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4-fache Belastung für Autoaktien: Haben BMW, Daimler und Volkswagen noch eine Chance?

Bild: Continental AG

Obwohl kurzfristige Kursbewegungen für uns Fools eigentlich keine Rolle spielen, sind die Renditen von Autoaktien seit Jahresbeginn doch irgendwie bezeichnend: Auf der einen Seite stehen die deutschen Hersteller BMW (WKN: 519000), Daimler (WKN: 710000) und Volkswagen (WKN: 766403), deren Aktien im laufenden Jahr um 11,6 %, 13,1 % und 5,6 % fielen (Stand: 07.02.2020).

Auf der anderen Seite stehen Herausforderer Tesla (WKN: A1CX3T) und diverse Batterieunternehmen wie BYD (WKN: A0M4W9), LG Chem (WKN: 659109) und Panasonic (WKN: 853666). Hier sticht insbesondere Tesla mit 78,8 % plus heraus, doch auch die anderen genannten Aktien verzeichnen Gewinne im deutlich zweistelligen Prozentbereich.

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In der Tat sind die drei erstgenannten Unternehmen vier wesentlichen Belastungen ausgesetzt, mit denen sich Tesla, BYD und Konsorten nicht herumschlagen müssen – oder die ihnen sogar helfen. Welche vier Faktoren das sind und welche Chancen BMW, Daimler und Volkswagen haben, da wieder herauszukommen, das erfährst du in diesem Artikel!

Vierfache Belastung

Als erste, offensichtliche Disruption ist natürlich die E-Mobilität zu nennen. Langfristig dürfte ein batteriebetriebenes Fahrzeug für jeden Einsatzfall fundamental besser sein als ein Verbrenner – zumindest ist das die Ansicht von Branchenpionieren wie Tesla und Elon Musk. Alleine diese Revolution könnte die Autohersteller hart treffen und das Verbrenner-Business langfristig überflüssig machen.

Um den ganzen Vorgang noch zu beschleunigen, gelten ab nächstem Jahr in voller Höhe die neuen CO2-Emissionslimits der EU. Überschreitungen sind teuer und werden BMW, Daimler und VW nächstes Jahr wahrscheinlich Milliarden kosten. Einziger Ausweg: Weniger SUVs und mehr sparsame Kleinwagen und Elektroautos verkaufen. Das drückt mittelfristig die Margen und geht – zumindest aktuell – zum Großteil gegen den Willen der Verbraucher.

Doch damit noch nicht genug. Autos machen gerade dieselbe Entwicklung durch wie Handys vor knapp 15 Jahren: Sie werden vernetzt, smart, generieren Daten und updaten sich laufend über das Internet. Etablierte Hersteller tun sich extrem schwer mit dieser Entwicklung, da ihre Software-Expertise aktuell darin besteht, die Dutzende Subsysteme ihrer Zulieferer in ein großes System zu integrieren.

Zu guter Letzt haben wir noch das autonome Fahren, eine unterschätzte Revolution im Personentransport: Mich für einen festen Kilometerpreis von einem autonomen Taxi chauffieren zu lassen, klingt für mich wesentlich angenehmer als der Besitz eines eigenen Autos, der eine große Anfangsinvestition sowie Versicherungs- und Spritkosten mit sich bringt. Hier dürften sich mir viele Leute anschließen, weshalb der Automarkt langfristig deutlich schrumpfen dürfte.

Welche Auswege gibt es?

Ich bin überzeugt davon, dass ein langsames, behutsames Umsteuern langfristig nicht zielführend sein wird: Die Konkurrenz wartet nicht, und schon jetzt ist Tesla den etablierten Herstellern in wichtigen Kerntechnologien um Jahre voraus. Dieser Vorsprung wird kaum einzuholen sein, wenn man sich wie BMW weigert, spezielle Elektroautoarchitekturen zu entwickeln und wie Volkswagen zwar den Ernst der Lage erkannt hat, gleichzeitig aber einen größeren Fokus auf die Rendite legt.

Was es jetzt bräuchte, ist Mut: Den Mut, das langfristig voraussichtlich bedeutungslose Geschäft mit Verbrennern kontrolliert, aber entschieden abzuwickeln und gleichzeitig im großen Stil Expertise in den Kerntechnologien von morgen aufzubauen, um zu den Technologieführern zu zählen. Auch wenn das kurzfristig auf die Gewinne geht!

Denn nur wenn es BMW, Daimler und Volkswagen gelingt, attraktive, vernetzte und vollautonome Elektroautos auf die Straße zu bringen, werden die drei Unternehmen von den bevorstehenden Umbrüchen profitieren. Die Alternative ist die langfristige Bedeutungslosigkeit.

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Christoph Gössel besitzt Aktien von Tesla. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Tesla und empfiehlt BMW.

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