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Ist die Zeit jetzt reif für den nächsten Börsencrash? Eine Analyse der Lage aus 3 Blickwinkeln

Foto: Getty Images

Eine Woche des Schreckens haben wir bereits hinter uns. Letztlich wurden dabei jedoch lediglich die fantastischen Gewinne der vergangenen Quartale teilweise wieder abgegeben. Seither beruhigt sich scheinbar die Lage. Aber ist das nur die Ruhe vor dem Sturm oder bleiben die Börsen attraktiv? Dazu haben sich drei Foolishe Analysten Gedanken gemacht.

Schwimmen auf Zentralbankgeld

Christoph Gössel: Mal ehrlich, wer ist eigentlich nicht der Meinung, dass die Weltwirtschaft mal wieder eine Rezession verkraften könnte? Ich zumindest lese seit Jahren immer wieder davon, dass der längste Aufschwung der Geschichte demnächst sein Ende finden wird.

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Möglich wäre es, dass das Coronavirus dieses Ende nun einleitet. Allerdings weniger durch immense Opferzahlen, sondern vielmehr als Folge der zahlreichen Vorsichtsmaßnahmen, die weltweit ergriffen werden. Besonders China ging zuletzt mit harter Hand vor und verhängte massenhaft Quarantäne, die Wirtschaft kam teilweise völlig zum Erliegen. Das trifft nicht nur chinesische Unternehmen, sondern nahezu jedes Unternehmen weltweit, da viele von chinesischen Lieferanten abhängen. Und ohne Rohstoffe gibt es auch hierzulande keine Produktion.

Wie hoch der Einfluss auf die Wirtschaft sein wird, hängt stark davon ab, wie sich die Pandemie in den nächsten Wochen und Monaten entwickelt. Gehen die Neuinfektionen tatsächlich im Sommer stark zurück, wie von einigen Experten erwartet? Wenn das so kommt, könnten wir in den Sommermonaten starke Nachholeffekte sehen, da aufgeschobene Investitionen nun doch realisiert werden.

Selbst wenn die Rezession eintritt, darf man aus meiner Sicht in der ganzen Rechnung auch die Zentralbanken nicht vergessen: Die US-Notenbank hat mit ihrer aktuellen Leitzinssenkung um ein halbes Prozent ein Statement dafür gesetzt, dass sie bereit ist, hart durchzugreifen. Auch jetzt ist allerdings schon so viel Geld im Markt, dass wohl jeder Rücksetzer gekauft wird, solange nicht das gesamte Finanzsystem auf der Kippe steht. Es gibt in einer Zeit niedriger Zinsen schlichtweg keine attraktiven Alternativen zum Aktienbesitz, weshalb ich es für unwahrscheinlich halte, dass wir in einer Rezession Marktrückgänge um mehr als 20 bis 30 % sehen werden.

Und wenn die Rezession nicht einmal kommt, dann könnte es gut sein, dass der Aktienmarkt das Schlimmste schon hinter sich hat.

Die ersten Dominosteine fallen schon

Ralf Anders: Die Messewirtschaft ist ein großer Faktor für Deutschland und die Schweiz. Dass jetzt viele Großveranstaltungen wie der Genfer Automobilsalon oder die Leipziger Buchmesse abgesagt werden, hat große Auswirkungen auf Veranstalter, die angehängten mittelständischen Standbauer und Dienstleister sowie die regionale Gastwirtschaft. Der Tourismus musste bereits zuvor die Pleite von Thomas Cook verkraften und steht nun vor großen Problemen.

Die lange Jahre boomende Kreuzfahrtindustrie – die, wie wir jetzt wissen, potenziell totbringende Gefängnisse auf den Weltmeeren schippern lässt – dürfte auf Jahre hinaus mit einem Imageproblem zu kämpfen haben. Gleichzeitig ist die gesamte Mittelmeerregion, die sich auch dank der gut gefüllten Strände über die letzten Jahre stabilisieren konnten, nun wieder davon bedroht, in die Krise zu schlittern.

Weitere fallende Dominosteine sehe ich in den chinesischen Regionalbanken, bei denen schon seit längerer Zeit eine kritische Lage diagnostiziert wurde. Hinzu kommt, dass die hohen Schulden und Defizite in den USA in Verbindung mit sinkenden Zinsen ein gefährliches Gemisch bilden.

Die Rahmenbedingungen sind anders als im Frühling 2008, aber die Marktpsychologie erscheint mir vergleichbar. Wir schauen einer Tsunamiwelle aus negativen Nachrichtenströmen entgegen und freuen uns zunächst, dass das Wasser an den Küsten zurückweicht. Vielleicht gelingt es, Dämme zu bauen und so die schlimmsten Auswirkungen zu begrenzen, aber nach meiner Einschätzung sollten Anleger ihr Pulver noch ein paar Monate trocken halten und höchstens bei Sondersituationen zuschlagen.

Zwar sind die Kurse einiger Unternehmen aus langfristiger Sicht bereits jetzt günstig, aber an den Börsen kommt es häufig doch primär auf den aktuellen Jahresausblick an und der verschlechtert sich zunehmend. Foolishe Anleger mit Weitblick sollten sich die Chancen, die sich daraus ergeben, nicht entgehen lassen und geduldig auf einmalige Einstiegsgelegenheiten bei den besten Unternehmen der Welt warten.

Eine Frage der Alternativen?

Vincent Uhr: Es sind messerscharfe Analysen und Meinungen, die meine beiden Vorredner Christoph und Ralf hier vertreten, und mich würde es nicht wundern, wenn die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Dennoch tendiere ich  dazu, mich eher auf die Seite von Christoph zu schlagen: Der Börse droht kein ausgewachsener Crash.

In meinen Augen sind und bleiben Aktien nämlich auch weiterhin alternativlos. Es mag zwar eine ganze Menge an zittrigem Kapital geben, das beispielsweise aus vielen Passivfonds herausgenommen werden kann. Auch so mancher Stock-Picker mag womöglich das Handtuch werfen, wenn die Volatilität einsetzt und noch höher wird. Unterm Strich werden jedoch viele zwangsläufig auf den Aktienmarkt zurückkommen müssen. Eben weil es eigentlich keine ernst zu nehmenden Alternativen gibt, wenn man eine Rendite erhalten möchte.

Gold? Auf dem Rekordhoch. Bitcoin? Stark volatil und deutlich spekulativer, als Aktien es jemals sein könnten. Aktien, beispielsweise der DAX, sind dabei mit einem derzeitigen durchschnittlichen Kurs-Gewinn-Verhältnis von 14,15 sogar eher moderat bewertet.

Die Märkte neigen zwar nicht unbedingt dazu, rational zu agieren, insbesondere nicht, wenn Angst und Panik vermehrt die kurzfristigen Bewegungen dominieren. Im Endeffekt führt jedoch kein Weg an Aktien vorbei, sofern man einen langfristigen und seriösen Vermögensaufbau bestreiten möchte. Das kann durchaus die Kurse stützen. Womöglich haben wir auf lange Sicht bereits das Schlimmste hinter uns.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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