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Daimler-Aktie: Der Finanzvorstand spricht von Gewinnen im ersten Quartal

Foto: Daimler AG

Eigentlich sollte es am Mittwoch ja um die neue Berichtsstruktur des Daimler (WKN: 710000)-Konzerns gehen. Eigentlich ein trockenes Thema, das wirklich nur die Profis interessiert. Aber der Daimler-Finanzvorstand kam natürlich nicht drum herum, zu Beginn auch über die Entwicklung des ersten Quartals zu sprechen. Dabei gab es einige Überraschungen. Zum Beispiel verkündete er trotz herber Umsatzeinbußen schwarze Zahlen. Das könnte der Daimler-Aktie ordentlich Auftrieb geben.

Bei Daimler fühlt man sich wohl mit der Liquiditätsreserve

Die Aussagen der Branche sind eindeutig. Überall geht es darum, das Geld zusammenzuhalten. Bei Daimler spricht man davon, den Liquiditätsfluss vom Anfang bis zum Ende zu betrachten. Also vom Zeitpunkt, zu dem das Geld in den Konzern hineinfließt, bis es auf der anderen Seite wieder hinausfließt.

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An beiden Enden hat man dabei bereits für einige Verbesserungen gesorgt. Zunächst indem man sich über eine Anleihe 1,5 Mrd. Euro frisches Geld besorgte und die Kreditlinien für alle Fälle um 12 Mrd. Euro erhöhte. Zum anderen indem man mittels Investitionskürzungen und anderen kurzfristigen Einsparungen für weniger Geldabfluss sorgte.

So fühlt man sich bei Daimler sehr wohl mit der Liquiditätssituation. Auch wenn sinkende Absatzzahlen im ersten Quartal – bei der Premiummarke Mercedes-Benz sind es 12 % weniger Verkäufe als im Vorjahr – für geringere Zahlungseingänge sorgten. Und auch egal, welches der Pandemie-Szenarien, die man intern natürlich durchspielt, letztendlich eintreten wird.

Und auch für Dividendenjäger gab es eine gute Nachricht. Denn die zunächst abgesagte Hauptversammlung soll nun Anfang Juli stattfinden – im digitalen Format.

Auf Kosten der Zukunft wird dennoch nicht gespart

Auch wenn man in Stuttgart mit straffen Zügeln das Geld zusammenhält, soll eben nicht an den Zukunftsprojekten gespart werden. Die angekündigten Modellneuheiten sollen also trotz aller Einschränkungen wie geplant auf den Markt kommen. Oder wie es der Finanzvorstand ausdrückte: Unsere oberste Priorität ist dabei zu helfen, die Ausbreitung der Pandemie zu stoppen. Aber wir werden auch alles Mögliche daran setzen, gestärkt aus dieser Krise herauszukommen.

Dazu zählt nicht nur, so schnell wie es die Situation ohne gesundheitliche Bedenken zulässt, die Produktionsanlagen wieder hochfahren zu können, sondern natürlich auch, die angekündigten Elektromodelle der EQ-Reihe zu den versprochenen Terminen zu den Vertragshändlern zu bringen. Denn wie der chinesische Markt es bereits zeigt – im März verkauften sich die Daimler-Fahrzeuge dort bereits wieder nahezu gleich gut wie im März des Vorjahres –, kommt mit Lockerung der Ausgangsbeschränkungen auch die Lust auf Autokäufe zurück.

Trotz Gewinnen im ersten Quartal gibt es auf Jahressicht noch Fragezeichen

Mit Blick auf die Ergebnisse des ersten Quartals sprach man am Mittwoch gar davon, in allen Geschäftsbereichen positive Gewinnmargen erzielen zu können. Trotz der starken Umsatzrückgänge. Geholfen haben dabei die weiterhin guten Verkaufszahlen hochpreisiger Premiummodelle, die vergleichsweise starke Gewinnmargen liefern.

Auf Jahressicht sollte das für alle Daimler-Aktionäre aber noch keine Entwarnung sein. Denn während in China insbesondere der Monat Februar sehr schlecht ausgefallen ist und man in Europa bereits im März deutlich Coronaeinflüsse verzeichnen musste, hinterlies die Coronapandemie in den USA noch keinerlei Spuren. Hier dürften die Effekte dann also besonders stark im April einschlagen.

Das Gute an der globalen Aufstellung ist nun wohl, dass die geografische Entzerrung der negativen Einflüsse enorme Erleicherungen bringen. Denn ein Monat mit 90 % Umsatzrückgängen trifft ein Unternehmen bedeutend härter als drei Monate mit jeweils 30 % Umsatzeinbußen.

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Sven besitzt Aktien von Daimler. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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