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Wirecard oder PayPal: Welche Aktie war in den letzten 4 Jahren der bessere Kauf?

Foto: PayPal.

Bei Unternehmen aus der Zahlungsindustrie war in letzten Jahren ordentlich was los: Die Digitalisierung und Internationalisierung des Handels ließ die Umsätze und Gewinne von Unternehmen aus dem Sektor ordentlich sprudeln, Börsengänge wie der des niederländischen Unternehmens Adyen (WKN: A2JNF4) wurden zu Erfolgsstorys. Auch in Sachen Übernahmen war einiges los; so wurde zum Beispiel FirstData im letzten Jahr für 22 Mrd. US-Dollar von Fiserv (WKN: 881793) übernommen.

Zwei weitere Aktien, die in den letzten Jahren ordentlich von sich reden machten, waren PayPal (WKN: A14R7U) und Wirecard (WKN: 747206). Dabei hatten PayPal-Aktionäre in den letzten fünf Jahren sicherlich die weniger stressige Zeit, was natürlich an der ganzen Financial Times-Story bei Wirecard liegt. Die ist allerdings nun wirklich schon oft genug erzählt worden, weshalb wir das Thema in diesem Artikel – so gut es geht – beiseite lassen wollen. Nur so viel: Verglichen mit der Achterbahnfahrt bei Wirecard bewegte sich PayPal in den letzten fünf Jahren wie an der Schnur gezogen nach oben.

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Machen wir uns im Folgenden aber mal daran, die Frage im Titel des Artikels zu beantworten und die Entwicklung der beiden Unternehmen zu vergleichen.

Ein knappes Duell

Die PayPal-Aktie schloss am 29. Februar 2016 bei genau 38,14 US-Dollar. Knapp vier Jahre später, am 28. Februar 2020, stand ein Schlusskurs von 107,99 US-Dollar zu Buche. Dividenden hat PayPal in dieser Zeit nicht gezahlt, weshalb wir direkt zur Renditeberechnung kommen können. Diese beläuft sich über die letzten vier Jahre auf beachtliche 183 %, was 29,7 % im Jahr entspricht. Zum Vergleich: Der S&P 500 schaffte es hier auf eine Gesamtrendite von 54 % und eine annualisierte Steigerung von 11,4 %.

Wirecard beendete den Februar 2016 auf einem Kursniveau von 36,56 Euro und ging am Freitag zu 114,95 Euro aus dem Handel. Zusätzlich müssen wir bei den Aschheimern die Dividenden berücksichtigen. „Stolze“ 68 Cent schüttete der Zahlungsdienstleister in den letzten vier Jahren gesammelt aus. (Kein großer Betrag, aber wir wollen die Nachkommastellen ja nicht vernachlässigen.)

Jedenfalls ergibt sich eine Gesamtrendite von 214 % über die letzten vier Jahre, was durchschnittlich 33,2 % im Jahr entspricht. Damit konnte die Wirecard-Aktie die PayPal-Aktie über die letzten vier Jahre leicht schlagen. Den S&P 500 hat die Wirecard-Aktie locker hinter sich gelassen.

Wie haben sich die Unternehmen geschlagen?

Gerade bei Wachstumsunternehmen ist es immer wieder erstaunlich zu sehen, was für große Veränderungen über lange Zeiträume geschehen können. So konnte PayPal seinen Umsatz von 9,2 auf 17,8 Mrd. US-Dollar steigern. Der operative Gewinn legte ähnlich stark von 1,5 auf 2,7 Mrd. US-Dollar zu.

Gleichzeitig entwickelte das Unternehmen sein Geschäftsmodell weiter, zum Beispiel durch die Übernahme von iZettle. Das Unternehmen bietet Hardware und eine Plattform, um mit Smartphones oder Tablets elektronische Zahlungen anzunehmen.

Wirecard kann diese Wachstumsraten sogar noch übertreffen und steigerte den Umsatz von gut 770 Mio. Euro in 2015 auf 2,8 Mrd. Euro in 2019. Das EBITDA (Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) erfuhr mit einem Anstieg von 227 Mio. auf 785 Mio. Euro ein ähnliches Wachstum.

Das Geschäftsmodell Wirecards steht hierbei weiter auf den Grundpfeilern Zahlungsabwicklung, Acquiring, Issuing und Risikomanagement, jedoch haben datengetriebene Zusatzdienste und zuletzt die Privatkunden-App Boon an Bedeutung gewonnen. Ein Geschäftsfeld, auf dem übrigens auch PayPal mit Venmo unterwegs ist.

Foolishes Fazit

Am Ende ist festzuhalten, dass Wirecard als Unternehmen einfach deutlich schneller gewachsen ist. Auch in den nächsten Jahren dürften die Aschheimer schneller wachsen als der Konzern aus Kalifornien, weshalb der stärkere Aktienkursanstieg voll in Ordnung geht.

Am Ende dürfte es – entschuldige bitte – die Financial Times-Affäre gewesen sein, die verhindert hat, dass Wirecard PayPal noch deutlicher schlagen konnte.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von PayPal Holdings.

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