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Wechselt Siemens-Chef Joe Kaeser im Herbst zu thyssenkrupp? Vieles spricht dafür

Quelle: www.siemens.com/presse

thyssenkrupp (WKN: 750000) strauchelt seit Jahren und will sich nun über den Verkauf der Aufzugsparte sanieren. Nach dem Drücken des Reset-Knopfes wird jedoch ein Macher gebraucht, der den geschundenen Konzern wieder auf Trab bringt. Joe Kaeser, der scheidende Chef von Siemens (WKN: 723610), stünde schon in Kürze zur Verfügung.

Es lassen sich eine ganze Reihe von Gründen finden, warum er diese Herausforderung annehmen sollte — und diese Perspektive öffnet die Augen für das wahre Potenzial der thyssenkrupp-Aktie.

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Das thyssenkrupp-Paradox

thyssenkrupp geht es seit Jahren nicht gut. Das Eigenkapital ist fast weg und hartnäckige Profitabilitätsprobleme in diversen Geschäftsbereiche halten trotz aller Restrukturierungsanstrengungen weiter an. Kein Wunder also, dass auch der Aktienkurs kontinuierlich abschmilzt. Am 18. Februar gab es erneut einen Abverkauf in Richtung 10 Euro, was einer dürftigen Marktkapitalisierung von 6,4 Mrd. Euro entspricht.

Das Management gibt sich allerdings überzeugt, dass das hochprofitable Elevator-Segment für mindestens 15 Mrd. Euro verkauft werden kann. Das heißt, dass der gesamte Schuldenberg eliminiert würde und noch immer Finanzmittel in Höhe von rund 10 Mrd. Euro zur Verfügung stünden. Das restliche Geschäft wird also stark negativ bewertet — oder es bestehen Zweifel daran, dass der Deal tatsächlich in trockene Tücher gebracht werden kann.

Bernd Ziesemer zeichnet in seiner jüngsten Kolumne ein düsteres Bild. Wenn es nicht gelingt, den Bereich kurzfristig an ein finanzkräftiges Private-Equity-Konsortium abzustoßen, dann drohe das Ende. Ein Börsengang sei keine Option mehr, weil dort unklar sei, wie viel Geld letztlich in die Kassen fließen wird. Gleichzeitig sind wohl die strategischen Käufer aus dem Rennen.

(Groteskerweise war von Konkurrent Schindler (WKN: A0JEHV) zu hören, dass man eine Fusion mit Kone (WKN: A0ET4X) mit allen Mitteln torpedieren wolle. Man lasse sich nicht so einfach verdrängen und fürchte Preiskämpfe. Die Argumentation hinkt kräftig und dürfte sich für Schindler irgendwann noch als Bumerang erweisen, da sich viele noch an das Aufzugskartell der Nullerjahre erinnern dürften.)

Dass das Management sich die Option auf einen Börsengang offenhält, halte ich für sinnvoll. Die Tatsache, dass Schindler mit 25 Mrd. Schweizer Franken bewertet wird, spricht dafür, dass auch auf diesem Weg eine ansprechende Summe erlöst werden könnte, und zwar feingesteuert, entsprechend dem Bedarf.

Warum Joe Kaeser an dem Job Interesse haben könnte

Die Interimschefin Martina Merz wird thyssenkrupp im Herbst verlassen. Ihrem Nachfolger will sie ein gut bestelltes Feld hinterlassen. Das bedeutet volle Kassen dank Elevator-Verkauf, gesundgeschrumpfte Problembereiche und eine klare strategische Ausrichtung der einzelnen Geschäftsfelder.

Was muss zurechtgeschnitten, geschlossen oder abgestoßen werden, wo lohnen sich Investitionen und welche Bereiche benötigen einen Partner, um auf eine wettbewerbsfähige Größe zu kommen? Auf all diese Fragen wollen sie und ihr Team bis Mai Antworten haben.

Joe Kaeser hat das alles bei Siemens bereits hinter sich, aber mit der Abspaltung der Energy-Sparte noch einen letzte große Aufgabe zu erledigen. Der Börsengang soll im Herbst über die Bühne gehen. Alles, was danach kommt, wäre für Kaeser Kür. Für das geliebte Einfädeln von internationalen Energiedeals wäre er dann nicht mehr verantwortlich und die restlichen Sparten sind mittlerweile auch ohne sein Zutun stark aufgestellt.

Genau dann, wenn Merz ihr Amt niederlegt, wird Kaeser also verfügbar sein. Wenn das mal kein Zufall ist. Dass er noch nicht in Rente gehen will, beweist, dass er 2019 noch über eine mögliche Vertragsverlängerung bei Siemens nachdachte. Mit seinen 62 Jahren ist er in einem guten Alter, um noch einmal eine große Herausforderung anzunehmen und all seine Erfahrung einzubringen.

Was Joe Kaeser aus thyssenkrupp machen würde

thyssenkrupp wäre wahrlich eine große Herausforderung. Zwar wäre es vom Prestige her ein Rückschritt, aber dafür könnte er sich dort ein Denkmal setzen. Das Gute ist, dass es bei diesem Konglomerat eine Menge zu tun gibt:

Der Stahlhandel könnte mit einem Wettbewerber zusammengeführt werden. Aus den Automobilkomponenten ließe sich mit passenden Partnern ein starker Zulieferer im Stil von ZF formen. Über die Fokussierung auf aussichtsreiche Geschäftsbereiche könnte der Anlagenbau zu einer neuen Ertragsperle weiterentwickelt werden. Die Liste ist lang.

All das sind Prozesse, die für viele eine Herkulesaufgabe darstellen würden, die aber Joe Kaeser mittlerweile im Schlaf beherrscht. Außerdem könnte er versuchen, sich bei thyssenkrupp eine neue Energy-Sparte zu schaffen. Verteilt über alle Segmente hinweg gibt es hier viel Know-how rund um Windturbinenkomponenten und die Wasserstoffwirtschaft, von der Elektrolyse über die intelligente Energiespeicherung bis hin zum industriellen Wasserstoffeinsatz.

Ich meine, dass thyssenkrupp diese Chancen bisher viel zu zaghaft ergreift. Joe Kaeser wüsste vermutlich, was zu tun ist, um diese Potenziale zu heben.

Spannende Perspektiven

Weil ich denke, dass thyssenkrupp sein Liquiditätsproblem in Kürze lösen kann und dann alles angerichtet sein wird, um den Reset-Knopf zu drücken und die verbleibenden Sparten auf Vordermann zu bringen, sehe ich bereits großartige Potenziale für die geprügelte Aktie. Erdrückende Zinszahlungen und Verlustbringer werden wegfallen, während sich in den aussichtsreichsten Aktivitäten neue Wachstumsdynamik erzeugen lässt.

Vieles kommt aber darauf an, ob es dem Aufsichtsrat gelingt, bis zum Herbst einen Nachfolger für Martina Merz zu finden, der die Pläne in die Realität umsetzen und der gesamten Organisation ein neues Selbstbewusstsein einimpfen kann. Fällt die Wahl auf Joe Kaeser, dann bin ich sicher, dass die Aktie einen Freudensprung machen würde.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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