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Sixt setzt Dividende aus: Ist die Aktie jetzt kein Kauf mehr?

Foto: Getty Images

Die Aktie des Fahrzeugvermieters und Mobilitätsdienstleisters Sixt (WKN: 723132) ist mit der Ausbreitung des Coronavirus stark unter die Räder geraten. Von Mitte Februar bis Mitte März büßte die Stammaktie des Konzerns über 35 % an Wert ein. Das ist eigentlich auch keine Überraschung, denn nach Angaben des Unternehmens sind die Anmietungen und Reservierungen von Fahrzeugen an den Flughäfen durch die weltweiten Mobilitätseinschränkungen seit Anfang März stark zurückgegangen.

Nach ihrem Tiefststand Mitte März hatte sich die Aktie zwar wieder erholt, aber dass der Autovermieter nun auch noch die Dividende aussetzt, kam bei den Anlegern gar nicht gut an. Auch die Auswirkungen des Coronavirus dürften dem DAX-Konzern in Zukunft zu schaffen machen. Sollte man deshalb jetzt lieber die Finger von der Aktie lassen?

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Sixt zieht die Notbremse

Seien wir mal ehrlich: Wenn im Frühjahr die Dividendensaison vor der Tür steht, reibt man sich als Anleger doch normalerweise die Hände und freut sich auf die bevorstehenden Ausschüttungen. Diese Dividendensaison scheint wegen der Coronapandemie aber unter keinem guten Stern zu stehen, denn die Hiobsbotschaften über Dividendenstreichungen nehmen kein Ende. Auch Sixt hat in den Krisenmodus geschaltet und die Dividende gestrichen. Ein kleiner Trost für Inhaber von Vorzugsaktien ist, dass sie immerhin die Mindestdividende von 0,05 Euro je Aktie erhalten.

Dass Vorstandschef Erich Sixt angesichts der Coronakrise nicht untätig bleibt, beweist das umfangreiche Maßnahmenpaket, das der Konzern jetzt auf den Weg gebracht hat, um den Auswirkungen der Pandemie etwas entgegenzusetzen: Der Fuhrpark soll kurzfristig deutlich verkleinert, Investitionen verschoben und erhebliche Einsparungen bei Sach- und Personalkosten vorgenommen werden. Sixt will stattdessen vor allem auf Langzeitmietverträge und Carsharing als Alternative zu den öffentlichen Verkehrsmitteln setzen und bietet im Vermietungsgeschäft derzeit attraktive Tages-, Wochen- und Jahresmieten an.

Alles schön und gut, aber wie ist es denn tatsächlich um die Gewinnaussichten des Mobilitätsdienstleisters bestellt?

Kein Genickbruch durch Corona

Die vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2019 sind nach Angaben des Unternehmens wie geplant ausgefallen; der Konzern hat erneut ein Rekordjahr abgeliefert (Steigerung des operativen Konzernumsatzes um 13,3 % auf rund 2,95 Mrd. Euro). Umso erfreulicher ist es, dass Sixt für das Geschäftsjahr 2020 nun trotz der Coronapandemie mit einem deutlich positiven Konzernergebnis vor Steuern rechnet, auch wenn es voraussichtlich weit unter dem Vorjahresniveau liegen wird. Zugleich betonte der Vorstandschef, dass Sixt „dank hoher Eigenkapitalquote und gesicherter, breiter Finanzierungsbasis eine sehr solide finanzielle Position [hat], um den Auswirkungen der Krise zu trotzen.“ Stand Ende 2019 betrug die Eigenkapitalquote 25,5 %.

Es ist unbestreitbar, dass Sixt als relativ konjunkturabhängiges Unternehmen natürlich kurzfristig unter den Mobilitätseinschränkungen leiden wird. Wenn keine Privat- oder Geschäftsreisen stattfinden, ist im Vermietungsgeschäft natürlich Ebbe angesagt. Dem ist aber entgegenzuhalten, dass viele Privatkunden das Auto zurzeit dem öffentlichen Nahverkehr vorziehen (vor allem in den Städten), sodass Abomodelle und Carsharing trotzdem mehr oder weniger gefragt sein dürften.

Langfristig dürfte es Vorstandschef Erich Sixt gelingen, den Konzern wieder in die Erfolgsspur zu steuern, denn das erfolgreiche Geschäftsmodell als Fahrzeugvermieter und Mobilitätsdienstleister ist nach wie vor intakt und die Chancen im Markt für Mobilitätsdienstleistungen sind riesig. Außerdem hat das Vermietungsgeschäft des Unternehmens insbesondere im Ausland, zum Beispiel in den USA und in Asien, noch enormes Potenzial. Der Anteil der im Ausland erzielten Umsätze im Vermietungsgeschäft lag im Jahr 2019 mit 60,9 % erstmals über der Marke von 60 %. Dieser positive Trend dürfte sich fortsetzen, auch wenn das Virus dem Mobilitätsdienstleister jetzt erst einmal eine Zwangspause verordnet hat.

Kurzfristige Ängste – langfristige Chancen?

Die Bewertung der Sixt-Aktie erscheint zurzeit immer noch günstig. Bei einem aktuellen Kursniveau von 61,60 Euro und einem 2019er-Gewinn je Aktie in Höhe von 4,97 Euro kommt man auf ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 12.

Dass Sixt ein familiengeführtes Unternehmen ist, sollten Anleger, die über eine Investition nachdenken, ebenfalls nicht außer Acht lassen. Studien zufolge haben Firmen in Familienhand nämlich so einige Vorzüge. Demnach sind sie in der Regel mit ihren Geschäften weltweit profitabler als Nichtfamilienunternehmen und im Schnitt weniger stark verschuldet.

Die Vergangenheit hat gezeigt, dass Sixt zudem schon immer ein innovationsstarkes, kostenbewusstes und kundenorientiertes Unternehmen war, sodass man davon ausgehen kann, dass das Unternehmen Herausforderungen auch in Zukunft mit Flexibilität und Einfallsreichtum begegnen wird. Wachstumschancen gibt es im gigantischen Mobilitätsmarkt jedenfalls noch genug. Da dürfte ein (hoffentlich nur) kurzfristiger Umsatz- und Gewinneinbruch lediglich ein kleiner Wermutstropfen sein.

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Franziska Eggert besitzt Aktien von Sixt. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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