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Aus diesem Grund kann Zalando aktuell nicht mit Amazon mithalten!

Foto: Zalando

In den letzten Wochen musste auch die Aktie von Zalando (WKN: ZAL111) Verluste hinnehmen. Dabei sollte der Onlinehandel durch die aktuelle Corona-Krise doch eigentlich boomen. Das wohl beste Beispiel dafür liefert der weltgrößte Onlinehändler Amazon (WKN: 906866). In den letzten drei Monaten hat der Kurs der Amazon-Aktie trotz Corona-Krise um 6 % (Stand: 25.03.2020) zugelegt. Zudem hat Amazon angekündigt, nun 100.000 neue Mitarbeiter einstellen zu wollen, um die erhöhte Nachfrage zu stemmen. Warum also entwickelt sich Zalando aktuell im Vergleich zu Amazon so schwach?

Zalando rechnet mit sinkender Nachfrage

Im Gegensatz zu Amazon rechnet Zalando nicht damit, dass die Nachfrage in den kommenden Wochen stark steigen wird. Erste Erfahrungen aus Italien und Spanien zeigen, dass die Auswirkungen der Corona-Krise dort tendenziell eher negativ sind. Der Grund dafür liegt wahrscheinlich in erster Linie in den angebotenen Produkten. Zalando ist voll auf Mode spezialisiert. Aktuell ist Mode für viele Menschen jedoch eher ein verzichtbares Luxusgut. Viele Menschen machen sich Sorgen um ihre Jobs und begrenzen daher ihre Konsumausgaben auf das Nötigste. Zu diesem Nötigsten gehören jedoch zu großen Teilen keine neuen Kleidungsstücke. Daher verzeichnet Zalando aktuell auch keinen Boom, obwohl der stationäre Einzelhandel in vielen Ländern der Welt schließen musste.

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Anders sieht es in dieser Beziehung bei Amazon aus. Der Onlinehändler ist nicht auf ein bestimmtes Produkt spezialisiert. Aus diesem Grund kann sich Amazon viel besser auf die sich nun verschiebende Nachfrage einstellen. Auch Amazon wird in den kommenden Wochen wohl kaum eine erhöhte Nachfrage nach Kleidungsstücken erleben. Schaut man in die Bestsellerlisten auf der Amazon-Seite, dann sieht man, dass die Menschen nun vermehrt Produkte kaufen, um sich zu Hause zu beschäftigen oder zu versorgen. So findet man in diesen Bestsellerlisten beispielsweise Bücher, Filme, Sportmatten und allgemeine Haushaltswaren. Im Gegensatz zu neuen Kleidungsstücken sind dies alles Produkte, welche die Menschen jetzt brauchen. Da diese Produkte aber nicht mehr im Einzelhandel zu kaufen sind, bestellen die Menschen die Produkte vermehrt bei Amazon.

Es gibt trotzdem positive Effekte für Zalando

Langfristig betrachtet könnte die aktuelle Situation, trotz der aktuell sinkenden Nachfrage, durchaus Chancen für Zalando bieten. Viele Einzelhändler müssen aktuell ihre Geschäfte schließen und werden dadurch ernsthafte finanzielle Probleme bekommen. Auch wenn die Politik alles geben wird, um möglichst viele Geschäfte am Leben zu erhalten, werden es auch einige Geschäfte nicht durch die Krise schaffen. Der allgemeine Trend weg vom Einzelhandel und hin zum Onlinehandel wird durch die Corona-Krise also noch mal beschleunigt. Das spielt Zalando als Onlinemodehändler natürlich perfekt in die Karten.

Zudem lernen durch die aktuelle Situation viele Leute die Vorteile des Onlinehandels erstmals kennen. Dabei spielt es erst einmal eine untergeordnete Rolle, ob diese Menschen nun bei Zalando, Amazon oder einer Onlineapotheke Produkte bestellen. Wenn sie durch die aktuelle Situation zum ersten Mal zum Onlinekauf gezwungen werden und dadurch die Vorteile kennenlernen, werden viele auch nach der Corona-Krise den Onlinehändlern weiter treu bleiben. Dadurch ergibt sich für alle Onlinehändler aktuell die Chance, neue Kunden zu gewinnen, welche vorher den Onlinehandel noch nicht ausprobiert hatten.

Ist die Zalando-Aktie jetzt ein Kauf?

Grundsätzlich erachte ich es als nicht sinnvoll, Zalando mit dem KGV zu bewerten. Der Konzern investiert einen großen Teil seiner theoretischen Gewinne direkt wieder in weiteres Wachstum. Dadurch verliert das KGV bei Zalando meiner Meinung nach seine Aussagekraft. Ich halte die Zalando-Strategie aber durchaus für sehr sinnvoll. Immerhin hat diese Strategie Amazon zum größten Onlinehändler der Welt gemacht. Auch Zalando kann sehr gute Wachstumsraten vorweisen. So ist der Umsatz beispielsweise in den letzten beiden Jahren jeweils um über 20 % gewachsen und auch für 2020 erwartet Zalando eine Umsatzsteigerung im Bereich von 15 bis 20 %.

Selbst wenn die aktuelle Corona-Krise zu einem leichten Rückgang des Wachstums bei Zalando führt, denke ich trotzdem, dass der deutsche Modehändler auch in den kommenden Jahren weiterhin dynamisch wachsen kann. Nun bekommt man die Zalando-Aktie aktuell rund 25 % günstiger (Stand: 25.03.2020) als noch vor wenigen Wochen. Daher denke ich schon, dass für langfristige Investoren jetzt ein guter Zeitpunkt sein könnte, bei Zalando einzusteigen.

Ich persönlich favorisiere jedoch die Aktie von Amazon. Beide Unternehmen operieren im selben Bereich, Amazon ist jedoch deutlich größer und aufgrund der Produktvielfalt deutlich diversifizierter in sich selbst. Hinzu kommt, dass Amazon auch noch den hochinteressanten Cloud-Bereich bietet. Aus diesen Gründen erachte persönlich ich die Amazon-Aktie als die bessere Wahl für langfristige Investoren.

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Robin Gey besitzt Aktien von Amazon. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Amazon und Zalando.

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