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Aufgepasst, Royal Dutch Shell! Droht jetzt der Ölpreiskollaps auf unter 20 US-Dollar je Barrel?!

Foto: Getty Images

Die Aktie von Royal Dutch Shell (WKN: A0ER6S) erlebt in diesen Tagen eine rabenschwarze Zeit. Alleine innerhalb der letzten ca. vier Wochen ging es mit den Aktien des britisch-niederländischen Öl- und Erdgaskonzerns ordentlich bergab. Gegenwärtig finden wir die B-Anteilsscheine bei einem Kursniveau von knapp über 19,00 (06.03.2020, maßgeblich für alle Kurse) wieder, was innerhalb dieses Zeitraums einem Minus von ca. 21 % entspricht.

Ein wesentlicher Schuldiger scheint dabei schnell gefunden: Die nachlassenden Ölpreise. Vor allem gegen Ende der letzten Woche sorgte dabei die Uneinigkeit der OPEC für einen weiteren Preisverfall. Ein Ende dieses Konfliktes und der dadurch resultierenden Schwemme ist wohl nicht absehbar.

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Einige Analysten malen schon ein Horrorszenario von unter 20 US-Dollar je Barrel aus. Aber was ist dran an solchen Prognosen? Eine spannende Frage, die uns im Folgenden etwas näher beschäftigen soll.

Eine Kettenreaktion voraus? Möglich!

Wie aus einem Artikel des „Handelsblatts“ hervorgeht, der die aktuellen Wirrungen und Wendungen sehr treffend zusammenfasst und eine schlüssige Hypothese für die nächste Zukunft darlegt, könnte ein solcher Preisverfall durchaus im Bereich des Möglichen liegen.

Demnach sei durch die OPEC gegenwärtig sämtliche Förderkürzung gekippt worden. Das heißt, auch die bislang 2,1 Mio. Barrel pro Tag, die per Ende Dezember insgesamt aus dem Markt genommen wurden, stehen nun nicht mehr vor einer Verlängerung. Das könnte das derzeitige Überangebot weiter erhöhen.

Saudi Aramco, der saudi-arabische, mehr oder minder noch immer ganzheitlich staatliche Ölkonzern habe schon davon gesprochen, dass man die eigene Produktion entsprechend der aktuellen Sachlage wieder hochfahren werde. Sogar das Erreichen eines bisherigen Rekordhochs von 12 Mio. Barrel pro Tag sei dabei möglich, auch andere OPEC-Staaten, die an der Drosselung bislang beteiligt gewesen sind, könnten nachziehen und wieder ihr volles Förderpotenzial entfalten.

Aber was bezwecken die OPEC-Nationen damit? Eine ebenfalls hervorragende Frage: Demnach sei es jetzt wohl der Plan, dass man Russland durch einen starken Preisdruck an den Verhandlungstisch zurückbringen wolle. Saudi-Arabien brauche zwar einen Ölpreis von ca. 80 US-Dollar je Barrel Brent, um den eigenen Haushalt zu finanzieren. Allerdings ist man bereits ab einem Ölpreis von 10 US-Dollar je Barrel profitabel, was eine hervorragende Verhandlungsposition darstellt, um kurzfristig durch Preisdruck den Markt zu kontrollieren.

Niemand will zwar eigentlich einen solchen Markt. Jedoch könnte die Uneinigkeit der OPEC+ kurzfristig zu einem neuen Kräftemessen im Ölmarkt führen. Mit vielen Verlierern und wenig Gewinnern, wobei zu Ersteren natürlich auch die Ölkonzerne wie eben Royal Dutch Shell zählen.

Viel hätte, wäre, wenn und aber, aber …

Grundsätzlich dürfte ein höheres Angebot weiterhin zu einem starken Preisverfall führen. Dadurch, dass China noch immer seine Nachfrage durch das Coronavirus drosseln muss, herrscht sowieso bereits ein Überangebot. An dieser Situation wird sich wenig ändern, durch das Auslaufen der Förderbeschränkung könnte sich der Preisverfall tatsächlich noch beschleunigen. Ob bis auf 20 US-Dollar je Barrel Brent, bleibt dabei abzuwarten, möglich erscheint derzeit in diesem volatilen und aufgeladenen Markt jedoch vieles.

Nichtsdestoweniger sollten Investoren nicht vergessen, dass es sich dabei noch immer um viel Konjunktiv handelt. Wie gesagt: Viele Förderer haben viel zu verlieren, neben der OPEC ist das auch Russland selbst, das eigentlich auf stabile und hohe Ölpreise angewiesen ist. Die wiederum einen mittelbaren Einfluss auf die Erdgaspreise haben.

Auch wenn ein Szenario mit einem weiteren Preisverfall daher ebenfalls möglich ist, so scheint auch eine Überraschung nicht ausgeschlossen. Gerade durch den hohen Druck durch Saudi-Arabien und das Aufzeigen direkter Konsequenzen könnte die Rationalität möglicherweise überhandnehmen, noch vor nationalen Interessen. Wodurch sich die OPEC+ vielleicht doch noch zu einem schnellen Konsens durchringen kann, der die Märkte besser reguliert.

Hohe Nervosität, volatile Phase

Fest steht jedenfalls: Die Ölmärkte bleiben weiter angespannt und es stehen erneut volatile Zeiten mit einem eigentlich zu hohen Angebot bevor. Die OPEC+ hat ihre Uneinigkeit gezeigt. Das belastet die Märkte noch einmal zusätzlich.

Saudi-Arabien geht dabei nun voll ins Risiko und möchte seinen eigentlichen Weggefährten nun die Konsequenzen des eigenen Handelns aufzeigen. Eine gewagte Taktik, die das Risiko eines Preisverfalls nach sich ziehen kann. Vielleicht jedoch der einzige Weg, um den Mitstreitern die Alternativlosigkeit eines weiteren Eingriffs in den Ölmarkt nahezulegen.

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Vincent besitzt Aktien von Royal Dutch Shell. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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