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Dieses Unternehmen könnte Amazon und Walmart mit ihren eigenen Stärken schlagen

Amazon (WKN: 906866) und Walmart (WKN: 860853) versuchen schon seit einiger Zeit, den indischen E-Commerce-Markt zu knacken. Die amerikanischen Giganten haben eine Vielzahl von Initiativen ergriffen, um mehr Verbraucher an sich zu binden – wie etwa die Anwerbung von Tante-Emma-Läden als Vertriebspartner.

Diese Eckläden sollen die Lieferung verschiedener Waren für Amazon und Walmart auf der letzten Meile abwickeln. Aber jetzt sieht es so aus, als könnten beide Unternehmen bei diesem Spiel von einem lokalen Konkurrenten geschlagen werden. Reliance Retail – das vor Kurzem damit begonnen hat, seine E-Commerce-Plattform JioMart in Indien zu testen – hat beschlossen, diese lokalen Geschäfte (in Indien als „Kirana-Shops“ bekannt) in den Mittelpunkt seiner E-Commerce-Strategie zu stellen.

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Schlaflose Nächte für Amazon und Walmart

Reliance Retail hat seinen Plan schnell in die Tat umgesetzt: Innerhalb von 45 Tagen nach der Ankündigung seiner E-Commerce-Initiative hat das Unternehmen18 neue Lebensmittelgeschäfte zur Unterstützung der Strategie eingerichtet. Reliance sagt, dass die neuen Geschäfte Teil eines kleinen Ladenformats sind, das als Smart Point bekannt ist.

Diese Smart Point Stores sind eine kleinere Version der größeren Reliance Smart Stores, die sich in der Regel abseits von Wohngebieten befinden. Reliance unternimmt nun einen klugen Schritt, indem es die kleineren Smart Point Stores näher am Wohnort der Menschen eröffnet.

Ein Analyst der Credit Suisse weist darauf hin, dass die neuen Smart Point-Geschäfte nur 140 bis 185 Quadratmeter Fläche beanspruchen. Sie ähneln kleinen Selbstbedienungsläden in den Stadtvierteln und führen verschiedene Produktkategorien wie Gemüse, frisches Obst, Lebensmittel, Körperpflegeartikel und andere Haushaltsprodukte.

Der Credit Suisse-Analyst erwartet auch, dass diese Smart Point-Geschäfte auch Elektronik- und Modeartikel über Reliance Digital und die 2019 vorgestellten Ajio-Bestellterminals verkaufen werden, also das Produktspektrum der Divisionen Elektronik und Mode/Lifestyle. Darüber hinaus werden die Smart Point Stores Bestellungen über die Reliance E-Commerce-Plattform JioMart abwickeln.

Insbesondere werden die neuen Geschäfte einen separaten Bereich haben, der nur für die Ausführung von Bestellungen der Verbraucher über die JioMart-App genutzt wird. Verbraucher, die die JioMart App nutzen, können ihre Bestellungen online aufgeben und wählen, ob sie die Waren über einen Reliance Smart Point Store oder über einen lokalen Kirana-Shop, der von dem Unternehmen angeworben wurde, geliefert bekommen möchten.

Millionen Tante-Emma-Läden für Reliance

Reliance hatte zuvor angekündigt, dass es 200 Millionen indische Haushalte mit 30 Millionen stationären Einzelhändlern verbinden will. Diese Größenordnung ist nur mithilfe der lokalen Eckläden zu erreichen, von denen es vor einem Jahr über 15 Millionen Stück gab. Reliance versucht, das Potenzial dieser Geschäfte mithilfe von JioMart zu erschließen.

Während der Pilotphase lud Reliance die Besitzer von Geschäften in der Nachbarschaft ein, sich auf seiner Plattform zu registrieren. Das Unternehmen stellt den lokalen Ladenbesitzern eine Technologie zur Verfügung, die ihnen helfen wird, mithilfe einer App Artikel in einem nahe gelegenen Reliance Cash & Carry Store zu bestellen. Reliance wird den Eckläden auch dabei helfen, digitale Zahlungen zu akzeptieren, indem es ihnen Verkaufsautomaten für Händler zur Verfügung stellt.

Schließlich bedeutet die Tatsache, dass Reliance Ende März 2019 über 154 Smart Stores in 96 Städten verfügte, dass es die kleineren Smart Point Stores schnell auf weitere Gebiete ausdehnen kann.

