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ProSiebenSat.1 Media in der Krise: CEO weg, Vision weg, aber was bleibt?!

Foto: The Motley Fool.

Die Aktie von ProSiebenSat.1 Media (WKN: PSM777) ist seit einigen Jahren im Krisenmodus. Seitdem das Streaming das Geschäft mit dem Fernsehen aufrollt, wird es immer schwieriger für den Medienkonzern, dessen Großteil noch immer vom konventionellen Format abhängig ist.

Eigene Streaming-Services wurden dabei inzwischen gestartet, vor allem das Format Joyn sorgte für ein innovatives Konzept zwischen kostenloser, werbefinanzierter und Premiumvariante. Aber auch die Konzernneuausrichtung hin zu einem breiter aufgestellten Medien- und Digitalkonzern mit einigen Projekten schien wie ein Versuch, in weitere Felder zu expandieren.

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Nun jedenfalls scheint ProSiebenSat.1 Media einen Schritt zurückzugehen. Der CEO ist weg. Ein größerer Teil der Vision wohl ebenfalls und es bleibt die Frage, was jetzt noch übrig bleibt. Schauen wir im Folgenden einmal, was Investoren wissen müssen.

Rochade beim Medienkonzern

Wie zum späten Donnerstagabend bekannt gegeben worden ist, gab es einige Umbauprozesse im bisherigen Vorstand des Konzerns. Neben kleineren Neuigkeiten ist jedoch der Abgang von CEO Conte mit sofortiger Wirkung die Meldung, die Investoren aufhorchen lassen sollte. Wie unter anderem „Der Aktionär“ berichtet, sei Conte aufgrund seiner Art und seines Umbaus sowieso bereits im Vorfeld angeeckt. Allerdings ist das womöglich der richtige Weg gewesen, um mit Innovation und einer Neuausrichtung aus der Krise zu kommen.

Nun jedenfalls wird Conte nicht mehr federführend den Konzern leiten. Und einige Prozesse seiner Neuaufstellung werden jetzt wohl ebenfalls der Vergangenheit angehören, wie aus der Meldung hervorgeht. So möchte ProSiebenSat.1 Media sich beispielsweise wieder mehr auf Entertainment konzentrieren. Schluss mit dem Digitalkonzern? Ja, das klingt so.

Der Schwerpunkt soll dabei insbesondere auf lokalen Inhalten und auf Liveformaten liegen. Wohl auch in Kombination mit den Arrow Studios und Studio71. Na, ob das die erhoffte Wendung aus der Krise ist? Man darf hieran wirklich mächtig zweifeln.

ProSiebenSat.1 Media scheint sich einmotten zu wollen

Genauer gesagt wirkt der neue Versuch von ProSiebenSat.1 Media ein wenig so, als wolle man nicht akzeptieren, dass die Zeit des bisherigen Geschäftsmodells vorbei ist. Ein neuer, durchgreifender CEO wird ohne Worte des Dankes gegangen. Selbst wenn seine Persönlichkeit schwierig gewesen sein sollte, so sind es doch die Taten und langfristigen Erfolge, an denen man ihn eigentlich messen sollte.

Statt Umbau ist jetzt also wieder das Mediengeschäft im Fokus. Und hierbei lokale Formate, eine Konzentration auf den DACH-Raum. Neben Live-Events. Formate, die wenig zeitgemäß erscheinen in einer Welt, in der sich das Fernsehen einerseits digitaler und globaler ausrichtet und andererseits immer weiter zu einem Format wird, bei dem der Verbraucher oder Streamer entscheidet, was er vor allem wann sehen will. Das wirkt in der Tat wie ein Schritt zurück.

Grundsätzlich heißt es zwar häufig: Schuster, bleib bei deinem Leisten. Sofern sich der Markt jedoch gravierend technologisch verändert, ist es in der Regel ein schlechtes Zeichen, in eine Augen-zu-und-durch-Mentalität zu verfallen. Womöglich ist ProSiebenSat.1 Media jedoch genau jetzt dabei, das zu tun. Wobei die Konsequenzen wenig vorhersehbar sind.

Vorsicht, Investoren!

Auf einem derzeitigen Kursniveau von 6,70 Euro (26.03.2020) könnte die Aktie durchaus preiswert sein. Allerdings sollten sich Investoren wirklich fragen, welche Visionen und Perspektiven jetzt noch in dem Medienkonzern stecken. Es scheint jedenfalls, als wolle man eher die bisherigen Innovationen rückgängig machen, als aktiv und mutig etwas Neues auszuprobieren.

Alleine diese Mentalität kann dabei ein Problem sein, ganz zu schweigen von den Folgen dieser nun verkündeten Neuausrichtung. Ob ProSiebenSat.1 Media mit seinen neuen Formaten eine langfristige Zukunft besitzt, darf man jetzt wohl wirklich kritisch hinterfragen.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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