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SMA Solar und SLM Solutions: Bereit für den Mega-Turnaround?

Foto: Getty Images

Unzählige Aktien wurden brutal abverkauft in den letzten Wochen. Dazu gehören auch die früheren Börsenlieblinge SMA Solar (WKN: A0DJ6J) und SLM Solutions (WKN: A11133). Für Solarwechselrichter und 3D-Drucker gibt es offenbar keine Liebe mehr. Aber werden die beiden zu Recht vernachlässigt oder lockt hier eine besonders lukrative Einstiegschance?

Andere Branche, ähnliche Ausgangslage

Normalerweise bin ich kreativ, wenn es darum geht, Parallelen von zwei Unternehmen herauszuarbeiten. Aber Wechselrichter und Additive Fertigung haben nun wirklich nicht viel miteinander zu tun. Am auffälligsten ist noch der ähnliche Firmenname.

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Daneben zeigt auch die Kursentwicklung der zugehörigen Aktien seit etwa Mai 2018 die gleiche Tendenz. SMA Solar hat sich seither etwa gedrittelt und SLM Solutions sogar gesechstelt. 2019 hatten beide scheinbar zum Turnaround angesetzt, aber der Schein trog.

SMA mit einem Umsatz von rund 1 Mrd. Euro und einer Marktkapitalisierung von 780 Mio. Euro (23.03.2020) gilt weiterhin als ein Markt- und Technologieführer. SLM ist nur gut ein Achtel davon wert und schreibt schwankende Umsätze im Bereich von weit unter 100 Mio. Euro. Zwar ist es in seiner engen Nische des selektiven Laserschmelzens wahrscheinlich noch immer die Nummer eins, aber im weiteren Segment des Metall-3D-Drucks gibt es eine Reihe von deutlich größeren Spielern.

Ob die Wettbewerbsposition von SLM deshalb stärker bedroht ist? Auch SMA sieht sich schließlich heftigen Angriffen aus allen Richtungen ausgesetzt. Auf alle Fälle ist es ein Aspekt, den wir bei unserer Bewertung berücksichtigen müssen.

Noch vor Kurzem herrschte Optimismus

Genauso wichtig, wie sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten, ist die Entwicklung des Absatzmarkts. Zuletzt meldete SLM einen um 21 % auf 67,7 Mio. Euro gesteigerten Auftragsbestand. Der seit Mai 2019 amtierende Chef Meddah Hadjar zeigte sich noch im Januar sehr zuversichtlich, dass sein Unternehmen auf dem richtigen Weg sei, SLM als ein führendes Unternehmen im Markt zu positionieren.

SMA berichtete im Februar von einem um 34 % gesteigerten Absatz und Marktanteilsgewinnen. Vorstandssprecher Jürgen Reinert sprach von einem „erfolgreich eingeschlagenen Weg“ und gab sich überzeugt, dass 2020 noch besser wird. Weiteres Wachstum soll über die noch relativ jungen Geschäftsbereiche rund um digitales Energiemanagement und Stromspeicher generiert werden.

Das war jeweils vor COVID-19.

Was das Coronavirus mit SLM und SMA macht

Die große Frage ist nun, welche Auswirkungen die aktuelle Situation auf diese beiden Spezialisten hat.

SMA
Bei den Solarwechselrichtern ist das Bild recht unübersichtlich. Wegen Problemen in der Lieferkette liegen viele Projekte brach und der regulatorische Rahmen in Deutschland ist auch nicht gerade förderlich. Verbände und Umweltpolitiker schlagen Alarm, dass die Ausbauziele verfehlt werden, wenn die Bedingungen nicht kurzfristig angepasst werden.

Für SMA sprechen aber zwei Dinge: Erstens suchen institutionelle Anleger angesichts des Börsencrashs nun vermehrt Sicherheit über die Investition in Erneuerbare Energien. Die Düsseldorfer Investmentfirma Aream erklärt den Trend damit, dass Wind- und Solarfarmen zuverlässiger als alternative Anlagen kontinuierliche Erträge abliefern. Zweitens fließt ab sofort als Teil der umfassenden Konjunkturprogramme Geld zur Finanzierung von Solarprojekten.

Auch international dürften erhöhte Investitionen in Erneuerbare Energien als ein günstiger Weg erkannt werden, zum Erhalt von Arbeitsplätzen beizutragen und gleichzeitig bei der Energiewende schneller voranzukommen. Sobald die Lieferketten wieder einigermaßen reibungslos funktionieren und die regulatorischen Hindernisse aus dem Weg geräumt sind, sollte auch das Geschäft mit Solarwechselrichtern wieder aufblühen.

Als eines der innovativsten Unternehmen der Branche sollte SMA in der Lage sein, diese Welle zu reiten.

SLM
Auch beim 3D-Druck sind entgegengesetzte Effekte zu beobachten. Aktuell steht vor allem die Schwäche der Absatzmärkte im Vordergrund. Der Flugverkehr ist eingeschränkt und die Fahrzeugbranche kann wochenlang nicht produzieren. Das ist schlecht. Auf der anderen Seite hört man nun zunehmend von Erfolgsmeldungen aus der Branche. In Zeiten von gekappten Lieferketten sind die flexiblen lokalen Fertigungskapazitäten der 3D-Drucker ein Segen.

Es ist meine Überzeugung, dass sich daraus nachhaltig positive Effekte für die gesamte Branche ergeben. Konzerne werden aufrüsten und mittelständische Unternehmen wichtige Teile zunehmend bei 3D-Druck-Dienstleistern ordern. Die Kostendifferenz zwischen einem aus China gelieferten konventionellen Teil und einem lokal gefertigten Pendant aus dem 3D-Drucker wird von Jahr zu Jahr geringer. Der routinemäßige industrielle Einsatz rückt immer näher.

Warum ich aktuell eher SMA kaufen würde

SLM wäre eine heiße Turnaround-Wette. Nachdem sich der Kurs dezimiert hat und am Horizont möglicherweise der rettende dynamische Nachfrageschub lockt, sind im besten Fall gigantische Renditen erzielbar. Aber das bilanzschwache Unternehmen steht unter Druck und die aktuelle Marktschwäche könnte erneut einschneidende Kapitalmaßnahmen erforderlich machen. Auch die zunehmende Rivalität etwa durch DMG MORI (WKN: 587800) kommt zur Unzeit.

SMA sehe ich insgesamt in einer stärkeren Position. Das Eigenkapital und die Nettoliquidität in Höhe von 411 Mio. bzw. 259 Mio. Euro flößen Vertrauen ein, dass SMA komfortabel bis zur erwartbaren Marktbelebung ohne größeren Schaden durchhalten kann. Mit dem stabilen Servicegeschäft und den zunehmenden Erträgen aus digitalen Geschäftsmodellen macht sich das Unternehmen zunehmend unabhängiger vom margenschwachen reinen Produktgeschäft.

Die Aktie ist bei 20 bis 25 Euro bereits jetzt interessant. Bei SLM Solutions würde ich hingegen lieber noch einige Quartale abwarten oder zuvor auf stärker aufgestellte Mitbewerber setzen.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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