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Deutschland ist Innovationsweltmeister! 5 Gründe, warum die Aktien trotzdem nicht profitieren

Es gibt Grund zum Feiern! In einem Ländervergleich von Bloomberg wurde Deutschland zum Innovationsweltmeister gekürt. Das Land der Zauderer, Nörgler und der sprichwörtlichen German Angst hat sich vor Südkorea und alle anderen geschoben.

Leider spiegelt sich dieser Erfolg an der Börse nicht wider, denn im Ranking der größten Aktiengesellschaften der Welt fällt Deutschland immer weiter zurück. Wie also lässt sich dieser Widerspruch erklären und was sagt uns das über die Zukunftsaussichten von Investments in DAX und Co.?

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Darum geht’s im Detail

Im Anholt-Ipsos Nation Brands Index wird Deutschland nun schon zum dritten Mal hintereinander zur Nummer 1 erklärt. Eine überdurchschnittlich gute Reputation in Bereichen wie Exportgüter, Kultur, Expertise und Regulierungsrahmen führten erneut zu diesem erfreulichen Ergebnis.

Aber ein Feld, wo viele Deutsche ihr Land eher unter „ferner liefen“ wähnen, ist die Innovationsfähigkeit. Bei Internet und Smartphones, für viele der Inbegriff der Innovation, spielen einheimische Unternehmen eben meist nur eine Nebenrolle. Aber wenn man das Thema etwas weiter fasst und Statistiken zu Forschungslandschaft, Produktionsbasis, Hightech-Unternehmen, Hochschulen und Patenten auswertet, dann schneidet Deutschland überall gut ab und ist deshalb im aktuellen Ranking des Bloomberg Innovation Index ganz vorn.

Interessant ist dabei auch, dass die meisten Nachbarländer ebenfalls ausgezeichnet abschneiden, was sicherlich ein Ergebnis der grenzüberschreitenden Forschungskooperation und des weitgehend freien Zugangs zum deutschen Markt ist. Gemeinsam werden beispielsweise entscheidende Beiträge zur Wasserstoffwirtschaft, zur Industrie 4.0, zum 3D-Druck und zur Photonik geleistet, alles Gebiete, die langfristig erheblich an Bedeutung gewinnen sollten.

Wenn wir uns allerdings die Liste der 100 größten börsennotierten Unternehmen anschauen, ergibt sich ein weniger erfreuliches Bild. Einer Auswertung der Beratungsgesellschaft EY vom Dezember 2019 zufolge sind nur noch Siemens (WKN: 723610) und SAP (WKN: 716460) darin enthalten und das Fazit lautet, Deutschland leide unter einem Bedeutungsverlust. Wie erklärt sich diese Diskrepanz?

Erklärungsversuche

Schwerpunktsetzung der Politik
Dass viele Deutsche etwas intensiver als anderswo über die Probleme der Welt nachdenken, hat einerseits zur Folge, dass gelegentlich an innovativen Lösungen geforscht wird, für die sich das Problem erst noch entwickeln muss. Andererseits rücken dadurch auch die Gefahren in den Vordergrund der Wahrnehmung.

Denkmal-, Daten-, Wald-, Gesundheits-, Lärm- und Tierschutz erzeugen ein Dickicht an Regelungen, die es zu beachten gilt. Teure Zulassungsprozesse haben schon so manches innovative Projekt zu Fall gebracht. Das US-Regime lässt sich dafür feiern, dass die Umweltregulierung zurückgeschraubt wurde, bei uns wird über Verschärfungen diskutiert.

Hinzu kommt, dass es in den USA als eine große Errungenschaft gefeiert wird, wenn JPMorgan Chase (WKN: JPM4CE) zehn Jahre nach der mitverursachten Finanzkrise wieder Rekordgewinne von über 36 Mrd. US-Dollar abgreift. Bei uns werden Deutsche Bank (WKN: 514000) und Co. zur Strafe zusammengestaucht. In Summe ist festzustellen, dass ein Teil des Erfolgs von China und den USA im Börsenranking mit niedrigeren Standards zu tun hat.

