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Bechtle vs. Cognizant – Profiteure von mehr Digitalisierung nach Corona!

Foto: Getty Images

Auf der Suche nach Branchen, die die aktuelle Krise relativ unbeschadet überstehen werden, sollte man unbedingt Technologieunternehmen in die engere Wahl nehmen. Bei Bechtle (WKN: 515870) und seinem amerikanischen Konkurrenten Cognizant (WKN: 915272) handelt es sich um zwei IT-Dienstleister, die in diesem Zusammenhang sehr interessant sind.

Neben dem Beratungsgeschäft übernehmen beide Unternehmen auch Aufgaben der IT bei den Kunden. Beide Geschäftsfelder könnten vor allem nach der Krise noch mal eine steigende Nachfrage auslösen. Daher möchte ich der Frage nachgehen, ob sich durch die Börsenpanik der letzten Wochen ein attraktiver Zeitpunkt zum Einstieg bei den beiden ergibt.

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Was bieten die Unternehmen?

Beide Anbieter können für ihre Kunden verschiedene Lösungen anbieten. Entweder sie entwickeln Software für ein spezielles Problem des Auftraggebers, unterstützen sie bei der Einführung einer Software, erarbeiten IT-Konzepte oder übernehmen Teile der anfallenden Tätigkeiten komplett für den Kunden. Sobald sich Unternehmen mit den Schlagwörtern der Digitalisierung wie künstliche Intelligenz, Big Data oder Cloud-Computing beschäftigen möchten, wenden sie sich an Spezialisten wie Bechtle oder Cognizant.

Wie stark der Trend zur Digitalisierung ist, zeigt die Vision von Bechtle für 2030. Das Unternehmen möchte bis zu diesem Zeitpunkt seinen Umsatz von ca. 5,4 Mrd. Euro im Jahr 2019 auf 10 Mrd. Euro annähernd verdoppeln. Dieser Trend ist auch weltweit zu beobachten, laut einer Studie von Mordor Intelligence soll der Markt für IT Services bis 2025 jährlich über 26 % wachsen. Hiervon möchte auch Cognizant profitieren und führt deshalb ein Restrukturierungsprogramm durch. Im Zuge dessen werden Prozesse und die Organisation vereinfacht und Mitarbeiter in die Zukunftstechnologien umgeschult. Es wird allerdings auch auf einen Personalabbau zwischen 5.000 und 6.000 Mitarbeiter hinauslaufen.

Während der aktuell angespannten Lage halte ich die Auswirkungen für die Geschäfte für überschaubar. Zwar werden sich einige Beratungsleistungen verschieben, da sich Projekte verzögern. Allerdings wird es hier im zweiten Halbjahr Nachholeffekte geben. Außerdem können die Dienstleistungen auch zum Teil im Homeoffice erbracht werden. Die Dienstleistungen, die bereits an Bechtle und Cognizant ausgelagert wurden, sind in der Regel auch während der Krise aufrechtzuerhalten.

Kennzahlenanalyse der Unternehmen

Sprechen die Kennzahlen in Anlehnung an Warren Buffett und Peter Lynch für einen Wettbewerbsvorteil? Die Kriterien sind für mich vollständig erfüllt, wenn

  • die Bruttomarge über 60 % liegt,
  • die Nettomarge über 20 % liegt,
  • die Eigenkapitalrendite über 15 % liegt,
  • die Summe der Investitionen maximal 80 % der aufsummierten Gewinne beträgt,
  • die Finanzverbindlichkeiten in maximal vier Jahren zurückgezahlt werden können,
  • der Verschuldungsgrad (Summe Fremdkapital/Summe Eigenkapital) maximal 80 % beträgt,
  • das Wachstum des EBIT (Earnings before Interest and Taxes = Gewinn vor Zinsen und Steuern) mindestens 10 % beträgt und
  • das Wachstum des Umsatzes mindestens 5 % beträgt.
Kennzahl Cognizant Bechtle
Bruttomarge (Ø letzte fünf GB) 38,8 % 15,0 %
Nettomarge (Ø letzte fünf GB) 11,8 % 3,2 %
Eigenkapitalrendite (Ø letzte fünf GB) 16,8 % 16,3 %
Investment/Gewinn (Summe letzte fünf GB) 34,3 % 79,4 %
Dauer Rückzahlung Finanzverbindlichkeiten in Jahren 0,29 1,64
Verschuldungsgrad 47,0 % 136,0 %
Betriebsergebnis Wachstum (Ø letzte fünf GB) 4,9 % 17,3 %
Umsatz Wachstum (Ø letzte fünf GB) 7,0 % 18,0 %

Eigene Berechnung, Quelle: morningstar.de

Wenn ich mir die Kennzahlen so ansehe, kann ich den Hype um Bechtle nicht ganz nachvollziehen. Das Unternehmen hat deutlich schlechtere Margen als Cognizant und der Verschuldungsgrad ist deutlich höher. Aufgrund der Möglichkeit zur schnellen Rückzahlung der Finanzverbindlichkeiten ist die Situation bei Bechtle aber auch noch vernachlässigbar.

