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3 Rohstoffe, um vom sich anders als erwartet ändernden Klima zu profitieren

Foto: Getty Images

Mit diesem Artikel werde ich mir wahrscheinlich mehr Feinde als Freunde machen. Und eigentlich hatte ich mir vorgenommen, mich nicht mehr mit dem Thema Klimawandel zu beschäftigen, da die Diskussionen praktisch immer emotional und damit wenig hilfreich werden.

Ich mache dennoch eine Ausnahme. Denn als Anleger hat man einen Vorteil, wenn man vom Konsens abweicht und gleichzeitig gute Chancen hat, am Ende recht zu haben. Wobei „gut“ hier relativ ist. Selbst eine Chance von deutlich unter 50 % reicht oft aus, um ein großartiges Chancen-Risiko-Verhältnis zu erhalten. Denn der Gewinn für den Fall, dass man recht hat, ist oft sehr viel größer als der Verlust, wenn man falsch liegt.

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In jedem Fall werden Anhänger der „Fridays for Future“-Bewegung keinen großen Gefallen an diesem Artikel haben. Denn mit dieser Einschätzung weiche ich vom vermeintlichen Konsens der Wissenschaftler in Sachen Klimawandel deutlich ab. Das Gute dabei: Wir müssen nicht zwölf Jahre auf das Ergebnis warten. Wir werden in drei Jahren wissen, ob ich richtig oder falsch liege.

Die Meinung eines Mannes mit den richtigen Anreizen

Eine der größeren Kontroversen beim Thema Klimawandel betrifft den Einfluss des Sonnenzyklus auf das Klima.

Anhänger der Theorie des in erster Linie menschengemachten Klimawandels berufen sich auf Daten, die belegen, dass der Einfluss der Sonne auf das Klima geringer ist als der Einfluss der CO2-Konzentration in der Atmosphäre. Anhänger der Gegenseite berufen sich auf Daten, die das Gegenteil belegen.

Beides gleichzeitig geht nicht. Und ich gebe zu, dass ich noch nicht die tausende von Stunden aufgebracht habe, die man wahrscheinlich braucht, um alle Argumente und Daten selbst nachzuvollziehen. Stattdessen greife ich auf die Recherchen von Shawn Hackett zurück, der das offensichtlich getan hat.

Hackett verdient sein täglich Brot damit, die Preisentwicklung von landwirtschaftlichen Gütern zu prognostizieren. Und weil das Wetter und dessen Veränderung einen sehr hohen Einfluss auf diese Preise haben, hat Hackett alle Anreize, den Klimawandel möglichst richtig einzuschätzen. Liegt er mit seiner Einschätzung mehr daneben als richtig, laufen ihm die Kunden (Bauern, Erzeuger und Investoren) weg.

Hier ist die Meinung von Hackett, die auf allen zugänglichen Daten beruht, die er in die Hände bekommt: Wir befinden uns am Anfang eines 40 jährigen Zyklus von abnehmenden Ozeantemperaturen gepaart mit dem Anfang des Minimums eines 1000-jährigen Sonnenzyklus. Unter anderem die Überlagerung dieser beiden Zyklen werden mit dem in den Jahren 2021 und 2022 erwarteten Wetterphänomen La Niña einen Schock auslösen. La Niña bringt ein trockenes Wetter mit sich im Gegensatz zum nassen El Niño – und damit nicht nur einen sehr heißen Sommer, sondern auch einen sehr kalten Winter. Der Sonnenzyklus wird laut Hackett die Auswirkungen von La Niña in den kommenden Jahren verstärken. Im Jahr 2020 befinden wir uns laut Hackett in der Übergangsphase von El Niño zu La Niña.

