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Wie sich die Commerzbank-Aktie für den Steuerzahler zu einem Milliardengrab entwickelte

Im Zuge der Finanzkrise im Jahr 2008 geriet die Commerzbank (WKN: CBK100)-Aktie erstmals in sehr starke Schwierigkeiten. Trotz massiver Probleme übernahm das Institut 2009 dennoch die Dresdner Bank, höchstwahrscheinlich, weil eine größere Bank auch mit höheren Managergehältern verbunden war.

Auf der anderen Seite beklagte die Commerzbank im Zuge der Krise große Kreditausfälle und war deshalb schon damals faktisch insolvent. Um die Bankeinlagen zu schützen, sprang der Staat mit einer Beteiligung in Höhe von etwa 18,2 Mrd. Euro ein. 16,4 Mrd. Euro als stille Einlage und 1,8 Mrd. Euro in Form einer Aktienbeteiligung.

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Ende 2011 investierte der Steuerzahler gleich noch einmal in Commerzbank-Aktien, um nach einer Kapitalerhöhung seinen Anteil von 25 % zu halten, was in Summe einer Aktienbeteiligung in Höhe von etwa 5 Mrd. Euro entsprach. Hintergedanke war damals, die Beteiligung im Zuge einer Kurserholung vielleicht sogar wieder mit Gewinn zu verkaufen.

Doch dazu kam es aus folgenden Gründen nie.

Nie enden wollende Niedrigzinsphase

Während amerikanische Banken nach der Finanzkrise 2008 schnell wieder Milliardengewinne erzielten, schrumpfte der europäische Bankensektor im Lauf der Zeit immer mehr. Grund ist hauptsächlich die Politik der europäischen Zentralbank, die damit versucht, ein Fass ohne Boden zu stopfen. Verlierer sind in diesem Fall die Sparer und Banken.

Viele Altlasten und Sanierungsprogramme

Zudem musste die Commerzbank über viele Jahre auf seine Immobilien- und Schiffsfinanzierungen Abschreibungen in Milliardenhöhe vornehmen. Zeitgleich wird und wurde versucht, über Sparmaßnahmen die Kosten zu senken und so den Gewinn zu steigern.

Diese Programme halten bis heute, zwölf Jahre nach der Finanzkrise, an. Zuletzt wurden weitere Einsparungen in Höhe von 500 Mio. Euro angekündigt, die jedoch erst im August 2020 konkretisiert werden. Erst im September 2019 legte die Commerzbank ein Programm zur Einsparung von 1 Mrd. Euro und den Abbau von 2.300 Stellen auf. Bis 2023 soll so die Eigenkapitalrendite wieder auf 4 % steigen.

Doch auch daraus könnte aufgrund der Coronavirusfolgen nun nichts werden.

Coronaviruskrise wird zu neuen Belastungen führen

Der aktuelle Wirtschaftsstillstand wird für viele Unternehmen trotz Staatshilfe (die wahrscheinlich gar nicht überall ankommt) hohe Verluste bis zur Insolvenz bedeuten. Von einem solchen Szenario sind Banken direkt betroffen, weil sie in diesen Fällen hohe Kreditausfälle zu erwarten haben.

Die Ratingagentur Fitch hat deshalb das Commerzbank-Rating auf BBB herabgestuft. Aus ihrer Sicht ist das Institut bereits geschwächt in die Krise gegangen. Zudem ist es einer der größten Kreditgeber für viele kleine und mittlere Unternehmen, die in der aktuellen Krise ganz besonders leiden. Sie werden im Gegensatz zu Megakonzernen häufig nicht gerettet werden.

Staatsbeteiligung mit hohen Verlusten

Viele Investoren haben die Aktie aufgrund der Staatsbeteiligung gekauft und sind davon ausgegangen, dass die Aktie so abgesichert wäre. Das ist jedoch nicht der Fall und so gesellt sich zu einem hohen Kursverfall nun auch noch eine Dividendenaussetzung.

Am Ende muss leider festgestellt werden, dass die Commerzbank-Aktie bisher für den Steuerzahler (Staat) und alle anderen Aktionäre ein Milliardengrab war. Ein schneller Turnaround ist aufgrund der gleich zweifachen Belastung (Niedrigzinsen und Wirtschaftskrise) so schnell nicht denkbar.

Vielleicht wäre es zukünftig besser, nur die Einlagen zu schützen und die Bank wie jedes andere Wirtschaftsunternehmen seinem Schicksal zu überlassen. Sparkassen und Volksbanken sind solider aufgestellt.

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Christof Welzel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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