Begrenzter Heimatmarkt
China und die USA haben darüber hinaus den Vorteil des großen Heimatmarkts. Die deutschsprachige Region besteht aus rund 100 Mio. Menschen, gegenüber über 300 Mio. in den USA und 1,4 Mrd. in China. Schon allein eine deutsche E-Commerce- oder Cloud-Lösung nach Frankreich zu übertragen stellt eine große Hürde dar.

Konservative Pricing-Strategien
Einen weiteren Knackpunkt sehe ich bei der Preisgestaltung. Deutsche Unternehmen sind es seit jeher gewohnt, sich für die Arbeit fair bezahlen zu lassen und dann noch eine Gewinnmarge für den Eigentümer aufzuschlagen. Nach Abzug aller Kosten und Steuern bleiben dann im besten Fall Nettomargen von 5 oder 10 % übrig.

Bei amerikanischen Tech-Unternehmen hingegen werden beispielsweise Werbebegriffe meistbietend versteigert, obwohl das Einblenden kaum Kosten verursacht. Somit ergeben sich Traummargen, die letztlich zu HyperCaps wie Alphabet (WKN: A14Y6F) und Facebook (WKN: A1JWVX) geführt haben. Die Nettomarge von VISA (WKN: A0NC7B) bewegt sich seit einiger Zeit bei sagenhaften 50 %.

Ansiedelung im Ausland und Stiftungsunternehmen
Zu Bedenken ist auch, dass einige Top-Unternehmen mit starkem Deutschlandbezug im Ausland angesiedelt wurden, darunter Schwergewichte wie Airbus (WKN: 938914) und Linde (WKN: A2DSYC). Daneben spielt die Tradition der familien- und stiftungsgeführten Unternehmen in Deutschland eine größere Rolle als anderswo. Champions wie Bosch, ZF, Boehringer Ingelheim oder Carl Zeiss tragen eine Menge zur Innovationskultur bei, ohne in Börsenrankings aufzutauchen.

Selbstkannibalisierung
Mein letzter und vielleicht sogar wichtigster Punkt betrifft die Tatsache, dass das deutsche Innovationssystem in der Regel darauf abzielt, Bestehendes zu perfektionieren. Maschinenbauer präsentieren alle paar Jahre eine verbesserte Version und Autohersteller erneuern periodisch ihre Modellpalette. Das sorgt zwar dafür, dass die Marktposition verteidigt werden kann, aber das Neue führt stets zur Abschreibung des Alten, sodass die Konzerne oft auf der Stelle treten.

Einige der wertvollsten Unternehmen der Welt verfolgen hingegen eine andere Strategie. Sie wagen sich ständig auf neue Betätigungsfelder, die von ihrer Kerntechnologie profitieren könnten. Vieles davon scheitert, aber die wenigen Volltreffer führen zu neuen Standbeinen, die das bestehende Geschäft ergänzen und somit viel höhere Wachstumsraten erlauben.

Was Anleger davon lernen können

Dass eine neutrale Auswertung zum Ergebnis kommt, dass kein Land innovativer ist als Deutschland, ist sicherlich eine gute Basis dafür, dass einheimische Unternehmen sich auch zukünftig gut auf den Weltmärkten behaupten können. Für echte Wachstumsstorys müssen wir jedoch auf gewisse Eigenschaften achten, wie zum Beispiel eine nutzenorientierte Pricing-Strategie, Mut zur Eroberung neuer Anwendungsgebiete und eine überzeugende Internationalisierung, die sich nicht durch Regulierung aus dem Konzept bringen lässt.

Erfolgsgeschichten wie TeamViewer (WKN: A2YN90) und Nemetschek (WKN: 645290) belegen, dass die dafür notwendige Denkweise mittlerweile auch in Deutschland vorhanden ist. Bis diese sich allerdings in der Top-100-Liste einreihen, dürfte es noch einige Zeit dauern.

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Ralf Anders partizipiert über ein von ihm betreutes Indexzertifikat an der Aktienentwicklung von Siemens. Suzanne Frey arbeitet als Führungskraft bei Alphabet und sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. Randi Zuckerberg, eine frühere Leiterin der Marktentwicklung und Sprecherin von Facebook sowie Schwester von CEO Mark Zuckerberg, sitzt im Board of Directors von The Motley Fool. The Motley Fool besitzt und empfiehlt Aktien von Alphabet (A-Aktien), Facebook und Visa.

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