Er geht so weit zu sagen, dass:

„Aus meiner Sicht wird der endlose Winter von La Niña, der auf Basis unserer Arbeit 2021/2022 kommen wird, jede Diskussion um einen bedeutsamen Einfluss des Menschen auf das Klima beenden.“

Nun weiß ich wie gesagt nicht, ob Hackett recht hat. Aber wenn man eines nicht unterschätzen sollte, dann sind es die richtigen Anreize. Oder wie Warren Buffetts Geschäftspartner Charlie Munger einmal gesagt hat:

„Ich glaube, dass ich mein ganzes Leben lang zu den besten 5 % meiner Alterskohorte gehörte, wenn es um das Verständnis der Macht von Anreizen ging, und ich habe sie mein ganzes Leben lang unterschätzt. Und es vergeht nie ein Jahr, in dem ich keine Überraschung erlebe, die meine Grenze ein wenig weiter nach oben verschiebt.“

Die Sicht eines Anlegers

Aus Sicht eines Anlegers würde ich die Meinung von Hackett nicht einfach so abtun. Ich würde ihm daher eine gute Chance einräumen, dass er recht behält. Was wären die Konsequenzen? Hackett diskutiert drei bis vier für Anleger relevante „Favoriten“:

  • Kaffee. Kaffee sei sehr empfindlich gegenüber Frost. Den gab es in Brasilien, wo weltweit mit Abstand am meisten Kaffee produziert wird, seit 1994 nicht. Und das könnte sich ändern – mit entsprechend extremen Auswirkungen auf die Ernteerträge.

  • Winterweizen. Ein wie von Hackett erwarteter längerer und kälterer Winter hätte „katastrophale“ Auswirkungen auf die Ernte von Winterweizen.

  • Erdgas. Im Moment verdient der Energiesektor wenig Geld, wenn überhaupt. Dafür sind die Energiepreise zu gering. Das könnte sich bei längeren und sehr kalten Wintern ändern, denn in kalten Zeiten steige die Nachfrage nach Erdgas.

Als Anleger könnte man direkt auf steigende Preise dieser drei Rohstoffe setzen, um unmittelbar davon zu profitieren, sollte die Prognose von Hackett eintreten.

Ich selbst bin nicht der Typ dafür, da ich nicht nur für den reinen Gewinn investiere, sondern dies bevorzugt mit qualitativ hochwertigen Unternehmen erreichen möchte, die meiner Meinung nach eine bessere Zukunft für die Welt und uns Menschen bringen können.

Aber selbst für einen unternehmensorientierten Anleger macht es Sinn, sich Gedanken um solche möglichen Entwicklungen zu machen. Denn einzelne Unternehmen werden von diesen Trends natürlich ebenfalls beeinflusst, positiv oder negativ.

Zum Beispiel würden offensichtlich Erdgasproduzenten von dieser Entwicklung profitieren. Wer darunter leiden könnte, wären zum Beispiel Kaffeehäuser wie Starbucks oder Unternehmen wie die Schnellrestaurantkette Dunkin’ Donuts, wenn diese die möglicherweise stark steigenden Preise für Kaffee und Weizen nicht an ihre Kunden weitergeben können.

Die Chancen dürften die Risiken überwiegen

Nicht nur der vermeintliche „Konsens“ beim Thema Klimawandel spielt einem Anleger hier in die Karten. Hinzu kommt, dass wir im Verhältnis zu Vermögenswerten wie Aktien, Anleihen oder Immobilien aktuell extrem günstige Lebensmittelpreise haben. Das letzte Mal, dass wir so geringe Lebensmittelpreise gesehen haben, war laut Hackett im Jahr 1929.

Im Moment scheint praktisch keiner auf eine solche Entwicklung zu wetten. Das führt noch nicht dazu, dass die Wette aufgehen würde. Vielleicht stehen die Chancen dafür sogar unter 50 %. Aufgrund dieser Konstellation dürften die Gewinne jedoch deutlich höher liegen als die möglichen Verluste, wenn man falsch liegt.

Ich persönlich liebe genau solche Investitionsgelegenheiten. Man muss sich nur darauf einstellen, dass diese besonders wehtun können. Denn es ist nicht leicht, entgegen der Masse zu handeln. Und man liegt oft eben auch falsch. Aber dafür kann es sich überdurchschnittlich lohnen, wenn man alle Faktoren gegeneinander abwägt.


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Offenlegung: Bernd besitzt Aktien von Starbucks. The Motley Fool empfiehlt und besitzt Aktien von Starbucks. The Motley Fool empfiehlt die Dunkin Brands Group.

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