Amazon hat noch ein paar Trümpfe in der Hinterhand, aber für Walmart wird es kritisch

Sowohl Amazon als auch Walmart haben versucht, lokale Eckläden zu rekrutieren, um ihre Netzwerke in Indien zu stärken. Walmart zum Beispiel führt seit fast zwei Jahren ein spezielles Programm für lokale Ladenbesitzer durch. Darüber hinaus gibt es viele strategische Ähnlichkeiten zwischen Reliance und Walmart in Bezug auf diese Kirana-Shops in Indien.

Walmart will die lokalen Geschäfte digitalisieren und sie mit Produkten aus seinen Fulfillment-Zentren und Lagern beliefern. Aber Walmart scheint in Indien einen Schritt zurück zu machen. Das Unternehmen hat kürzlich einen Teil seines Managementteams in Indien entlassen und außerdem angekündigt, dass es sein größtes Lager in der Finanzhauptstadt des Landes, Mumbai, schließen wird. Ein Zurückweichen in Indien zu einer Zeit, in der ein neuer Konkurrent aufgetaucht ist, ist kein guter Schritt, da dies Reliance den Weg zu Marktanteilsgewinnen erleichtern könnte.

Amazon hingegen ist in einem Turbomodus, was die Rekrutierung lokaler Eckläden betrifft. Im August letzten Jahres gab das Unternehmen bekannt, dass es mit mehr als 20.000 kleinen Geschäften in 350 Städten zusammengearbeitet habe, um die Lieferung auf der letzten Meile zu fördern. Amazon hat Berichten zufolge diese Geschäfte genutzt, um Bestellungen, die auf seiner E-Commerce-Plattform aufgegeben wurden, auszuliefern. Außerdem wirbt das Unternehmen diese Kirana-Shops an, um Waren über seine E-Commerce-Plattform zu verkaufen.

Das Unternehmen gab kürzlich bekannt, dass es auf dem indischen Markt 1 Mrd. US-Dollar investieren will, um kleine und mittlere Unternehmen zu digitalisieren. Amazon hat auch daran gearbeitet, seinen physischen Fußabdruck in Indien durch Beteiligungen an lokalen Supermarkt- und Hypermarktketten zu erweitern. Sowohl Amazon als auch Walmart haben also bereits das getan, was Reliance jetzt versucht.

Reliance hat einige Vorteile gegenüber den beiden amerikanischen Riesen

Erstens ist der Einzelhandelsfußabdruck von Reliance ziemlich groß und über das ganze Land verteilt. Einschließlich all seiner verschiedenen Marken betreibt Reliance Retail fast 11.000 Geschäfte in Indien. Diese Geschäfte sind über mehr als 6.700 Städte und eine Verkaufsfläche von 2,3 Mio. Quadratmetern verteilt. Diese ausgedehnte Offline-Infrastruktur wird Reliance dabei helfen, sein E-Commerce-Geschäft schnell zu vergrößern.

Reliance ist auch in der Lage, Rabatte anzubieten. Die Smart Point Stores versprechen einen Mindestrabatt von 7 % auf alle Produkte. Früher bot JioMart den Kunden einen Gutschein im Wert von 3.000 Rupien (etwa 38 Euro) an, wenn sie sich für die Nutzung der Plattform vorregistriert haben.

Amazon und Walmart wurden bereits früher von der indischen Regierung wegen der hohen Rabatte gerügt. Aber Reliance unterliegt möglicherweise nicht einer solchen strengen Prüfung, da es sich nicht an die Regeln für ausländische Direktinvestitionen (FDI) halten muss, die für ausländische Akteure wie Walmart und Amazon gelten.

Das Blatt könnte sich zugunsten von Reliance Retail wenden in Indien. Das sind schlechte Nachrichten für Amazon und Walmart, die bisher relativ freie Hand im schnell wachsenden indischen Onlineeinzelhandel hatten.

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Dieser Artikel wurde von Harsh Chauhan auf Englisch verfasst und am 16.02.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können. John Mackey, CEO von Whole Foods Market, einer Tochtergesellschaft von Amazon, ist Mitglied des Boards von The Motley Fool. Harsh Chauhan hat keine Position in einer der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Amazon.

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