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Aurelius-Aktie: Die neue Wirecard?!

Foto: Getty Images

Es jährt sich in diesen Tagen zum ersten Mal, dass die Financial Times mit ihrer Reihe kritischer Berichte über mögliche bilanzielle Unregelmäßigkeiten (zunächst in Singapur) Schlagzeilen bei Wirecard (WKN: 747206) gemacht hat. Noch immer ist die Aktie des innovativen Zahlungsdienstleisters dabei, sich von den Vorwürfen zu erholen. Wohl auch, weil im Herbst des vergangenen Jahres ein weiteres Kapitel für neue Unsicherheiten gesorgt hat.

Nun könnte die Aktie von Aurelius (WKN: A0JK2A) jedenfalls ein ähnliches Schicksal ereilen, die bezeichnenderweise ebenfalls ca. ein Jahr später mit schlechter Presse und einem starken Einbruch zu kämpfen hat. Aber wie geht es nun weiter bei dieser Aktie?

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Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick auf einige Parallelen und auch Unterschiede sowie darauf, ob hier womöglich ebenfalls ein langatmiger Kampf mit der Presse oder Shortsellern lauern wird.

Ein Blick auf die Parallelen

Grundsätzlich mag es so einige Dinge geben, die Investoren an die Aktie von Wirecard von vor ziemlich genau einem Jahr erinnern dürfte. Zum einen ist es natürlich das Datum, denn auch diese Causa begann Ende Januar und nahm im Februar ihren Lauf. Hm, der Jahresanfang scheint ein findiger Zeitpunkt für solche Attacken zu sein.

Jedenfalls gleichen sich die Vorwürfe auch inhaltlich. Auch bei Aurelius hat nun Shortseller Ontake bilanzielle Unregelmäßigkeiten bei der Beteiligungsgesellschaft angeprangert. Die gleichen Vorwürfe, die Wirecard heimgesucht haben. Zugegeben, solche Vorwürfe sind vom Grundsatz her auch sehr schwerwiegend. Entsprechend heftig fiel hier auch die Kursreaktion bei Aurelius aus, bei der die Aktie auf das 2014er-Tief gefallen ist.

Bemerkenswert ähnlich ist außerdem, dass die BaFin sich in diese Causa eingemischt hat und die Attacke nun für illegal erklärt hat. Demnach sei die Shortattacke insbesondere formell rechtswidrig. Ontake habe sich nicht als Analysehaus für in Deutschland gelistete Unternehmen registrieren lassen. Zudem wiesen die auf der Internetseite befindlichen Informationen gewisse Mängel auf, die hier ebenfalls gerügt worden sind. Das stelle einen Verstoß gegen das Wertpapierhandelsgesetz dar, so zumindest der derzeitige Verlauf der Causa Aurelius.

Es gibt auch Differenzen

Neben diesen bemerkenswerten Parallelen des Timings, der Vorwürfe und auch der Einmischung der BaFin existieren jedoch auch bedeutende Unterschiede zwischen Aurelius und Wirecard. Insbesondere die Schwere der Vorwürfe und die Reputation des Anklägers dürften dabei von Bedeutung sein. So zumindest mein persönliches Gespür.

Die Financial Times ist schließlich zumindest bis zur Causa Wirecard eine sehr seriöse, ernstzunehmende Tageszeitung gewesen. Je nach Ausgang der Angelegenheit rund um den innovativen Zahlungsdienstleister könnte der Ruf hier womöglich leiden, zunächst hatte die Argumentation allerdings Gewicht. Ontake hingegen ist ein ominöser Dienstleister, der mangelnde Informationen über sich selbst auf seiner Internet-Präsenz veröffentlicht hat, was selbst die BaFin rügt. Durch die Blume lässt diese deutsche Behörde sogar anklingen, dass man vorsichtig bezüglich dieser Quelle sein sollte.

Zudem könnten die gestreuten Informationen bewusst in einen falschen Kontext gerückt worden sein, weil Ontake ein Interesse bei Aurelius verfolgt. Möglicherweise eine Parallele zur Financial Times, wo Autor Dan McCrum Gerüchten zufolge ebenfalls mit Shortsellern kooperiert haben könnte (sehr, sehr dünnes Eis, weil sehr hypothetisch). Ein Zusammenhang konnte jedoch nicht nachgewiesen werden.

Wohl eher ein kurzweiliges Happening

Unterm Strich sieht bei Aurelius daher vieles wie ein kurzweiliges Happening aus. Das Schadensmaß ist zwar heftig und gewisse Parallelen zu Wirecard lassen sich nicht leugnen. Allerdings gibt es dennoch bedeutende Differenzen, die hier auf einen klaren Qualitätsunterschied hinweisen. Auch wenn der Aktienkurs von Aurelius womöglich Zeit brauchen wird, um sich zu erholen, so sollten Investoren sich womöglich lieber auf das Wesentliche konzentrieren. Und nicht auf derartige Gerüchte.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

 

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