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Royal Dutch Shell, BP & Co.: OPEC-Nachrichten verpuffen – was bedeutet das für die Dividendenperlen?

Es sind weiterhin harte Tage für Ölaktien wie Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S), BP (WKN: 850517) und Co. Der Ölmarkt ringt noch immer um Luft. Beziehungsweise eben weniger Spielraum zwischen Angebot und Nachfrage, der zuletzt die Preise massiv hat einbrechen lassen.

In den letzten Tagen gab es ein positives Zeichen: Die OPEC+ hat sich mitsamt vielen anderen Nationen auf signifikante Förderkürzungen geeinigt. Mehr als 10 Mio. Barrel Öl sollen dabei ab dem Monat Mai, sprich in ca. zwei Wochen, aus dem Markt genommen werden. Das entspricht einem Anteil von rund 10 % der täglichen Produktion.

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Aber: Diese Maßnahme scheint wirkungslos zu verpuffen. Doch was bedeutet das? Vor allem für die Dividenden der Ölkonzerne wie eben Royal Dutch Shell und BP?

Eine bemerkenswerte Ausgangslage

Eigentlich hätte diese Nachricht den Ölmarkt durchrütteln sollen. Nicht bloß, dieser durch massive Förderkürzungen wieder ins Gleichgewicht gebracht werden sollte. Nein, auch die Einigkeit der OPEC+ hatte grundsätzlich das Zeug für ein positives und die Märkte beruhigendes Signal. Mit Blick auf einen Preis von 29,90 US-Dollar je Barrel Brent und 20,48 US-Dollar je Fass WTI (15.04.2020, maßgeblich für alle Kurse) können wir jedoch feststellen: Es hat sich eigentlich wenig verändert. Ja, seit Wochenanfang hat der Preis sogar etwas nachgegeben.

Woran das liegt? Daran werden sich wohl viele derzeit die Zähne ausbeißen: Womöglich daran, dass die Maßnahmen erst ab dem Monat Mai gelten und jetzt noch zwei Wochen lang aus allen Rohren gefördert wird. Das könnte die Lagerbestände noch einmal voll machen und das Überangebot kurzzeitig erhöhen.

Oder womöglich auch daran, dass die OPEC+ und vor allem Saudi-Arabien und Russland den Löwenanteil gestemmt haben. Vielleicht glauben einige Investoren derzeit nicht daran, dass dieser Marktfrieden ewig anhalten wird. Wobei die Einigung eigentlich bis in das Jahr 2022 hineinreicht. Grundsätzlich ein langer Zeitraum.

Vielleicht denken einige Analysten oder Investoren auch, dass dieser Eingriff noch zu wenig ist. Immerhin ist die Nachfrage in letzter Zeit signifikant eingebrochen, womöglich gar bis zu 15 %. Allerdings sollten wir auch nicht vergessen, dass insbesondere in China die Nachfrage zurückkehrt und jetzt bei den niedrigeren Preisen höher denn je sein könnte. Das könnte nachfrageseitig zumindest etwas mehr Alltag bringen. Und eigentlich auch höhere Ölpreise.

Vielleicht müssen wir auf Fundamentaldaten warten

Wie wir unterm Strich jedenfalls sehen können, scheint es viele Gründe zu geben, warum der Ölmarkt noch nicht mit einer Bereinigung begonnen hat. Ob es die kurzfristigen Verzögerungen sind oder Skepsis: Im Endeffekt kann das niemand mit Sicherheit beziffern.

Dass die Maßnahmen jedoch erheblich sind, das ist nicht zu bezweifeln. Vielleicht werden wir daher bloß auf einige Fundamentaldaten wie Lagerbestände oder neue Einschätzungen zum Ölmarkt warten müssen, bis wir höhere Notierungen sehen. Eine 10%ige Kürzung scheint jedenfalls noch nicht in den Ölmarkt eingepreist zu sein. Vor allem nicht, weil viele Ölnationen eigentlich auf deutlich höhere Notierungen angewiesen sind.

Für Ölkonzerne wie Royal Dutch Shell und BP bleibt die aktuelle Ausgangslage jedenfalls angespannt, zumindest kurzfristig. Allerdings könnte auch das in die noch immer günstigen Bewertungen eingepreist sein. Zumal es die Aussicht auf mittelfristig positive Entwicklungen und bessere Marktverhältnisse ist, die ausreicht, um den Aktien und auch den Dividenden etwas mehr Nachhaltigkeit bieten zu können.

Kein Beinbruch, aber merkwürdig …

Im Endeffekt ist es daher kurios, dass der Ölpreis noch nicht in den Tritt gekommen ist. Letztlich könnte es natürlich auch daran liegen, dass schon die Aussicht auf eine Einigung bereits für signifikante Kursanstiege gesorgt hat. Vielleicht ist es lediglich eine technische Korrektur.

Eine solch hohe Förderkürzung dürfte mittelfristig jedoch greifen. Zumindest haben sich die Aussichten für die Dividendenperlen Royal Dutch Shell, BP und Co. aufgehellt. Auch wenn kurzfristig noch immer Unsicherheit herrschen mag.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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