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Royal Dutch Shell: Spekulative Dividendenfalle oder Chance des Jahrzehnts?

Foto: Getty Images.

An der Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) scheiden sich in diesen Tagen die Geister. Einerseits haben sinkende Ölpreise und das Coronavirus hier zu stetig sinkenden Aktienkursen geführt. Auf dem aktuellen Kursniveau von 11,33 Euro je B-Aktie (20.03.2020, maßgeblich für alle Kurse) sind die Bestmarken weit entfernt. Kaum zu glauben, dass sich das Kursniveau innerhalb des letzten Jahres rund um die 30-Euro-Marke abgespielt hat.

Andererseits hat dieser gewaltige Abverkauf jedoch auch zu einer großartigen Chance geführt. Gemessen an den vierteljährlichen Dividenden in Höhe von 0,47 US-Dollar käme die B-Aktie auf eine Dividendenrendite von über 14 %. Ein Dilemma, das viele Investoren jetzt wohl bemerkt haben.

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Aber was ist die Aktie von Royal Dutch Shell auf dem derzeitigen Niveau? Eine spekulative Dividendenfalle oder eine günstige Chance, womöglich gar die Chance dieses Jahrzehnts? Eine Frage, der wir im Folgenden einmal auf den Grund gehen wollen.

Chance, weil …

Ein erster Blickwinkel, den viele Investoren wohl in diesen Tagen einnehmen, ist der der Chance. Die seit vielen Jahren ungekürzte Dividende wird hier wohl Begehrlichkeiten wecken, die nicht zu leugnen sind. Zudem hat der britisch-niederländische Konzern bereits zwischen den Jahren 2014 und 2016 bewiesen, dass auch mal Hänger im operativen Verlauf verkraftet werden können.

Die OPEC-Probleme können wir kurz- bis mittelfristig wohl ausblenden, zumal das aktuelle Management wohl nicht dasjenige sein möchte, das diese Historie beendet hat. Viel spricht hier für eine Aufrechterhaltung der Konstanz. Zumal die Dividendenzahlungen durch Aktienrückkäufe inzwischen ca. 500 Mio. US-Dollar preiswerter geworden sind. Das könnte ebenfalls helfen, die Ausschüttungen konstant zu halten.

Der Zwist in der OPEC wird wohl nicht ewig andauern. Das Coronavirus wird für konjunkturelle Dämpfer sorgen und insbesondere die fragile russische Wirtschaft könnte ein gigantischer Leidtragender sein. Aber auch die US-amerikanische Schieferölindustrie hat jetzt bereits zu kämpfen. Das könnte sogar zu einem unerwarteten Einlenken von US-Präsident Trump führen, der für gewöhnlich zu wenigen Kompromissen bereit ist. Mal sehen, was hier noch folgt.

Günstig ist die Aktie allemal, worauf auch die Dividendenrendite hinweist. Auf Basis eines 2019er-Gewinns je Aktie in Höhe von 1,89 US-Dollar werden die Anteilsscheine außerdem mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von nicht einmal 7 bewertet. Zumindest vergangene Werte lassen hier auf ein preiswertes Bewertungsmaß schließen. Und, hey, selbst wenn Royal Dutch Shell die Dividende halbieren würde, blieben hier noch immer 7 % Dividendenrendite. Für alle, die sich heute schon mit schlimmeren Szenarien auseinandersetzen.

Dividendenfalle, weil …

Apropos schlimmere Szenarien: Grundsätzlich sollten Investoren bedenken, dass sich Investoren von der operativen Stärke der Vergangenheit jetzt wenig kaufen können. Die Gewinne der Vergangenheit sind passé und ein Ölpreisniveau von unter 30 US-Dollar je Barrel Brent wird eher für Verluste sorgen. Das hingegen schürt eben die besagten Zweifel an der Nachhaltigkeit der Dividenden.

Die Verhandlungen zwischen der OPEC und Russland sind außerdem verzwickt. Es besteht zwar noch die Bereitschaft, weiter zu reden. Und auch die möglichen Pleiten der US-Schieferölproduzenten schaffen ein neues Szenario. Sollten Saudi-Arabien und Russland jedoch beschließen, den Markt eine natürliche Bereinigung vornehmen zu lassen, so kann das für Royal Dutch Shell zu einem Problem werden. Unter diesen Prämissen und auf Basis eines jahrelang andauernden Ölpreiskonflikts wird die Dividende garantiert nicht nachhaltig bleiben.

Nicht umsonst ist die Dividende hier so massiv eingebrochen und auch mögliche Maßnahmen mit Öltankern zwecks Lagerung durch Royal Dutch Shell offenbaren ein Maß der Verzweiflung. Keine Frage: Die Aktie ist gegenwärtig im Krisenmodus. Operativ. Und börsentechnisch.

Die Aktie ist vor allem eines …

Royal Dutch Shell offenbart in diesen Tagen ein großes Defizit: Der britisch-niederländische Öl- und Erdgaskonzern ist nämlich vor allem fremdbestimmt. Ölpreise, OPEC, Gaspreise, Russland, die USA und weitere Akteure prägen hier das Marktgeschehen. Selbst die starke Wettbewerbsposition von Shell kann hieran wenig ändern. Das ist womöglich das größte Risiko, das Investoren jetzt kennen sollten.

Für all diejenigen, die überzeugt sind, dass es im Ölmarkt jetzt nur Verlierer gibt und der eine oder andere frühzeitig klein beigibt, kann die Dividendenperle Royal Dutch Shell eine Chance sein. Wer sich jedoch nicht auf dieses muntere, unvorhersehbare und wenig rationale Spiel unterschiedlicher Akteure einlassen will, für den könnte die Aktie zu heiß sein.

Das Management wird jedenfalls sein Möglichstes tun, um die Dividende über die kommenden Quartale zu retten und konstant zu halten. Ob das reicht und die Zeit bis zu einer Einigung der OPEC+ (oder eines anderen Deals) ausreichen wird, ist eine andere Frage. Jedoch eine essentielle, bei der man versuchen sollte, bei dieser fremdbestimmten Aktie die Marktlage zu erfassen.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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