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AT&T vs. T-Mobile – welche ist die bessere Aktie?

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Die Aktien von T Mobile US (WKN: A1T7LU) waren im vergangenen Jahr heiß, stiegen in diesem Zeitraum um etwa 34 % und schlossen am 19. Februar mit einem 52-Wochen-Hoch von 101,35 USD ab. Der Rivale AT&T (WKN: A0HL9Z) ist im vergangenen Jahr um 25 % gestiegen und die Aktien bleiben unter 40 USD. Somit kosten die Aktien von AT&T weniger als die Hälfte von T-Mobile, aber lohnt sich das auch? Als Fool weiß man natürlich, dass man eine Aktie nicht allein nach ihrem Preis beurteilen kann.

Und wenn es um T-Mobile geht, ist die bevorstehende Fusion mit Sprint (WKN: A1W1XE) das wichtigste Thema. Was sind da die Auswirkungen? Schauen wir doch mal nach, um festzustellen, welches Telekom-Unternehmen der bessere Kauf ist.

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Das neue T-Mobile

Betrachten wir zunächst einen Schlüsselfaktor für den jüngsten Anstieg der T-Mobile-Aktie. Das Unternehmen wollte lange Zeit mit Sprint fusionieren und es gab endlich großartige Nachrichten, als ein Bundesrichter kürzlich die Fusion genehmigt hat. Analysten sehen das neue, fusionierte Unternehmen, das den Namen T-Mobile beibehalten soll, positiv, obwohl es da durchaus zwei Perspektiven gibt.

T-Mobile hatte ein starkes viertes Quartal. Das Unternehmen verzeichnete ein Umsatzwachstum von 4 % im Vergleich zum Vorjahr und erzielte 11,9 Milliarden USD gegenüber 11,5 Milliarden USD im Jahr 2018. Dieses Ergebnis bedeutete einen Umsatzrekord für das Unternehmen. Damit nicht genug, der Nettogewinn wuchs im Vergleich zum Vorjahr um beeindruckende 17 %.

Auf der anderen Seite gingen die Einnahmen von Sprint im vierten Quartal zurück, wobei das Unternehmen 8,08 Milliarden USD im Vergleich zu den 8,6 Milliarden USD von 2018 einfuhr, was einem Rückgang von 6 % entspricht. Darüber hinaus hat Sprint im vergangenen Jahr durchweg keinen Gewinn erwirtschaftet und im vierten Quartal sogar einen Nettoverlust von 120 Millionen USD verzeichnet.

Von den Regulierungsbehörden hieß es, dass sowohl wegen der schlechten Finanzen von Sprint als auch der Marktposition von T-Mobile beide Unternehmen als „Außenseiter“ der Branche gelten. Sicherlich hat T-Mobile noch viel Arbeit vor sich, wenn es versucht, Sprint wieder in die Gewinnzone zu bringen, während gleichzeitig die Ausgaben für die Infrastruktur zur Implementierung eines 5G-Netzes getätigt werden. Das Unternehmen sagte, dass „die Kombination zweier unabhängiger Geschäftsbereiche komplex, kostspielig und zeitaufwendig ist und möglicherweise erhebliche Aufmerksamkeit und Ressourcen des Managements auf die Kombination unserer und der Geschäftspraktiken und -abläufe von Sprint bündelt“.

Trotz dieser Herausforderungen ist der Zusammenschluss für T-Mobile wichtig, da es dadurch die Frequenzrechte von Sprint erhält. Durch die Fusion wird das neue T-Mobile zum ersten großen Mobilfunkanbieter, der über Frequenzen in drei kritischen Frequenzbändern verfügt, was zum 5G-Rollout ein Vorteil sein wird.

T-Mobile und Sprint überarbeiteten im Februar ihre Fusionsvereinbarung und sagten, dass die Transaktion bereits am 1. April abgeschlossen werden könne. Das neu entstandene Unternehmen wird auf 126 Millionen Kunden geschätzt und liegt damit hinter den 141 Millionen von AT&T und den 150 Millionen von Verizon. Während andere Details des neuen T-Mobile noch nicht bekannt sind, sagte J. Braxton Carter von T-Mobile, dass er nach der Fusion weitere Margengewinne erwarte. CEO John Legere, der nach dem gescheiterten Versuch von AT&T, das Unternehmen zu kaufen, die Revitalisierung von T-Mobile verantwortete, wird am 1. Mai aus dem Amt scheiden.

Über den Gewinn über die Sprint-Kunden hinaus wird das weitere Wachstum von T-Mobile davon abhängen, dass man den Konkurrenten die Bestandskunden wegnimmt (da der US-Markt in Bezug auf die Zahl der Mobilfunkteilnehmer an einem Sättigungspunkt angelangt ist). Zwischen den bevorstehenden Veränderungen im Management und den Integrationsbemühungen mit Sprint wird T-Mobile Herausforderungen haben, die seine Dynamik fortsetzen werden.

Was ist mit AT&T?

AT&T investiert in ein eigenes 5G-Netz und muss dazu die bereits erheblichen Schulden noch mal erhöhen. Diese Schulden, zusammen mit dem rapiden Rückgang des DIRECTV-Geschäfts, haben den Aktienkurs natürlich belastet. Allerdings hat sich AT&T dazu verpflichtet, bis Ende 2019 das 2,5-Fache der Verschuldung gegenüber dem EBITDA zu erreichen, und hat dieses Ziel auch erreicht.

