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Sind Google, Microsoft und Amazon tatsächlich schon so verstaubt wie Daimler?

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Kürzlich verglich der Deutschland-Chef von Pinterest (WKN: A2PGMG), die amerikanische Bilder-Suchmaschine und e-Commerce-Plattform, den US-Tech-Riesen Alphabet (WKN: A14Y6F) tatsächlich mit dem deutschen Fahrzeugbauer Daimler (WKN: 710000).

Nein, das war keineswegs als Kompliment für die Stuttgarter gedacht. Der Konzern mit dem Stern musste viel mehr als Synonym für einen Arbeitgeber herhalten, der einem zwar größtmögliche Sicherheit und eine lebenslange, sehr bequeme Anstellung bietet, dafür aber wenig Chancen, wirklich etwas zu bewirken. Also verwalten, statt Neues zu erschaffen.

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Wer also nach einem eher sicheren Job sucht, bei dem man zwar nicht allzu viel erreichen, aber eben auch nicht wirklich etwas kaputt machen kann, für den sei Alphabet gerade richtig. Ganz anders sei das bei Pinterest. Das bietet ambitionierten Ingenieuren das Versprechen, spannende Wachstumsprojekte mitzugestalten – zumindest lautete so das Versprechen des angesprochenen Deutschland-Chefs.

Wenn dieses Attribut nun bereits für Google-Mutter Alphabet zu gelten scheint, lässt sich Gleiches sicherlich auch auf die anderen Tech-Giganten Microsoft (WKN: 870747) und Amazon (WKN: 906866) übertragen.

Beim zweiten Blick, den Investoren meiner Meinung nach immer riskieren sollten, wird deutlich, dass diese angeblich bereits verstaubten Unternehmen noch einige Geschäftsbereiche zu bieten haben, die mit rasantem Wachstum glänzen – selbst bei Daimler gibt es diese.

Nein, weder Amazon noch Alphabet und Microsoft sind eingestaubte Riesen

Kürzlich veröffentlichten die genannten drei Tech-Allstars ihre Zahlen. Darunter versteckten sich auch Zahlen zu den Cloud-Geschäften. Dabei zeigten alle drei, warum man sie auch ehrfurchtsvoll Cloud-Hyperscaler nennt.

Alphabet (+88 %), Microsoft (+64 %) und Amazon (+36 %) konnten ihre Umsätze in diesem Segment im Jahresvergleich durch die Bank deutlich steigern. Alle drei Unternehmen wuchsen dabei schneller als die namenslosen anderen Cloud-Infrastrukturanbieter, die lediglich um 23 % zulegten. Mittlerweile vereinen die drei genannten 55 % des mehr als 100 Mrd. US-Dollar großen Marktes auf sich allein.

Pinterest legte 2019 beim Umsatz übrigens um 51 % zu. Da man 2019 gerade einmal die 1 Milliarde US-Dollar Umsatzmarke knackte, wuchs man damit in absoluten Größen also deutlich langsamer als die Cloud-Segmente der Internetriesen, die im Jahr 2019 bereits Umsätze in Höhe von 6 Mrd. US-Dollar (Alphabet), 18 Mrd. US-Dollar (Microsoft) oder sogar bereits 35 Mrd. US-Dollar (Amazon) ablieferten.

Natürlich, die Cloud-Segmente bei Microsoft und Amazon stehen derzeit noch nur für rund jeden zehnten Umsatz-Dollar. Bei Alphabet ist der Anteil des schnell wachsenden Cloud-Segments gar noch bedeutend geringer. Dafür konnten dort die YouTube-Werbeumsätze im Zeitraum von 2017 bis 2019 auf 15 Mrd. US-Dollar beinahe verdoppelt werden.

Mitarbeiter, die bei den drei Unternehmen daran arbeiten, eine weltweite Cloud-Infrastruktur oder die dominierende Video-Plattform aufzubauen, würden sicherlich deutlich widersprechen, wenn man sagt, bei den etablierten Tech-Unternehmen geht es bereits mehr ums Verwalten als um Unternehmertum.

Ehrlicherweise glaube ich sogar, dass es selbst bei Daimler Bereiche gibt, die sehr viel Unternehmertum erfordern. Beispielsweise wachsen die Nutzerzahlen des Mobilitäts-Joint-Ventures mit BMW auf Jahressicht immerhin beinahe um 50 %. Und auch das gebuchte Volumen auf den dort gebündelten Diensten legt auf Jahressicht um 25 % zu.

Oder nimm die Verantwortlichen für die elektrischen Antriebe bei Mercedes. Die Verkäufe sollen sich im Vergleich zum vergangenen Jahr dieses Jahr mehr als vervierfachen. Das wären rund 200.000 elektrifizierte PKWs anstatt der rund 50.000 aus dem Jahr 2019. Das erfordert in allen Bereichen des angeblich eingestaubten Daimler-Konzerns sicherlich einiges an Unternehmertum.

All das mag nun vielleicht den Pinterest-Deutschland-Chef nicht überzeugen, seine Meinung zu ändern. Es soll uns aber einmal mehr daran erinnern, bei der Beurteilung von Unternehmen nicht nur an der Oberfläche zu kratzen, sondern zumindest den Versuch zu starten, die einzelnen Teile eines Unternehmens zu verstehen.


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Offenlegung: Sven besitzt Aktien von BMW, Daimler und Microsoft. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. John Mackey, CEO von Amazon-Tochter Whole Foods Market, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Teresa Kersten arbeitet für LinkedIn und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. LinkedIn gehört zu Microsoft. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien) und Amazon, Microsoft und Pinterest und empfiehlt die folgenden Optionen: Long Januar 2021 $85 Calls und Short January 2021 $115 Call auf Microsoft. The Motley Fool empfiehlt BMW.

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