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Gute Nachrichten für VW: 3 Punkte, in denen GM Volkswagens Elektrostrategie kopiert

Foto: The Motley Fool.

Auf einer Veranstaltung am Mittwoch hat General Motors (WKN: A1C9CM) seine Elektroautostrategie mit Investoren und Medien geteilt. Ein gutes Signal: In dieser wichtigen Phase der Autoindustrie ist es für Anleger sehr wichtig, über die Strategien ihrer Unternehmen Bescheid zu wissen.

In drei entscheidenden Punkten hat sich General Motors entschlossen, dem Ansatz von Volkswagen (WKN: 766403) zu folgen, was die Pläne der Wolfsburger ein Stück weit validiert und VW-CEO Herbert Diess etwas Rückenwind verleihen dürfte. Hier ist alles, was du wissen musst.

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1. Eine reine Elektroplattform

Eine der wichtigsten Enthüllungen des Abends war die eigens entwickelte Elektroautoplattform und das zugehörige Batteriesystem namens Ultium. Dieses soll von allen Konzernmarken, von Chevrolet über Cadillac bis hin zu GMC und Buick, verwendet werden. Das System bietet Platz für Batteriekapazitäten von 50 bis 200 Kilowattstunden. Letzteres ist zwar extrem viel, allerdings gehören auch Trucks zum GM-Portfolio, und sogar der vormals beerdigte Hummer wird ein Elektro-Comeback feiern. Solche großen Fahrzeuge sind natürlich Stromfresser.

Das Besondere an der Plattform ist die hohe Flexibilität: Die flachen Pouch-Zellen, die General Motors verwenden möchte, können je nach Bedarf sowohl vertikal als auch horizontal angeordnet werden, was für unterschiedliche Fahrzeugtypen verschiedene Vorteile bedeutet.

Die Entwicklung eigener Elektroautotechnologien ist auch ein Kernelement der Strategie von Volkswagen: Die Wolfsburger entwickelten den Modularen E-Antriebs-Baukasten, kurz MEB, der 2018 vorgestellt wurde und im elektrischen Golf-Pendant ID.3 erstmals zum Einsatz kommen soll. Andere Hersteller wie BMW (WKN: 519000) setzen dagegen auf flexible Architekturen, die für alle Antriebsformen geeignet sind.

2. Joint Venture zur Zellfertigung

Mittlerweile hat es sich herausgestellt, dass der Flaschenhals bei der E-Auto-Fertigung die Batteriezellen sind: Die großen asiatischen Zulieferer kommen mit all den Bestellungen nicht hinterher, weshalb der Audi e-tron und der Jaguar I-Pace vor Produktionsproblemen stehen. Daher ist es ein weiser Schachzug von GM, das Modell von Tesla (WKN: A1CX3T) und VW zu kopieren und über ein Joint Venture mit einem Batterieproduzenten (in diesem Fall LG Chem) eine eigene Gigafactory zur Batterieproduktion hochzuziehen.

Gemeinsam mit dem frisch gewonnenen Partner will GM die Fertigungskosten für Batteriezellen unter 100 Dollar je Kilowattstunde drücken, was deutlich unter dem derzeitigen Wert von 145 Dollar je Kilowattstunde liegt. Die 100-Dollar-Marke ist entscheidend, da Experten ab diesem Punkt davon ausgehen, dass Elektroautos im Vergleich zu Verbrennern keinen Preisaufschlag mehr haben. Volkswagen hat dieses Limit bei den Batterien für den ID.3 unbestätigten Berichten zufolge bereits unterschritten.

Die Batteriezellfabrik, die gemeinsam mit LG Chem hochgezogen werden soll, wird in der ersten Phase 30 Gigawattstunden an jährlicher Produktionskapazität haben, was bei einer durchschnittlichen Pack-Größe von 60 Kilowattstunden 500.000 Fahrzeugen entspricht.

3. Klarer Fokus, aber mit Fragezeichen

General Motors geht ab sofort mit einer ähnlichen All-in-Strategie an die Elektromobilität heran wie Volkswagen: Kein Wort über Wasserstoff und Hybride, und auch mit Zahlen hat der Konzern nicht gespart: 20 Milliarden will GM bis Ende 2025 in die Hand nehmen, um die elektrische Revolution voranzutreiben. VW geht noch einen Schritt weiter und plant mit 33 Mrd. Euro bis 2024.

Diese Ausgaben sollen dafür sorgen, dass das Unternehmen Mitte des Jahrzehnts auf eine Million verkaufte Elektrofahrzeuge im Jahr kommt. Damit liegt General Motors unter Volkswagens Ziel von 1,5 Millionen.

Bei beiden Unternehmen ist zum aktuellen Zeitpunkt nicht klar, woher die Batterien für die Expansion kommen sollen: GMs geplante Fabrik reicht, wie oben überschlagen, gerade einmal für die Hälfte, VW plant für seine Fabrik in Salzgitter aktuell sogar mit nur 24 Gigawattstunden pro Jahr – 20 % weniger als GMs Ziel. Beide Unternehmen machten überdies bisher keine Angaben zur geplanten Fertigstellung ihrer Produktionslinien.

Foolishes Fazit

GM scheint Volkswagens Pfad zu folgen, Tesla in wichtigen strategischen Punkten zu kopieren, um zum kalifornischen Herausforderer aufzuschließen: Eigene E-Auto-Plattformen und Batteriesysteme und eine eigene Batteriezellenproduktion schaffen Skalenvorteile und sichern die Unabhängigkeit von Zulieferern.

Natürlich sind all diese Investitionen mit großen Risiken verbunden. Ich persönlich bin jedoch überzeugt davon, dass nur die Autohersteller, die jetzt Mut zum Risiko haben, die elektrische Transformation erfolgreich meistern werden. Mit Volkswagen und General Motors haben sich zwei mächtige Konzerne dafür entschieden, dies zu tun.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und empfiehlt BMW.

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