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Apple, Tesla, Wirecard: Mit diesen Geschäftsmodellen werden Investoren reich

Foto: Getty Images

Apple (WKN: 865985), Tesla (WKN: A1CX3T) und Wirecard (WKN: 747206) haben eines gemeinsam: Unter der Haube werkeln Geschäftsmodelle, die mir das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen.

Auf was genau ich da achte, ist schnell erklärt, aber ziemlich unintuitiv. Ein hervorragendes Geschäftsmodell ist aus meiner Sicht am besten so gestrickt, dass Produkte entstehen, die einerseits technisch einfach und andererseits in Teilen schlechter sind als die Produkte der Konkurrenz.

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Einfache Technik? Schlechtere Produkte? Klingt komisch, ist aber so!

Von den Großen lernen

Apple ist heute rund 1,3 Billionen Euro wert (Stand: 06.02.2020). Das war natürlich nicht immer so. Einen Großteil des Erfolges hat der Technologieprimus aus Kalifornien dem iPhone zu verdanken, das im ersten Jahrzehnt des neuen Jahrtausends ein Überraschungserfolg war, mit dem damals – so komisch es heute klingen mag – kaum jemand gerechnet hat.

Technisch gesehen war das iPhone ein Frankenstein aus verschiedenen Technologien, die bereits seit Jahren oder gar Jahrzehnten am Markt etabliert waren. Gestenerkennung, Lithiumakku, Flachbildschirm – nichts davon war damals wirklich neu. Die Technik hinter dem iPhone war somit vergleichsweise einfach und keineswegs eine Raketenwissenschaft.

Das erste iPhone war zudem an Peinlichkeiten kaum zu überbieten. Selbst einfachste Operationen wie „Kopieren und Einfügen“ waren nicht möglich. Solche Schwächen im Produkt hätte Konkurrent Nokia (WKN: 870737) seinen Stammkunden niemals zugemutet.

Auch das heute 120 Mrd. Euro schwere Tesla reißt sich an der Technikfront kein Bein aus (Stand: 06.02.2020). Das Konzept Elektromotor ist über 200 Jahre alt! Zudem ist diese Art Motor technisch um ein Vielfaches einfacher als herkömmliche Verbrennungsmotoren. Punkt 1 meiner kurzen Anforderungsliste hätte Tesla somit abgehakt.

Punkt 2 ist für Tesla ebenfalls keine Hürde. Denn im Gegensatz zur fossilen Konkurrenz ist die Reichweite der E-Autos gering und der Ladevorgang zeitraubend. Eine empfindliche Produktschwäche, die schwer zu kaschieren ist. Würde Tesla-Konkurrent Daimler (WKN: 710000) bei seinen Stammkunden damit durchkommen? Schwierig!

Ex-Start-up Wirecard ist heute etwa 17 Milliarden Euro wert (Stand: 06.02.2020). Dafür hat der Münchener Zahlungsdienstleister hart an seinen Software-Plattformen gearbeitet, die sicher alles andere als unkompliziert sind. Digitale Zahlungsdienstleistungen an sich sind allerdings nichts weiter als reine Informationsverarbeitung – und dieses Fachgebiet ist im Jahr 2020 rein technisch gesehen ganz sicher kein Marsflug.

Wer Wirecard als Bank betrachtet, kann lange nach Geldautomaten, Bankschaltern und Filialen suchen. Die gibt es nicht. Alles ist stramm durchdigitalisiert. Ein Schlag ins Gesicht aller Bargeldliebhaber – und sicher kein Weg, den die örtliche Hausbank ohne Not einschlagen würde.

Schlecht aufgestellt? Optimal!

Während viele Investoren nach Unternehmen mit möglichst komplizierter Technik und eierlegenden Wollmilchprodukten suchen, machen andere genau das Gegenteil und werden (oft) reich.

Wieso das so ist, dürften Kenner disruptiver Strategien nach den beispielhaften Diagnosen von Apple, Tesla und Wirecard längst begriffen haben. Aber noch mal alles der Reihe nach! Wie greift man Unternehmen an, die den aktuellen Stand der Technik liefern? Mit einer optimierten, noch komplizierteren Version dieser Technik? Das könnte man versuchen!

Mir fällt spontan allerdings kein Unternehmen ein, das ein solches Manöver überlebt hätte. Kein Wunder. Beispiel Verbrennungsmotor: Um eine Technik zu optimieren, die seit 120 Jahren von den Platzhirschen der Automobilindustrie zur Perfektion hochgeputscht wird, wäre schon enorm viel Energie nötig. Dagegen sind die Markteintrittsbarrieren bei einfacher Technik oft denkbar niedrig.

Gut! Einfache Technik, neue Märkte, alles klar. Aber wieso sollte das am besten mit einer Produktverschlechterung einhergehen? Tja! Einfache Technik kann auch der Marktführer. Da wird die neue Produktidee schneller gekapert, als Elon Musk „Marsrakete“ sagen kann. Um das zu verhindern, sollte das Produkt möglichst markante Schwächen haben. Denn damit kommt der Marktführer bei seinen Stammkunden niemals durch. Er ist gefangen in den Erwartungen seiner Kunden.

So arbeiten disruptive Unternehmen, die Investoren (oft) reich machen. Auch dich! Mit den drei genannten Aktien wird es vielleicht nichts. Aber das nächste Tesla kommt so sicher wie der Frühling nach dem Winter.

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Stefan Naerger besitzt Aktien von Apple. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Apple und Tesla.

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