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Gewinneinbruch um zwei Drittel! Wie schlimm steht es wirklich um die Daimler-Aktie?

Mit seinen Jahreszahlen für 2019 hat Daimler (WKN: 710000) nicht unbedingt für Freudensprünge bei den Anlegern gesorgt: Zwar konnte der Umsatz 2019 um 3 % auf 172,7 Mrd. Euro gesteigert werden. Trotz dieses Umsatzanstiegs ging das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) jedoch deutlich zurück. Die Kennzahl fiel von 11,1 Mrd. Euro im Vorjahr auf nur noch 4,3 Mrd. Euro in 2019, ein Rückgang um 61 %. Der Jahresüberschuss ging sogar um fast zwei Drittel zurück.

Beim freien Cashflow sieht es nur geringfügig besser aus: Er fiel von 2,9 Mrd. Euro in 2018 auf 1,4 Mrd. Euro im abgelaufenen Jahr. Kein Wunder, dass Daimler nun den Rotstift bei der Dividende ansetzt: Nur 90 Cent je Aktie sollen für 2019 ausgeschüttet werden, für das vorige Geschäftsjahr waren es noch 3,25 Euro gewesen.

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Trotz all dieser Rückschläge sollten wir jedoch unseren Foolishen, langfristigen Blick auf die Tatsachen nicht vergessen. Lass uns daher im Folgenden mal schauen, wie schlimm die Jahreszahlen wirklich waren.

Jede Menge Sondereffekte

Im Detail waren die deutlichen Rückgänge bei der Profitabilität auf das Autogeschäft und das Van-Geschäft zurückzuführen. Hier spielt natürlich der Dieselskandal eine übergeordnete Rolle:

Im Cars-Segment fielen in diesem Zusammenhang Sondereffekte in Höhe von 1,9 Mrd. Euro an. Weitere 600 Mio. Euro Sonderbelastungen ergaben sich aus einem Rückruf von mit Takata-Airbags ausgestatteten Fahrzeugen. Das Segment Vans verbuchte insgesamt Sondereffekte in Höhe von 3,4 Mrd. Euro. Hier kam zu den oben genannten Faktoren noch die Neuausrichtung des Produktportfolios hinzu.

Insgesamt gibt es also Einmaleffekte in Höhe von 5,9 Mrd. Euro zu beklagen. Addieren wir diese zum berichteten EBIT des Konzerns, erhalten wir das bereinigte EBIT. Dieses lag mit einem Wert von 10,3 Mrd. Euro zwar auch unter dem des Vorjahres. Der Rückgang fällt mit -7,2 % allerdings recht überschaubar aus.

Die Frage ist, wie viel Wert Aktionäre auf diese Kennzahl legen sollten. Es macht Sinn, das bereinigte EBIT heranzuziehen, um die reine operative Performance des Unternehmens zu betrachten – die so weit erst mal keinen großen Dämpfer erlitten hat. Dennoch stellen die genannten Einmaleffekte natürlich eine sehr reale Belastung für das Unternehmen dar und sollten daher nicht außer Acht gelassen werden.

Zudem können wir nicht mit Sicherheit sagen, zu welchem Grad es sich hier wirklich um einmalige „Sondereffekte“ handelt. Sind die Dieselthematik und die Restrukturierung der Produktpalette nun abschließend gegessen? Fragen, die uns nur das Jahr 2020 abschließend beantworten kann.

Der Blick nach vorn

Die schlechte Nachricht für Daimler-Aktionäre ist, dass das Umfeld in Zukunft nicht unbedingt leichter wird: Der weltweite Automobilmarkt ist 2019 um 4,4 % geschrumpft, wie CNN berichtet. Auch in diesem Jahr steht wohl ein weiterer Rückgang bevor. Und obwohl Daimler im letzten Jahr sogar einen Absatzrekord vorweisen konnte, wird das Unternehmen seinen Marktanteil nicht unbegrenzt auf Kosten der Konkurrenz ausbauen können. Möglicherweise müssen sich Aktionäre für 2020 also auf Umsatzrückgänge vorbereiten, was die ohnehin angeschlagene Gewinn- und Verlustrechnung empfindlich treffen würde.

Unabhängig davon sorgt die Elektromobilität dafür, dass Daimler jede Menge Geld für zusätzliche Investitionen lockermachen muss. Das beeinflusst natürlich den freien Cashflow negativ – und schon 2019 war dieser mit 1,4 Mrd. Euro im Verhältnis zu den Umsätzen von 172,7 Mrd. Euro und der Bilanzsumme von 302,4 Mrd. Euro eher mager. Der unschöne Beigeschmack bei diesen Investitionen ist außerdem, dass es hierbei um die bloße Erhaltung des aktuellen Niveaus geht, nicht um Expansion.

Sind die 2019er-Zahlen also so schlimm, wie man auf den ersten Blick vermuten könnte? Nicht unbedingt. Allerdings sorgen sie dafür, dass Daimler leicht geschwächt in eine entscheidende Phase seiner Geschichte eintritt.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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