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Für die Aktie von Walt Disney kommt das Beste erst noch

Quelle: Disney Channel

Die Aktien von Walt Disney (WKN: 855686) sind seit der Ankündigung des Disney+-Dienstes im April letzten Jahres um über 20 % gestiegen. Analysten, die an der Enthüllung des Dienstes teilnahmen, waren Berichten zufolge sehr beeindruckt von der Präsentation.

Kurz vor dem Start wurde klar, dass The Mandalorian als Aushängeschild des Dienstes dienen würde, aber niemand konnte vorhersehen, welchen Erfolg das Programm im Urlaubsquartal haben würde, dank der Entscheidung des Managements, eine der Hauptfiguren der Serie – das Kind (auch „Baby Yoda“ genannt) – streng geheim zu halten.

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Ein Analyst der Bank of America hält die Prognose von Disney von 60 bis 90 Millionen Abonnenten für Disney+ bis zum Geschäftsjahr 2024 für zu niedrig. Eine Umfrage ergab, dass fast ein Drittel der Disney+-Abonnenten einen anderen Dienst nach dessen Einführung im November eingestellt hat, wobei 9 % antworteten, dass sie sich von Netflix (WKN: 552484) abgemeldet haben.

Netflix hat gerade in seinem Gewinnbericht für das vierte Quartal geringere Nettozugänge für die USA gemeldet als erwartet, ein Zeichen dafür, dass die Einführung von Disney+ und anderen neuen Dienstleistungen einen Einfluss auf seine Ergebnisse hatte. Aufgrund positiver Trends in Bezug auf Bekanntheit und Marktdurchdringung geht der Analyst der Bank of America davon aus, dass Disney im ersten Quartal seines Geschäftsjahres, das im Dezember endete, wahrscheinlich 25 Millionen Abonnenten erreicht hat.

Der Erfolg von Disney+ ist entscheidend für das Wachstum des Unternehmens. Es war unvermeidlich, dass es irgendwann in eine digitale Streaming-Plattform investieren würde, insbesondere nach der Übernahme von BAMTech im Jahr 2017. Aber Bob Iger, der 2021 zurücktritt, nachdem er seit 2005 als CEO tätig war, prägt die Entwicklung, indem er sich ganz auf den Direktvertrieb an den Verbraucher konzentriert.

Dies wird mit erheblichen Kosten für Investitionen in Inhalte verbunden sein, aber mit etwa einer Milliarde Menschen auf der ganzen Welt, die behaupten, Fans der vielen Disney-Franchises zu sein, hat die Einführung von Disney+ die Wachstumspiste des Unternehmens erheblich verlängert.

Disney räumt die Bank für neue Inhalte

The Mandalorian kostete Disney etwa 100 Mio. US-Dollar oder 15 Mio. pro Folge, was zusammen mit HBOs Game of Thrones als eine der teuersten Produktionen der Geschichte gilt.

Für Disney wird es sehr viel teurer werden, denn das Unternehmen benötigt qualitativ hochwertige Inhalte für seinen Dienst, um Abonnenten hinzuzugewinnen. Es gibt Berichte, dass Disney bis zu 25 Mio. US-Dollar pro Folge für einige Marvel-Eigenproduktionen ausgeben wird.

Insgesamt plant das Unternehmen, in diesem Jahr 1 Mrd. US-Dollar für Inhalte auszugeben. Das Management hat dafür gesorgt, dass dieses Budget bis zum Geschäftsjahr 2024 auf etwa 2,5 Milliarden erhöht wird. Ab diesem Zeitpunkt rechnet Disney damit, dass der Dienst einen Gewinn abwirft.

Ein Grund dafür, dass die Aussichten der Disney-Abonnenten vielleicht zu konservativ sind, ist die Tatsache, dass es wahrscheinlich mehr Shows wie The Mandalorian geben wird, die eine enorme Begeisterung des Publikums hervorrufen werden.

Das ist deshalb so wichtig: Eine der kommenden Marvel-Programme, die dieses Jahr veröffentlicht werden, ist The Falcon and the Winter Soldier (Der Falke und der Wintersoldat). So wie The Mandalorian einige interessante Leckerbissen für Fans von Star Wars zum Reinschnuppern bereithält, macht The Falcon and the Winter Soldier etwas Ähnliches, indem es die Ereignisse des Marvel-Kassenschlagers Avengers: End Game aus dem Jahr 2019 verfolgt.

Disney produziert viele dieser Programme, um sie in seine Filmstarts einzubinden. Marvels Kreativdirektor Kevin Feige sagte gegenüber Bloomberg Businessweek, dass „Ereignisse aus den neuen Produktionen in bevorstehende Filme wie Doctor Strange in the Multiverse of Madness“ einfließen werden, der voraussichtlich 2021 veröffentlicht wird.

Das bedeutet, dass Marvel-Fans Disney+ abonnieren müssen, wenn sie alles verstehen wollen, was in zukünftigen Marvel-Filmen passiert. Das ist eine kluge Strategie, denn für Marvel’s Avengers: Infinity War wurden fast 300 Millionen Karten im Jahr 2018 verkauft.

Die nächste Dekade könnte noch besser werden als die vergangene

Die Aufnahme von Disney+ in das Haus der Maus macht Disney zu einem noch attraktiveren Wachstumswert für Investoren. Aber um es klarzustellen: Disney+ ist kein Netflix-Killer. Netflix hat eine Menge Inhalte, und das meiste davon ist nicht für Familien mit Kindern gedacht. Es wird viele Leute geben, die ein Abonnement für beide Angebote behalten.

Es ist jedoch gut möglich, dass Disney langfristig ungefähr so viele Abonnenten wie Netflix haben wird. Analysten erwarten, dass Netflix in fünf Jahren 300 Millionen Abonnenten erreichen wird. Disney wird wahrscheinlich länger brauchen, um dorthin zu gelangen, aber Disney+ wird voraussichtlich bis 2024 deutlich schneller wachsen als Netflix, da es von einer kleineren Basis aus startet.

Egal ob Disney Netflix als Feind sieht oder nicht erscheint klar, dass das Management auf eine große Abonnentenbasis scharf ist. Disneys Präsentation zum Investorentag im vergangenen April erwähnte, dass im Jahr 2018 etwa 900 Millionen Menschen Tickets für Disney-Filme gekauft haben. Das Management ist der Ansicht, dass dies eine natürliche Basis potenzieller Abonnenten von Disney+ darstellt.

Der Rest von Disney, einschließlich seiner Themenparks, Mediennetzwerke und Waren, sollte weiterhin ein leichtes Wachstum generieren, wie es in der Vergangenheit der Fall war. Die Disney-Aktie hat sich in den letzten zehn Jahren aufgrund der Performance dieser Kerngeschäfte fast verfünffacht. Jetzt, wo mit dem Streaming-Geschäft der direkte Weg zum Verbraucher im Mittelpunkt steht, dürfte das nächste Jahrzehnt für Disney-Investoren ebenso lohnend sein.

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Dieser Artikel wurde von John Ballard auf Englisch verfasst und am 16.01.2020 auf Fool.com veröffentlicht. Er wurde übersetzt, damit unsere deutschen Leser an der Diskussion teilnehmen können.John Ballard besitzt Aktien von Walt Disney. The Motley Fool besitzt Aktien von und empfiehlt Netflix und Walt Disney.

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