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Sind Ballard Power, NEL asa und ITM Power jetzt wieder billige Wasserstoffaktien?

Foto: Getty Images

Wasserstoffaktien haben über die letzten Quartale eine schier unglaubliche Performance hingelegt. Zuletzt kam es allerdings zu einer starken Korrektur. Die Aktien von Ballard Power (WKN: A0RENB), NEL (WKN: A0B733) und ITM Power (WKN: A0B57L) gibt es nun wieder deutlich günstiger. Aber ist günstiger bereits ein Sonderangebot oder sollten wir uns auf weitere Abverkäufe einstellen? Ein Blick auf die Zahlen verrät mehr.

Das konnte nicht gutgehen

Ich verfolge die Aktien von NEL und Co. nun schon seit einigen Jahren und bin ein großer Fan der Wasserstoffwirtschaft. Aber als die Aktien schwindelerregende Höhen erreichten, konzentrierte ich mich darauf, aufzuzeigen, dass die Geschäftsentwicklung noch lange nicht dort ist, wo sie laut den Kursen bereits sein sollte. Zu viel langfristiges Wachstum wurde vorweggenommen, wenn man bedenkt, dass sich NEL und ITM den Elektrolysemarkt mit mehr als zehn ähnlich starken Wettbewerbern teilen müssen und das Marktvolumen im Moment noch relativ klein ist.

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Ähnlich sieht es bei der Brennstoffzelle aus, wo Ballard sich gegenüber einer sich ständig verändernden Wettbewerberlandschaft behaupten muss und weder die Dynamik der Gesamtnachfrage noch die letztlich dominierende Technologie feststehen.

Eine Korrektur war folglich überfällig, nachdem die Aktien zum Spielball von Tradern wurden, welche die Kurse fast täglich um rund 10 % nach oben oder unten trieben. Am 27. Februar sah die Lage wie folgt aus:

Ballard Power NEL ITM Power
Hauptprodukte Brennstoffzellen-Stacks und -Module Elektrolyseanlagen, H2-Tankstellen Elektrolyseanlagen, H2-Tankstationen (mit Linde)
52-Wochen-Hoch in EUR 14,2 1,54 2,00
Kurs in EUR (27.02.) 8,70 0,98 1,23
Marktkapitalisierung in Mio. EUR 2028 1236 566
Umsatz 2019 in Mio. EUR (ohne Zuschüsse) 88 54 5
Umsatz 2020 in Mio. EUR (Schätzungen) 120 82 k. A.
Kurs-Umsatz-Verhältnis 2020 16,9 15,1 k. A.
erwartetes Wachstum 2019/2020 36% 52% k. A.

Tabelle: erstellt vom Autor auf Basis von Geschäftsberichten, Yahoo! Finance und Finanzen.net; für ITM Power sind keine Schätzungen verfügbar. Der Umsatz von ITM Power bezieht sich auf das Geschäftsjahr 2018/2019, das am 30.04.2019 endete

Alle drei Aktien haben also mehr als ein Drittel von ihren Hochs abgegeben in diesen Tagen, sodass sich das Chancen-Risiko-Verhältnis verbessert haben sollte. Schließlich dürften die aktuellen Marktturbulenzen nichts an den großartigen Aussichten für Elektrolyseanlagen und Brennstoffzellen geändert haben.

Was die aktuellen Kurse bedeuten

Die Frage ist aber weiterhin, ob besser auch schon gut ist. Kurs-Umsatz-Verhältnisse jenseits von 15 kennen wir sonst eigentlich nur aus digital getriebenen Branchen. Davon kann hier jedoch nicht die Rede sein. NEL, ITM und Ballard sind produzierende Unternehmen und Anlagenbauer. Während mit Software schon mal operative Margen im hohen zweistelligen Bereich erwirtschaftet werden können, sollten wir bei Wasserstoffunternehmen im besten Fall eher mit 5 bis 10 Prozent rechnen.

Noch sind diese Unternehmen allerdings überhaupt nicht profitabel. Vielmehr sind sie auf öffentliche Forschungszuschüsse und Kapitalspritzen angewiesen. Bei ITM ist letztes Jahr Linde (WKN: A2DSYC) groß eingestiegen.

Trotzdem könnten die Kurse gerechtfertigt sein, wenn die bei allen drei schnell wachsende Auftragspipeline nun in explodierenden Umsatz konvertiert werden kann. Bei einer durchaus realistischen Wachstumsrate von 40 % würde bei Ballard und NEL bis 2029 der Umsatz die aktuelle Marktkapitalisierung übertreffen, was bei einer Nettomarge von 5 % einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 20 entsprechen würde. Eine großartige Rendite würde in diesem Szenario aber wohl nicht herausspringen bei Aktionären.

Bei einer noch geringeren Rate von 30 % bräuchte es wohl zwei Dekaden, um in die aktuelle Bewertung hineinzuwachsen. Andererseits sieht die Zukunft für Aktionäre rosig aus, wenn durchschnittliches Wachstum jenseits von 50 % erzielt wird, insbesondere wenn die Verwässerung der Anteile auf dem Weg dorthin gering ausfällt und dank einer starken Wettbewerbsfähigkeit gute Margen verdient werden können.

Es kommt auf Kleinigkeiten an

Niemand kann sagen, wie schnell sich diese Märkte tatsächlich entwickeln werden. Natürlich gibt es Prognosen, aber diese werden jedes Jahr an die neuen Bedingungen angepasst. Die unsicheren Variablen sind einfach zu viele, angefangen von der Entwicklung der Kosten über den Technologiepfad und die Wettbewerbsintensität bis hin zur weltweiten Nachfrage und Regulierung.

Selbst wenn also der volumenmäßige Absatz explodiert, könnten die Branchenumsätze aufgrund von sinkenden Preisen nur linear wachsen, und ob die hier betrachteten Unternehmen ihre Marktposition behaupten können, ist nicht gesichert. Sie verfügen zwar alle über interessante Kundenbeziehungen, die Hoffnung machen, aber die Auftragsvolumina sind noch weit davon entfernt, stabile Barmittelüberschüsse zu generieren.

Folglich schwanke ich zwischen meiner Begeisterung für die gewaltigen Potenziale der Wasserstoffwirtschaft und der Sorge um die weiterhin sehr anspruchsvollen Bewertungen. Ich sehe die große Chance, dass hier hochprofitable Champions entstehen, aber glaube auch, dass das Risiko nicht ausreichend eingepreist ist. Daher schaue mir das Spektakel weiterhin von der Seitenlinie an.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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