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3 Warren-Buffett-Aktien, die ich aus Überzeugung derzeit NICHT kaufen würde

Wie viele andere Menschen bewundere ich Warren Buffetts besonnene Herangehensweise an Investitionen. Mir gefallen auch viele der Aktien, die er und sein Team für das Portfolio von Berkshire Hathaway (WKN: A0YJQ2) gekauft haben. Viele von ihnen können nun infolge des coronavirenbedingten Börsenausverkaufs zu attraktiven Bewertungen erworben werden.

Aber das bedeutet längst nicht, dass ich alle Aktien im Besitz von Berkshire mag. Tatsächlich gibt es drei Buffett-Aktien, die für mich im Moment überhaupt nicht infrage kommen. Hier kommen diese Aktien – und warum ich mich von ihnen fernhalte.

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1. American Airlines

Buffett schrieb 2007 in seinem Brief an die Aktionäre von Berkshire über Fluggesellschaften: „Wäre ein weitsichtiger Kapitalist bei Kitty Hawk anwesend gewesen, hätte er seinen Nachfolgern einen großen Gefallen getan, wenn er Orville abgeschossen hätte. Seitdem hat er seine Meinung über Fluggesellschaften geändert und besitzt nun Aktien von drei von ihnen. Die bei Weitem schwächste der drei ist American Airlines (WKN: A1W97M).

Ich habe nichts dagegen, ein bisschen in diesem Segment zu naschen, indem ich einige Aktien gut geführter Fluggesellschaften zu supergünstigen Preisen kaufe. Aber die entscheidenden Worte sind „gut geführt“. Wenn eine ganze Branche schrecklich leidet, ist es, wenn man überhaupt in sie investieren will, viel besser, die führenden Unternehmen zu kaufen als die hinterherlaufenden.

Sogar während der stürmischen Wirtschaft der letzten fünf Jahre haben sich die Einnahmen von American Airlines schwach entwickelt. Ihre Einnahmen sind zwar gestiegen, jedoch um etwa die Hälfte der Wachstumsrate der beiden anderen Fluggesellschaften, die sich im Besitz von Berkshire befinden, nämlich Delta Air Lines (WKN: A0MQV8) und Southwest Airlines (WKN: 862837). Erschwerend kommt hinzu, dass die Schuldenlast von American Airlines mehr als doppelt so hoch ist wie die von Delta und fast achtmal so hoch wie die von Southwest.

Nicht, dass man mich falsch versteht. Ich sage nicht voraus, dass American Airlines pleitegehen wird. Das Unternehmen wird Unterstützung vom Staat erhalten. Wenn American Airlines die 12 Milliarden US-Dollar erhält, um die es angeblich gebeten hat, sollte das ausreichen, um den aktuellen Sturm zu überstehen. Aber Aktien eines Unternehmens zu kaufen, das eine große Rettungsaktion von Uncle Sam braucht, nur um zu überleben, egal wie billig es ist, ist nicht die Art von Aktien, in die ich mein Geld fließen lassen will.

2. Biogen

Biogen (WKN: 789617) befindet sich nicht annähernd so schlimm in der Krise wie American Airlines. Die Biotech-Aktie liegt nur um einen niedrigen zweistelligen Prozentsatz unter ihren Höchstständen zu Beginn dieses Jahres. Das macht Biogen im Vergleich zu den meisten Aktien inmitten der Coronavirus-Baisse zu einer relativen Erfolgsgeschichte.

Warum bin ich also im Moment absolut gegen den Kauf von Biogen eingestellt? Nun, es ist einfach viel zu riskant für mich. Die meisten Kursgewinne in der zweiten Hälfte des Jahres 2019 sind auf die Nachricht des Unternehmens zurückzuführen, dass es die Zulassung für das experimentelle Alzheimer-Medikament Aducanumab beantragen wird, nachdem das Medikament in einer Studie im Spätstadium der Entwicklung gescheitert ist.

Es ist durchaus möglich, dass Biogen die FDA-Zulassung für das Medikament erhält. Es besteht jedoch auch eine erhebliche Wahrscheinlichkeit, dass Aducanumab eben nicht von der FDA zugelassen wird. Wenn es nicht zugelassen wird, würde der Aktienkurs von Biogen wohl genauso wie im vergangenen Jahr, als das Medikament in einer Phase-3-Studie gescheitert ist, abstürzen.

Wenn ich der Meinung wäre, dass Biogen mit oder ohne Aducanumab viel zu bieten hat, könnte mich die Aktie interessieren. Die Multiple-Sklerose-Plattform des Unternehmens verliert jedoch an Fahrt. Das Wirbelsäulen-Muskelatrophie-Medikament (SMA) Spinraza von Biogen wird wahrscheinlich bald einen neuen Rivalen bekommen, nämlich Risdiplam von Roche. Solange Biogen mit Aducanumab keinen Erfolg erzielt, sehen die Wachstumsaussichten meines Erachtens nicht sehr gut aus. Und dieser dringend benötigte Erfolg erscheint mir ziemlich ungewiss.

3. Teva Pharmaceutical

Ich war skeptisch, als Anfang 2018 der erste Kauf von Aktien von Teva Pharmaceutical Industries (WKN: 883035) durch Buffett angekündigt wurde. Im Rückblick erscheint meine Skepsis gerechtfertigt. Die Marktkapitalisierung von Teva wurde bis Ende 2019 halbiert – bevor die Coronaviruspandemie zuschlug. Und während die Pharma-Aktien Anfang dieses Jahres allgemein stark angestiegen sind, hat sie seitdem all diese Gewinne wieder abgegeben – und dann ging es sogar noch etwas weiter bergab.

Zugegeben, Tevas Bewertungskennzahlen sind im Moment ein Blickfang. Die Aktie wird zu weniger als dem Vierfachen der erwarteten Gewinne und nur zu 70 % ihres Buchwertes gehandelt. Das ist spottbillig. Diese Zahlen sagen jedoch nicht die ganze Geschichte über Teva aus.

Der Arzneimittelhersteller steckt bis zum Hals in Schulden. Er hat im vergangenen Jahr fast so viel für Zinsen ausgegeben wie für Forschung und Entwicklung. Teva hat in seiner Bilanz massive Firmenwerte (Goodwill) stehen, von denen ich fürchte, dass das Unternehmen in Zukunft einige davon abschreiben muss. Darüber hinaus gehen die Einnahmen von Teva in die falsche Richtung, was vor allem auf die Konkurrenz durch Generika für das umsatzstärkste Multiple-Sklerose-Medikament Copaxone zurückzuführen ist.

Teva hat einige vielversprechende neue Medikamente auf dem Markt, allen voran das Migränemedikament Ajovy und das Muskelkrankheitsmedikament Austedo. Das Unternehmen konnte auch seine Schulden etwas reduzieren. Dennoch bin ich immer noch skeptisch, was die Aussichten von Teva angeht. Ich glaube, es gibt zu viele andere großartige Aktien, die man im Moment kaufen kann, darunter einige von Buffetts Favoriten.

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Dieser Artikel wurde von Keith Speights auf Englisch verfasst und am 05.04.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.
Keith Speights hat keine Position in einer der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Berkshire Hathaway (B-Aktien), Biogen, Delta Air Lines und Southwest Airlines.

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