Damit liegt die Position des Unternehmens deutlich unter dem Faktor 4 bis 5, der oft als hohe Verschuldung angesehen wird. AT&T bezahlte seine Schulden mit einem Teil seines freien Cashflows und verkaufte nicht notwendige Vermögenswerte in Höhe von etwa 18 Milliarden USD. Dieser Schuldenabbau kommt den Aktionären langfristig zugute, indem die Zinszahlungen verringert und die Kreditwürdigkeit von AT&T sowie die allgemeine finanzielle Gesundheit des Unternehmens verbessert werden.

Darüber hinaus erwarb das Unternehmen 2018 Time Warnen, um seinen neuen Streaming-Service HBO Max zu schaffen, der im Mai startet. Dieser Streaming-Anbieter wird Inhalte anbieten, die auf anderen Streaming-Diensten nicht verfügbar sind, einschließlich Watchmen und alte Klassiker wie Friends. Das Unternehmen will seine bestehenden Streaming-Marken in HBO Max integrieren, mit Ausnahme von AT&T TV, das für Live-Fernsehereignisse wie Sport getrennt bleibt. AT&T will HBO Max als Zuckerbrot für Kunden verwenden, die sich für teure Abos entscheiden.

Die Streaming-Strategie ergänzt die Umstellung des Unternehmens auf 5G; schnellere Internetgeschwindigkeiten machen einen Streaming-Dienst natürlich attraktiver. AT&T will bis zum zweiten Quartal 2020 einen landesweiten 5G-Zugang verfügbar machen. Wenn die Verbraucher auf ein 5G-Smartphone umsteigen, werden sie von den Möglichkeiten eines HBO-Max-Abos profitieren. Die Kombination aus dem bestehenden Kundenstamm von AT&T, dem Vertriebsnetz und den Shows von Warner sowie Eigenproduktionen verschafft AT&T einen Vorteil im Streaming-Segment.

Darüber hinaus plant AT&T eine jährliche Gesamtwachstumsrate (CAGR) von 1 bis 2 % bis 2022. Der Umsatz des Unternehmens im vierten Quartal 2019 in Höhe von 46,8 Milliarden USD ist mehr als doppelt so hoch wie der von T-Mobile und Sprint zusammen. Außerdem verzeichnete AT&T einen Rekord-Free-Cashflow von 29 Milliarden USD für das Gesamtjahr. AT&T wird diese Einnahmen auf vorteilhafte Weise für die Investoren einsetzen, beispielsweise im Rahmen eines Aktienrückkaufprogramms.

Das macht AT&T zu einer guten Investition, aber das ist noch nicht alles. Das Unternehmen hat ein Glasfaser-Business mit fast 4 Millionen Abonnenten. Da die Glasfaserindustrie bis 2024 mit einer durchschnittlichen jährlichen Rate von 12,3 % wachsen soll, kann AT&T davon profitieren. (Das Geschäft wuchs im vierten Quartal um 2,7 % gegenüber dem Vorjahr.) Es handelt sich auch um eine dividendenzahlende Aktie, die derzeit eine Rendite von mehr als 5 % liefert. Weder T-Mobile noch Sprint zahlen eine Dividende. AT&T hat seine Dividende seit über 34 Jahren in Folge erhöht, womit die Aktie ein Dividendenaristokrat ist. Das Unternehmen plant, diese Dividende mindestens für die nächsten drei Jahre weiter zu erhöhen und dabei weniger als 50 % seines freien Cashflows auszuschütten.

Meine Entscheidung

Eine Kombination von T-Mobile und Sprint stellt die eine Art von Investitionsmöglichkeit dar. Es ist ein aufregender Neuanfang mit einem Technologievorsprung rund um die Einführung von 5G. Ein neuer CEO inmitten einer großen Fusion bringt jedoch Unsicherheit mit sich, insbesondere da dieses Wachstum darauf beruht, größeren Konkurrenten wie AT&T und Verizon Marktanteile abzunehmen.

AT&T bietet eine andere Art von Investitionsmöglichkeit, nämlich eine langsame und stetige Vorgehensweise, bei der die Anleger eine Dividende erhalten, wenn die Aktie durch den konservativen Plan des Unternehmens allmählich nach oben steigt. AT&T hat gegenüber dem neuen T-Mobile den Vorteil, dass es kein reiner Mobilfunkanbieter ist. Die Sparten, die über den Mobilfunk hinausgehen, machen es zu einem stärker diversifizierten Unternehmen. Bewegungen wie der mögliche Verkauf des kränkelnden DIRECTV-Geschäfts an den Konkurrenten DISH Network würden AT&T weitere Möglichkeiten verschaffen. AT&T ist gut aufgestellt.

Welche Aktie am Ende der bessere Kauf ist, hängt vom individuellen Investitionsstil ab und davon, welche der oben genannten Faktoren für einen am wichtigsten sind. Wachstumsinvestoren dürften die 5G-Strategie des neuen T-Mobile sowie die Konzentration auf die Mobilfunkbranche attraktiver finden, während Dividendenanleger die Dividende von AT&T, den höheren Cashflow sowie ein diversifiziertes Portfolio schätzen. Ich persönlich fühle mich da abgeholt – und stimme für AT&T.

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Robert Izquierdo besitzt Aktien von AT&T. The Motley Fool empfiehlt Aktien von T-Mobile USD und Verizon Communications. Dieser Artikel erschien am 2.3.2020 auf Fool.com und wurde für unsere deutschen Leser übersetzt.

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