften der ÖPNV und der innerstädtische Lieferverkehr unbeeindruckt vom Ölpreis elektrifiziert werden, sodass die Stromnachfrage auf jeden Fall steigen wird.

Ein dritter Punkt betrifft die Kostenstruktur von Nordex und Co. Die Herstellung von Turbinen ist sehr energieintensiv. Selbst modernste 5-Megawatt-Anlagen haben Schätzungen zufolge eine energetische Amortisationszeit von mehreren Monaten. Das bedeutet, dass derzeit entlang der Lieferkette ein großer Kostenblock grob gesagt halbiert wird. Damit erweitert sich der Spielraum bei der Preisgestaltung.

Schließlich ist auch daran zu denken, dass der Stromertrag einer Windfarm gut kalkulierbar ist. Wo der Ölpreis in 2, 5 oder gar 10 Jahren liegt, kann hingegen niemand wissen. Aktuell werden die Investitionen in neue Ölbohrungen stark zurückgefahren und gleichzeitig schickt sich die Weltwirtschaft an, wieder auf Hochtouren zu laufen. Geopolitische Risiken, die sich immer mal wieder preissteigernd auswirken, kommen noch hinzu. Der Ölpreis wird wahrscheinlich nicht ewig im Keller bleiben, während Windkraft immer günstiger wird.

Angesichts dieser vier Aspekte bleibe ich insgesamt optimistisch für den Windsektor, lasse aber die Finger von Tesla und Co. Ich denke, der Terminmarkt schätzt die kurzfristigen Aussichten recht gut ein. In diesem Fall werden viele potenzielle Elektroautokäufer zögern und sich letztlich doch eher für ein Hybridmodell entscheiden, das in diesem Preisumfeld einfach mehr bietet.

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Ralf Anders setzt mit Wertpapieren auf sinkende Tesla-Kurse. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla.

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