Die deutlich besseren Margen lassen sich durch die Mitarbeiterstruktur bei Cognizant erklären. 70 % der Mitarbeiter sind im Niedriglohnland Indien beschäftigt. Das ist ein klarer Vorteil im IT-Dienstleistungsgeschäft, das von einer hohen Intensität der Personalkosten geprägt ist. Das Wachstum ist aktuell noch deutlich stärker bei Bechtle. Aber das ist durch die deutlich geringere Unternehmensgröße auch begründet. In absoluten Zahlen ist Cognizant nämlich trotzdem noch ca. doppelt so stark wie Bechtle gewachsen.

Bewertung der Aktien

Um einen schnellen Überblick über die aktuelle Bewertung der Unternehmen zu erhalten, verwende ich das Peter-Lynch-Chart. Hier stellt man dem Aktienkurs den 15-fachen Gewinn je Aktie gegenüber. Sobald die Kurslinie höher ist als die Gewinnlinie, scheint die Aktie eher überbewertet zu sein, und umgekehrt.

Zusätzlich verwende ich noch eine Linie, bei der ich den Gewinn je Aktie mit dem historischen durchschnittlichen KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) im jeweiligen Betrachtungszeitraum multipliziere.

Eigene Darstellung, Quelle: EPS: Traderfox, EPS-Prognose: Marketscreener, Kurse: yahoo.com, Stichtag: 26.03.2020

Das R² von 0,95 zeigt, wie stabil sich der Gewinn von Cognizant in den letzten Jahren entwickelt hat. Zuletzt hat sich die Entwicklung sogar eher beschleunigt. Dabei wurde die Aktie auch wesentlich durch konsequente Rückkäufe gestützt. Zuletzt wurde bei der Bekanntgabe der Zahlen für das Jahr 2019 ein weiteres Rückkaufprogramm über 2 Mrd. US-Dollar verkündet. Der Chart zeigt, dass sich aktuell die seltene Möglichkeit ergibt, unter der Linie für den 15-fachen Gewinn einzusteigen. Zuletzt gab es diese Chance bei der Finanzkrise 2008.

Eigene Darstellung, Quelle: EPS: Traderfox, EPS-Prognose: Marketscreener, Kurse: yahoo.com, Stichtag: 26.03.2020

Bei Bechtle ist die Entwicklung mit einem R² von 0,89 fast genauso beeindruckend. Die Entwicklung der Gewinne war in den letzten Jahren ebenfalls sehr positiv. Die Aktie hat sich allerdings noch stärker als die Gewinne des Unternehmens entwickelt. Trotz des Kurssturzes im Zuge von Corona ist die Aktie noch sehr sportlich bewertet. Im Bereich von ca. 80 Euro könnte man sich in meinen Augen intensiver mit dem Unternehmen auseinandersetzen.

Der Gewinner ist …

Die Gewinnentwicklung beider Unternehmen war in der Vergangenheit äußerst stabil und beeindruckend. Beide Unternehmen werden in Zukunft von ihrem Know-how in der Digitalisierung profitieren. Die aktuelle Krise hat uns noch mal vor Augen geführt, wie zentral das Thema eigentlich ist. Unternehmen, die ihre Prozesse nicht digitalisiert haben, deren Mitarbeiter nicht von überall arbeiten können, und Geschäfte, die noch nichts von Omni-Channel gehört haben, kämpfen ums Überleben.

Für mich ist Cognizant der klare Gewinner in diesem Vergleich. Das Unternehmen hat die besseren Kennzahlen, ist globaler und breiter aufgestellt und ist günstiger bewertet. Bechtle hat den regionalen Vorteil, wodurch ein Teil der Kundschaft vor der ausländischen Konkurrenz geschützt ist. Hierfür verlangt die Börse für mich aktuell aber einen zu hohen Aufpreis.

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Florian Hainzl besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktei von Cognizant Technology Solutions.

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