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H&M-Aktie steigt um 8,5 % – kommt jetzt der große, operative Turnaround?

Foto: Getty Images

Die Aktie von H&M (WKN: 872318) hat zum Donnerstag dieser Woche ein starkes Lebenszeichen von sich gegeben. Innerhalb weniger Stunden stieg die Aktie um ca. 8,5 % auf fast 20,00 Euro je Anteilsschein. Möglicherweise eine Dynamik, die sich im Laufe des Tages noch verstärken wird.

Ein Anstieg, der von einer wichtigen operativen Meldung begleitet worden ist, die eine Wende in der Ausrichtung des schwedischen Modekonzerns bedeuten könnte. Und das Ende einer personellen Ära.

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Werfen wir in diesem Sinne einen Foolishen Blick auf diese Meldung, die mit einer personellen Veränderung beginnt.

Ein Wechsel auf operativer Führungsebene

Wie am Donnerstag dieser Woche bekannt geworden ist, wird zunächst der Mehrheitseigner und H&M-Erbe Stefan Persson vom Aufsichtsrat zurücktreten. Nach inzwischen 20 Jahren als Chef des Aufsichtsgremiums eine bedeutende Wende, die weitreichendere, personelle Veränderungen nach sich zieht.

Nachrücken soll nämlich sein Sohn Karl-Johan Persson, der bislang als CEO die operativen Geschicke von H&M geleitet hat. So sei es der ausdrückliche Wunsch des Vaters, dass der Junior auf den Chefsessel des Aufsichtsrates vorrücke. Ein Ritterschlag an dieser Stelle? Lass uns darüber gleich ein wenig sinnieren.

Als CEO wird Helena Helmersson nun die Leitung über H&M übernehmen, wobei dieser Schritt wohl ab sofort beginnen soll. Junior Persson wird demnach mit dem Beschluss der Hauptversammlung den Aufsichtsratsposten übernehmen, so zumindest die bisherigen Pläne.

In den letzten Monaten und Quartalen sind die Umsätze und Ergebnisse zwar wieder auf einem Weg der Besserung. Möglicherweise hat dieser personelle Wechsel nach einigen schwierigen Jahren dennoch etwas Beigeschmack.

War Karl-Johan Persson etwa nie der Richtige?

Unter der Führung von Karl-Johan Persson hat H&M nämlich in meinen Augen einige wesentliche strategische Fehler gemacht. Die regionale Expansion wurde zwar konsequent weiter ausgebaut, so wie man es von einem früheren Expansionschef erwarten konnte. Allerdings lag der Fokus des schwedischen Konzerns zu lange auf dem stationären Einzelhandel, was sich zwischenzeitlich in Wachstumssorgen und einem rückläufigen Geschäftsvolumen bemerkbar gemacht hat.

Im Gegenzug wurde der Onlinehandel eher zögerlich und stiefmütterlich angegangen und, bei allem Respekt vor den jüngeren Erfolgen: Im Endeffekt kann H&M mit seinen Lösungen hier immer noch nicht mit der etablierten Konkurrenz, im europäischen Markt vornehmlich Zalando (WKN: ZAL111), mithalten.

Die Bilanz des scheidenden H&M-CEO ist und bleibt daher eine Fehlentscheidung bei der bisherigen Ausrichtung und das Verpassen des Onlinehandels sowie die Transformation dahin. Das Ergebnis ist unter anderem ein Konzernumbau, bei dem teilweise die Expansion und vor allem stationäre Läden dicht gemacht werden mussten, um wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Möglicherweise auch deshalb das signifikante Kursplus bei Bekanntwerden dieser Meldung, die auf eine operative Verbesserung hindeuten könnte.

Neues Management, neues Glück

Die Reaktion der Anleger hat daher in meinen Augen etwas von einer Mentalität, die man als neues Management neues Glück deklarieren könnte, und ich bin mir nicht einmal sicher, wie es der Hauptaktionär Vater Persson gemeint hat, als er von seinem ausdrücklichen Wunsch gesprochen hat, dass der Sohnemann künftig eher eine überwachende Funktion im Aufsichtsrat einnimmt.

Vielleicht steht die Aktie von H&M nun jedenfalls vor einem weiteren Turnaround und einer künftig besseren Ausrichtung. Wobei es schwierig wird, die Versäumnisse der Vergangenheit aufzuholen und der enteilten Onlinekonkurrenz etwas entgegenzusetzen. Mal sehen, was hier folgen wird.

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Vincent besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt Zalando.

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