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2 deutsche Aktien, die nach dem Corona-Crash wieder durchstarten könnten

Foto: Getty Images

Die abgelaufene Börsenwoche hatte es wieder einmal in sich. Getrieben von globalen Rezessionsängsten durch den Corona-Crash und den Konflikt zwischen Russland und Saudi-Arabien schwankten sämtliche wichtigen Leitindizes volatil auf und ab. Kurssprünge von mehreren Tausend Punkten waren zum Beispiel im wichtigsten amerikanischen Aktienindex Dow Jones keine Seltenheit. Doch in den letzten Tagen zeigte sich bereits, dass der Ausverkauf ein baldiges Ende finden könnte, denn die Geschwindigkeit der Kursverluste nahm ab und die Finanzmärkte könnten bereits bald damit beginnen, die Zeit nach dem Coronavirus einzupreisen.

Daher sollten Anleger die Werte auf ihrer Watchlist genau unter die Lupe nehmen. Denn meiner Meinung nach gibt es eine Vielzahl von Aktien, auf die die Auswirkungen der Coronakrise begrenzt sein dürften und die in der allgemeinen Panik massiv abverkauft wurden. Daher stelle ich euch heute zwei deutsche Aktien vor, die nach dem Crash locker das Potenzial für eine Kursverdoppelung haben könnten: Cyan (WKN: A2E4SV) und Wirecard (WKN: 747206).

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Cyan

Vielen Anlegern ist Cyan spätestens seit der Bekanntmachung einer Kooperation mit Wirecard ein Begriff. Das Unternehmen ist ein Anbieter von IT-Sicherheitslösungen und sorgt unter anderem für digitale Sicherheitskonzepte auf Smartphones für die Telekommunikations-, Finanz- und Versicherungsbranche.

Da bereits eine Vielzahl von Endverbrauchern Bank- und Versicherungsgeschäfte online über ihr Smartphone abwickeln, wird auch die Bereitstellung von Sicherheitslösungen in Zukunft immer wichtiger werden. Doch auch klassische Telekommunikationsunternehmen wie Orange haben ein Interesse daran, ihren Kunden digitale Sicherheitslösungen anzubieten. Ersichtlich ist dies durch eine geschlossene Kooperationsvereinbarung mit Cyan im vergangenen Jahr. Dadurch kommt es in den nächsten Monaten zu einem Roll-out von Cyans Sicherheitslösungen in bis zu 28 Ländern mit einem Potenzial von bis zu 260 Mio. Kunden.

Zudem geht auch das Management von Cyan von deutlich steigenden Kursen aus, denn im Dezember 2019 gab es mehrere Insiderkäufe in Höhe von 188.000 Euro. Ein beachtlicher Wert, wenn man die Marktkapitalisierung von Cyan in Betracht zieht.

Meiner Meinung nach sind Kooperationen wie diese derzeit nicht im Kurs reflektiert, wonach ich davon ausgehe, dass Cyan beim Abklingen der Coronakrise überproportional zulegen könnte. Der erwartete Gewinn pro Aktie beträgt für das laufende Geschäftsjahr 1,15 Euro, sodass sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von knapp 10 ergibt. Für ein Unternehmen, das in einem Wachstumsmarkt tätig ist, ergibt sich somit eine spannende Einstiegsgelegenheit.

Wirecard

Der innovative Zahlungsdienstleister aus Aschheim bei München beschäftigt seit mehr als einem Jahr eine Vielzahl von Anlegern. Nun konnte ein erster Teilerfolg im Kampf gegen die Gerüchte der „Financial Times“ verbucht werden. Denn ein Teil der Anschuldigungen wurde offiziell durch die renommierte Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG entkräftet.

Jedoch gab es zu etwaigen Unstimmigkeiten mit dem Kooperationspartner Al Alam Solutions in Dubai noch keinen Freibrief seitens der KPMG. Denn durch das Coronavirus könne die Prüfung nicht im veranschlagten Zeitraum erledigt werden. Meiner Meinung nach ist das ein nachvollziehbarer Grund, weshalb es zu einer Verzögerung des Berichts kommt. Des Weiteren ist es ein Indiz dafür, dass Wirecard eine hieb- und stichfeste Beweisführung einem schnellen Bericht vorzieht. Eine gute Entscheidung, wie ich finde.

Auch das operative Geschäft von Wirecard scheint durch die Auswirkungen der Coronakrise vergleichsweise unbeeinträchtigt zu sein. Denn die Prognose wurde abermals bestätigt, wonach das Management derzeit davon ausgeht, dass die ohnehin ambitionierten Ziele für 2020 erreicht werden können. Sollte dies tatsächlich der Fall sein, sollte es meiner Meinung nach nicht mehr lange dauern, bis der Aktienkurs der operativen Entwicklung folgen wird.

Entscheidend ist in diesem Fall vor allem die Glaubwürdigkeit des Managements, die durch Umsatz- und Gewinnprognosen der Vergangenheit überprüft werden kann. So wurden sämtliche Ziele und Prognosen in der Vergangenheit eingehalten oder sogar übererfüllt, wonach ich das Management als seriös einstufe.

Zudem gibt es aus meiner Sicht keinen Grund, weshalb das Team rund um Wirecards Vorstandsvorsitzenden Markus Braun die eigene Seriosität aufs Spiel setzten sollte, denn bereits in den Zahlen zum ersten Quartal 2020 wird erkenntlich sein, ob das Management recht behält. Sollte es daher nur den geringsten Zweifel an der Umsatz- und Gewinnprognose geben, würde man Bestätigungen ebendieser tunlichst vermeiden.

Ausblick

Leider steht es derzeit noch in den Sternen, ob die bisherigen Tiefs der wichtigsten Leitindizes der USA und Deutschlands auch in den nächsten Wochen Bestand haben werden. Es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass Unternehmen mit einem digitalen Geschäftsmodell in der Coronakrise deutlich besser abschneiden dürften als beispielsweise anlagenintensive Produktionsunternehmen wie Volkswagen oder Airbus.

Das trifft vor allem auf Wirecard und Cyan zu. Denn ungeachtet der Ausfälle in der Tourismusindustrie steigen digitale Zahlungen derzeit überproportional an, sodass Wirecard langfristig sogar durch die Coronakrise profitieren könnte.

Ähnliches gilt für die Wertpapiere von Cyan, denn in den letzten Wochen und Monaten stiegen Cyberattacken auf Privatpersonen und Unternehmen massiv an. Zudem sollte klar sein, dass es sich bei Cybersecurity um eine Branche handelt, die durch kurzfristige Auswirkungen durch ein Virus nicht an Attraktivität und Zukunftspotenzial verlieren wird.

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Michael besitzt Aktien von Cyan und Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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