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80 % Rendite statt 4 % Trostpflaster: Wie ETF-Investoren im Crash reich werden

Foto: Getty Images

Soll ich jetzt kaufen oder besser noch ein wenig warten? Viele ETF-Investoren werden sich zurzeit fragen, ob sich ein Einstieg in DAX, S&P 500 & Co nach dem Corona-Crash mittel- bis langfristig auszahlen könnte.

Auf den ersten Blick wirken die Kurse verlockend. Der DAX-Kursindex (der DAX, bei dem die Dividenden nicht reinvestiert werden) ist noch immer rund 29 % unter seinem Allzeithoch zu haben (Stand: 08.04.2020).

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Andererseits ist die Unsicherheit groß. Ob alle Unternehmen zu ihrem alten Glanz zurückkehren werden, steht in den Sternen.

Doch erfahrene Investoren wissen: Gekauft wird jetzt! Denn die einzig wahre Rendite wird im Crash gemacht.

Der perfekte Kaufzeitpunkt

Über den perfekten Kaufzeitpunkt kann man sich streiten.

Inhaber von ETF-Sparplänen argumentieren, dass niemand die Kursentwicklung von Aktienmärkten kurz- bis mittelfristig prognostizieren kann. Die scheinbare Lösung: Monat für Monat wird gekauft. Mal günstiger, mal teurer – und langfristig zum (hoffentlich attraktiven) Durchschnittspreis.

Marktbreit und passiv – wer so investiert, hat nicht nur seine Rente im Blick. Die Inflation ist ebenfalls ein mächtiger Gegner. Wer sein Geld 35 Jahre lang bei 2 % Inflation pro Jahr nutzlos herumliegen lässt, hat am Ende seine Kaufkraft halbiert. Schock!

Offensichtlich ist das hart zusammengesparte Geld selbst in einem DAX-ETF besser aufgehoben. Der DAX realisierte in der Vergangenheit eine durchschnittliche Rendite von 7 % pro Jahr (Stand: 08.04.2020). Na, dann doch besser so!

Allerdings bedeutet eine durchschnittliche Rendite nicht, dass das Vermögen jedes einzelne Jahr um 5 % wächst. Schön wäre es! In einem Jahr explodiert die Rendite zweistellig. Im Jahr darauf stürzen die Kurse ins Bodenlose. Willkommen am Aktienmarkt.

Der Crash macht die Rendite

Inflation oder Crash-Risiko? Irgendeine Kröte muss man offenbar schlucken!

Aber ganz so schwarz-weiß ist die Sache nicht. Wer sich schon immer gewundert hat, warum selbst Börsenlegende Warren Buffett hin und wieder unfassbare Summen Bargeld der gefräßigen Inflation überlässt, sollte die folgenden Zahlenspiele genau unter die Lupe nehmen.

Wer sein Geld für fünf Jahre bei 2 % Inflation pro Jahr (die quantitative Definition von Preisstabilität der EZB – kein Scherz!) hamstert, riskiert einen Kaufkraftverlust von 10 %. Der DAX-Kursindex war in den letzten fünf Jahren allerdings keine bessere Wahl. Wer sich hier vor fünf Jahren eingekauft hat, sitzt jetzt auf einem Buchverlust von 25 % (Stand: 08.04.2020).

Aber fünf Jahre gehen schnell ins Land. Wie sieht es denn nach zehn Jahren aus? Nun, nach zehn Jahren hat eine Inflation von 2 % pro Jahr ein Loch von rund 18 % in die Kaufkraft gefressen. In diesem Zeitraum wäre der DAX-Kursindex die eindeutig bessere Wahl gewesen. Trotz Corona-Crash steht hier noch immer ein Plus von 22 % auf dem Zettel (Stand: 08.04.2020).

Inflationsbereinigt erhält man so allerdings nur eine Rendite von kümmerlichen 4 %. Ist das etwa der Dank für zehn Jahre Kursachterbahn? Lächerlich!

Völlig anders sieht die Sache aus, wenn gezielt im Crash zwischen 2008 und 2009 gekauft worden wäre. In diesem Zeitraum fiel der DAX-Kursindex zeitweise wie ein Stein. Wer am 01.03.2009 den DAX-Kursindex gekauft hätte, würde heute noch immer auf einem Kursplus von rund 100 % sitzen (Stand: 08.04.2020). Inflationsbereinigt entspricht das einer Rendite von etwa 80 %. Das sieht schon besser aus!

Keine Angst vor Inflation!

Inflation, Null- und Niedrigzins machen Druck. Investieren, aber schnell!

Doch die Berechnungen zeigen, dass es sehr wohl eine gute Idee sein kann, einiges an Bargeld zu horten, um die gesammelte Feuerkraft gezielt auf einen Crash zu richten. Der kommt seit Jahrzehnten so sicher wie das Amen in der Kirche und hat bereits unzählige ETF-Investoren ziemlich reich gemacht.

Selbstverständlich muss man die Zahlen genau im Auge behalten. Bei einer Hyperinflation kann das Horten von Bargeld sehr viel gefährlich sein als das Halten von Aktien oder anderen Anlageklassen.

Doch Verhältnisse wie 1923 sind selten. Zweistellige Kursabstürze hingegen sind eher die Regel als die Ausnahme. Das weiß sicher auch Warren Buffett.

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