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Alphabet oder Amazon: Welche Tech-Aktie ist im Corona-Crash die bessere Wahl?

Es sind schwierige Zeiten für Anleger, und angesichts der starken Schwankungen und der heftigen Kursverluste ist es rein emotional gesehen verständlich, wenn Investoren jetzt das Handtuch werfen und nichts mehr von der Börse wissen wollen.

In den letzten Jahrzehnten waren genau solche Phasen jedoch immer die Einstiegsgelegenheiten, auf die genau diese Anleger später zurückblicken und sich ärgern, weil sie damals nicht eingestiegen sind. Mit anderen Worten: Jetzt ist nicht die Zeit, zu verkaufen. Jetzt ist die Zeit, zu kaufen! Auch wenn sich das merkwürdig und viel zu riskant anfühlt.

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Auch die zwei großen Tech-Aktien Alphabet (WKN: A14Y6F und A14Y6H) und Amazon.com (WKN: 906866) mussten schwere Verluste hinnehmen. Welche der beiden ist nun der bessere Kauf?

Die Chancen und Risiken

Das Coronavirus wird so ziemlich alle Unternehmen kurzfristig und einige sogar langfristig beeinflussen. Wie sieht das bei Alphabet und Amazon aus?

Alphabet verdient sein Geld hauptsächlich mit Onlinewerbung. Hinzu kommen weitere internetbasierte Umsatzquellen wie Käufe im Google Play Store, bei YouTube Premium oder Umsätze im Cloudgeschäft. Google ist ein lupenreines Software-Business, ist also nicht von unterbrochenen Lieferketten betroffen. Wenn alle Stricke reißen, verfügt der Konzern immer noch über 120 Milliarden Dollar Cash-Reserven.

Zudem sollten Mitarbeiter ihre Tätigkeiten problemlos auch im Homeoffice erledigen können, eine Zwangsschließung des Googleplex wäre daher nur halb so wild. Ein kurzfristiges Risiko könnte sein, dass Unternehmen aufgrund der Unsicherheit ihre Werbebudgets zurückfahren. Langfristig jedoch sollte Alphabets Geschäftsmodell kaum bis gar nicht unter der Pandemie leiden.

Amazon profitiert von der aktuellen Situation in Form von zusätzlichen Bestellungen. Das Unternehmen möchte nun Lieferungen besonders beliebter Artikel priorisieren und stellt 100.000 neue Mitarbeiter ein. Dennoch ist mit vorübergehenden Problemen zu rechnen: Produkte wie Toilettenpapier und Desinfektionsmittel sind teilweise nicht mehr verfügbar – die Kaufpanik macht also auch vor dem Onlinehandel keinen Halt. Ein weiteres Risiko liegt in möglichen Werksschließungen: Lagerarbeiter im „Homeoffice“ sind nicht unbedingt hilfreich.

Langfristig jedoch sollte Amazon als großer Profiteur aus der ganzen Situation hervorgehen, da Kunden, die einmal zum Onlineshopping übergegangen sind, dort wahrscheinlich auch bleiben werden. Dieser Effekt lässt sich jedes Jahr im Weihnachtsgeschäft beobachten. Auch das margenstarke Cloud-Business dürfte keinen nachhaltigen Schaden nehmen.

Die Aktienbewertungen

Beide Aktien sind seit ihren kürzlich aufgestellten Hochs deutlich gefallen, wobei Alphabet den härteren Absturz hinnehmen musste: Hier ging es um 28,4 % bergab (Stand aller Kurs- und Bewertungsangaben: 18. März 2020), während Anleger bei Amazon – aus den bereits diskutierten Gründen – optimistischer waren. Die Aktie liegt nur 16,3 % im Minus. Welche aber ist nun der bessere Kauf?

Alphabet kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 754 Milliarden Dollar, was definitiv gewaltig erscheint. Jedoch nehmen auch die Gewinne und Cashflows des Konzerns gigantische Ausmaße an: 34,3 Milliarden Dollar Gewinn machte das Unternehmen letztes Jahr, als freier Cashflow blieben 31 Milliarden Dollar hängen. Die Kapitalrenditen sind stark und für die nächsten Jahre wird weiteres Wachstum erwartet, weshalb das für 2020 erwartete Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 20,4 eher günstig erscheint. Dieses ist im Vergleich mit den letzten Jahren überdies auf einem Tiefstand angekommen.

Amazons Börsenwert ist mit aktuell 911 Milliarden Dollar sogar noch höher. Die gegenwärtige Gewinnpower des Konzerns aus Seattle ist lange nicht so stark wie die Alphabets, was sich in Zukunft jedoch ändern dürfte: Das von Analysten erwartete Gewinnwachstum über die nächsten fünf Jahre ist hier mit 30 % fast doppelt so stark wie das des Suchmaschinenkonzerns. Für 2020 kommt Amazon auf Basis der aktuellen Erwartungen auf ein Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 2,73 und ein KGV von 63,7. Das ist in Anbetracht der Wachstumschancen gerechtfertigt, wirklich günstig – auch im historischen Vergleich – ist Amazon damit aber nicht.

Foolishes Fazit

Insgesamt scheint mir Alphabet von beiden die solidere Wahl zu sein. Das Geschäft sollte durch das Coronavirus keinen zusätzlichen Schub bekommen, ist aber auch nicht wirklich gefährdet. Zudem besitzt das Unternehmen die solidere Bilanz und eine insgesamt günstige Bewertung.

Anders bei Amazon: Das Unternehmen könnte kurz- und langfristig von der aktuellen Situation profitieren, allerdings stellen vorübergehende Lagerschließungen und unterbrochene Lieferketten Risiken dar. Das erwartete Gewinnwachstum und die Bewertung sind hier deutlich höher.

Mir persönlich scheint Alphabet die bessere Wahl zu sein – jedoch musst du mit deinen Präferenzen für dich entscheiden, was dir eher ins Depot kommt.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Alphabet (C-Aktien) und Amazon.com. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (C-Aktien) und Amazon.

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