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Superschnäppchen Lufthansa-Aktie: Was jetzt für den Kranich spricht

Quelle: Thomas Brantl

Einen etablierten und profitablen Champion, dessen Aktien dermaßen verprügelt werden, hat man selten gesehen. Aber so ist die Situation bei der Lufthansa (WKN: 823212) im Moment. Der europäische Marktführer ist bei Anlegern in Ungnade gefallen. Dabei erreicht die Bewertung der Dividendenaktie mittlerweile groteske Züge, soweit meine folgenden Überlegungen zutreffend sind.

Lufthansa im Panikmodus

Die Auslöser für den Abverkauf liegen auf der Hand. Erstens sind da die Piloten- und Flugbegleitergewerkschaften, die den Konzern regelmäßig mit Streikdrohungen unter Druck setzen. Zuletzt ist zum Jahreswechsel die Tochter Eurowings zur Zielscheibe geworden und diese Auseinandersetzungen gehen nicht nur in dreistelliger Millionenhöhe ins Geld, sondern kosten auch Reputation.

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Ein zweiter Punkt betrifft die immer härteren Umweltauflagen und den zunehmenden Widerstand aus der Bevölkerung gegen den Flugverkehr. Das zwingt europäische Fluglinien zu erhöhten Investitionen zur Senkung ihres Kerosinverbrauchs. Brauchbare ältere Maschinen müssen vorzeitig abverkauft oder stillgelegt werden. So läuft gerade ein Programm, um die komplette Flotte bis 2027 zu modernisieren. Außerdem wird mit nachhaltigen, aber teuren Biokraftstoffen experimentiert.

Der dritte Punkt ist Tagesgespräch: Mit dem Coronavirus werden Luftfahrt-Hubs zu Seuchenschutzgebieten, viele Flüge fallen aus und Passagiere buchen weniger. Spätestens seit die Krankheit auch in Mitteleuropa vermehrt gemeldet wird, ist folglich mit hohen Einbußen zu rechnen.

So billig ist die Lufthansa-Aktie jetzt

Dass die Aktie unter diesen Umständen keine Rekordstände erreicht, ist verständlich. Aber dass sich der Kurs seit den Hochs von Ende 2017 fast gedrittelt hat, überrascht dann doch. Der stolze Flagcarrier wird aktuell nur noch mit 5,6 Mrd. Euro bewertet (28.02.). Dabei hat der Konzern fast doppelt so viel Substanz in der Bilanz und erwirtschaftet in normalen Jahren rund 2 Mrd. Euro. Dank der Übernahmen der letzten Jahre sollte das Gewinnpotenzial sogar noch gestiegen sein. Mit 145 Millionen Fluggästen wurden für 2019 erneut Rekordzahlen gemeldet.

Drei typische Jahresgewinne übertreffen folglich die aktuelle Bewertung deutlich. Umgerechnet auf das Kurs-Gewinn-Verhältnis ergibt sich ein geradezu grotesk lächerlicher Wert von 2,2 (!) — bezogen auf einen hypothetischen zukünftigen Gewinn von 2,5 Mrd. Euro. Würde dieser komplett ausgeschüttet, dann dürften sich Aktionäre über eine sagenhafte Dividendenrendite von 45 % freuen. Und das muss ja nicht mal das Ende der Fahnenstange sein, wenn die Strategie zur langfristigen Steigerung der Profitabilität einigermaßen aufgeht.

Um dahin zu kommen, muss die Lufthansa aber natürlich erst einmal die aktuelle Krise gut bewältigen und Lösungen für die schwieriger werdenden Rahmenbedingungen finden.

Warum die Lufthansa gestärkt aus dieser Krise hervorgehen wird

Dass die Piloten und Stewardessen in dieser Situation erneut auf die Barrikaden gehen, halte ich für unwahrscheinlich. An dieser Front verbessert sich daher das Risikoprofil. Daneben denke ich, dass die Lufthansa einen guten Teil der Umsatzausfälle durch Kosteneinsparungen abfedern kann. Vor einigen Tagen wurde ein umfassendes Sparpaket verabschiedet, einschließlich unbezahltem Urlaub, Einstellungsstopp und Kürzungen bei Projekten.

Die derzeit rechnerisch 13 stillgelegten Maschinen verursachen zumindest kaum Betriebskosten und können gegebenenfalls einer außerplanmäßigen Wartung unterzogen werden, um die Einbußen weiter zu verringern. Hinzu kommt, dass die Kerosinkosten in diesen Tagen stark sinken, da die weltweite Nachfrage in diesem Jahr gegenüber 2019 voraussichtlich um mehrere Prozent sinken wird. Das sollte die Margen verbessern, zumal die Kranichlinie nun die günstigeren Preise über Finanzinstrumente absichern kann.

Es kommt aber noch ein weiterer Punkt hinzu und der ist vielleicht sogar der wichtigste: Viele kleinere Fluglinien hatten bereits zuvor erhebliche Probleme. In der Branche gab es trotz Luftfahrtboom einige Pleiten über die letzten Jahre. Wenn das Geschäft jetzt erst einmal einbricht, könnte das weiteren unprofitablen Konkurrenten das Genick brechen. Air Italy hat kürzlich aufgegeben, bei Philippine Airlines gibt es eine Entlassungswelle und Norwegian meldet ein dickes Minus.

Gleichzeitig kochen Gerüchte hoch, dass die Lufthansa bei der portugiesischen TAP einsteigen könnte. So, wie es aussieht, wird es in Kürze eine Menge Gelegenheiten zur Marktkonsolidierung geben. Da das Management gerade dabei ist, Bereiche wie Lufthansa Technik und LSG Sky Chefs abzuspalten und zu Geld zu machen, kann es auch aus dem Vollen schöpfen, um diese zu ergreifen.

Der langfristige Ausblick stimmt

Die Lufthansa ist der wohl stärkste Spieler im europäischen Markt und verfolgt eine konsequente Wachstumsstrategie. Ich habe wenig Zweifel daran, dass die gewohnte Profitabilität mittelfristig zurückkommen wird. Die Investitionen in effizientere Maschinen und Prozesse werden sich auszahlen, sobald sich die derzeit angespannte Lage normalisiert. Deshalb gehört diese Champion-Aktie für mich aktuell zu den aussichtsreichsten im DAX.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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