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Trotz günstiger KGVs: Diese 3 Risiken könnten den Turnaround für BMW, Daimler und VW verhindern

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So billig waren deutsche Autoaktien schon lange nicht mehr! Infolge der heftigen Verluste vom Montag haben die Aktien von BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und Volkswagen (WKN: 766403) neue Mehrjahrestiefs aufgestellt: Daimler-Aktien etwa schlossen zuletzt im September 2009 auf einem tieferen Niveau.

Das hat auch die Kurs-Gewinn-Verhältnisse (KGVs) in den Keller purzeln lassen: Mit Stand vom Montagabend und auf Basis der für 2020 erwarteten Gewinne liegen die KGVs von BMW, Daimler und VW bei 5,4, 6,2 und 4,5.

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Angesichts dieser außergewöhnlichen Tiefstände sehen die Aktien auf den ersten Blick sehr verlockend aus. Doch Vorsicht! Mittelfristig gibt es drei wichtige Faktoren, die verhindern könnten, dass die drei Autohersteller sich wieder zu alten Höhen aufschwingen.

1. EU-Strafen

Dieses Jahr werden sie langsam eingeführt, ab 2021 gelten sie mit voller Kraft: die neuen CO2-Emissionsgrenzwerte der EU. Werden sie nicht eingehalten, drohen empfindliche Strafen, und genau darauf steuern nahezu alle weltweit bekannten Autohersteller gerade zu. Wie hoch diese Strafen sein werden? Den Analysten von PA Consulting zufolge drohen BMW rund 750 Mio. Euro, Daimler rund 1 Mrd. Euro und Volkswagen sogar satte 4,5 Mrd. Euro Strafe im Jahr 2021!

Es gibt zwei Möglichkeiten, um diesen Strafzahlungen doch noch aus dem Weg zu gehen. Die erste ist, viele kleine und spritsparende Autos zu verkaufen, da diese den Flottengrenzwert senken, und im Gegenzug weniger sprithungrige SUVs abzusetzen. Da man sich damit tendenziell gegen die aktuellen Markttrends stellen würde, helfen nur starke Preisnachlässe bei Kleinwagen und Dieselfahrzeugen und/oder Preiserhöhungen bei SUVs – was natürlich genau wie eine Strafzahlung die Gewinne drückt.

Die zweite Möglichkeit ist der Verkauf von Elektroautos. Doch auch hierfür müssen erst einmal Fertigungslinien hochgezogen und Forschungs- und Entwicklungsgelder investiert werden. Auch das ist nicht günstig – und bringt uns direkt zu Punkt zwei.

2. Die erste Elektrogeneration

Rom wurde nicht an einem Tag erbaut, ein guter Wein muss reifen und für Elektroautos könnte man ein ähnliches Sprichwort kreieren. Nimm Tesla (WKN: A1CX3T): Der Tesla Roadster, der 2008 auf den Markt kam, war allemal ein Achtungserfolg, kann aber natürlich mit den neuesten Tesla-Modellen wie dem Model 3 überhaupt nicht mithalten. Ähnliche Erfahrungen werden auch Daimler und Volkswagen machen müssen. BMW hat mit dem i3 immerhin schon erste wertvolle Erfahrungen gesammelt.

Den Rückstand aufzuholen, wird hohe Investitionen erfordern: Daimler möchte alleine 10 Mrd. Euro in die Fahrzeuge seiner EQ-Plattform investieren. Volkswagen möchte über die nächsten vier Jahre sogar 33 Mrd. Euro für die Elektromobilität in die Hand nehmen. Das belastet die Cashflows, ohne dass große unmittelbare Erfolge wahrscheinlich sind.

3. Ein schrumpfender Gesamtmarkt

Was man in so einer Situation schon gar nicht brauchen kann, ist ein schrumpfender Absatzmarkt – und doch ist das die Realität, mit der sich Autohersteller heute herumschlagen müssen: Analysten von LMC Automotive zufolge schrumpfte der weltweite Fahrzeugabsatz von 94,4 Millionen in 2018 auf nur noch 90,3 Millionen in 2019. Für 2020 erwartet LMC einen weiteren Rückgang unter 90 Millionen, das Coronavirus könnte diese Zahl sogar noch weiter drücken.

Doch es gibt einen Hoffnungsschimmer: 2019 konnten BMW, Daimler und Volkswagen trotz allem Absatzrekorde einfahren und ihren globalen Marktanteil von 16,6 auf 17,5 % ausbauen. Das schafft Hoffnung, dass die deutschen Autokonzerne die Schwächephase ihrer Branche nicht so hart zu spüren bekommen wie andere. Überdies rechnet LMC Automotive ab 2023 wieder mit neuen weltweiten Rekordabsätzen.

Foolishes Fazit

Strafzahlungen, Milliardeninvestitionen mit zunächst (!) eingeschränkten Erfolgsaussichten und ein schrumpfender Zielmarkt: Auch die Absatzrekorde und Milliardengewinne aus dem Jahr 2019 können nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die deutsche Autoindustrie in einer schwierigen Phase befindet.

Trotz der Tiefstände bei den Aktien halte ich derzeit daher keines der drei Papiere für einen klaren Kauf. In etwa ein bis zwei Jahren werden Investoren Klarheit über das tatsächliche Ausmaß der EU-Strafzahlungen und den Erfolg der Elektrifizierungsbemühungen der Autokonzerne haben.

Zumindest bis dorthin werde ich die – meiner Meinung nach gerechtfertigten – niedrigen KGVs ignorieren und an der Seitenlinie verharren.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und empfiehlt BMW.

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