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Crash-Gefahr so groß wie nie? Mit diesem Trick kannst du trotzdem weiter Aktien kaufen

Foto: Getty Images

Ein Minus von über 2 %. Verdampft, verloren, ausradiert – und das an nur einem einzigen Tag. Zum Anfang der vierten Kalenderwoche des Jahres 2020 ging es ausnahmsweise wieder heiß her im DAX.

Schwankungen im niedrigen einstelligen Prozentbereich sind per se nicht der Rede wert. Aber der Fantasie sind bekanntlich keine Grenzen gesetzt. Auch nicht, wenn es um Albträume geht.

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Warum sollte es als Nächstes nicht um 20 oder gar 50 % gen Süden gehen? Ist das, was wir gerade beobachten, nur eine Korrektur oder der Beginn des großen – längst überfälligen – Börsengewitters, auf das ohnehin alle zu warten scheinen?

Wer bei dieser Frage zu einem eindeutigen „Ja, der Crash ist da“ tendiert, müsste jetzt streng genommen alle Aktien verkaufen oder wenigstens keine neuen Käufe in Angriff nehmen. Aber man kann genauso gut den großen Crash erwarten und trotzdem Aktien kaufen. Klingt komisch, ist aber so!

Optimisten halten alles (aus)

An der Börse geht es nur ums Kaufen und Verkaufen. Diese Feststellung ist korrekt, aber nicht vollständig. Denn es gibt viele Investoren, die nichts dergleichen tun, sondern vor allem einfach nur halten.

Halten kann mehr Spaß machen, als viele denken. Regelmäßige Dividenden, die ab und an sogar steigen, können einem das Leben mindestens genauso versüßen wie saftige Kurssteigerungen.

Halten klingt nach einer einfachen Aufgabe. Eine wichtige Qualifikation sollte man trotzdem mitbringen: Optimismus. Was ist, wenn der Markt plötzlich um 50 % einbricht? Was ist, wenn eine lange Seitwärtsphase sämtliche Hoffnungen auf gigantische Kursgewinne im Schneckentempo zu Tode foltert? Dann können nur solche Investoren halten, die fest daran glauben, dass der Markt langfristig eine Lösung finden wird. Egal für welches Problem.

Neben einer guten Portion Optimismus ist ein weiterer Baustein gefragt, der in der Portfoliotheorie (die Theorie zur bestmöglichen Kombination von Anlagealternativen) gerne und oft belächelt wird: Liquidität.

Wer optimal positioniert ist, kann weiter Aktien kaufen

Wenn es hart auf hart kommt, ist jede Portfoliotheorie am Ende. Denn wer in schwierigen Zeiten gezwungen ist, die über Jahre gesammelten Schätze zum Spottpreis zu liquidieren, hat am Ende nichts gewonnen, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit ziemlich viel verloren.

Eine nicht allzu knapp kalkulierte Bargeldposition ist in solchen Zeiten „Gold wert“. Wie groß die genau zu sein hat, hängt von der persönlichen Lebensgestaltung ab. Der eine braucht mehr, der andere weniger. Genug Reserven für den Zeitraum von etwa einem Jahr zu bunkern, ist aus meiner Sicht die rationalste Lösung. Als der DAX Ende 2007 von der US-Immobilienkrise tief ins Minus gezogen wurde, war der Boden rund ein Jahr später erreicht.

Investoren, die ihre Bargeldposition trotz des Aktienbooms der letzten Jahre stets gut gepflegt haben – und vielleicht sogar eine Extraportion Edelmetalle für extreme Notfälle ihr Eigen nennen – sind jetzt klar im Vorteil. Denn mit diesem Portfolio im Rücken können die Aktien der Wahl auch in nervösen Zeiten angstfrei erworben werden. Der Markt kann morgen in den Sturzflug übergehen – so lange man nicht verkaufen muss, darf man weiter Optimist sein!

Rundum sorgloses Fazit

Ein bekannter Investor sagte einmal: „Immer wenn ich Aktien kaufe, fällt der Preis.“ Tja! Man erwischt eben nicht immer nur Kursraketen. Das ist die Realität an der Börse. Doch keine Aktien kaufen ist auch keine Lösung. Dann hätte man nur eine Position: 100 % Bargeld. Ob das so schlau ist angesichts Inflation und Notenbankexperimenten? Wie wäre es stattdessen mit dem Mittelweg, so wie es Buddha einst empfahl? Selbst der norwegische Staatsfonds hat keine Aktienquote von 100 %. Auch heutzutage nicht (Stand: 2019). Ich bin kein Schönwetterinvestor. Ich kaufe nicht nur dann Aktien, wenn das Umfeld stimmt. Ich baue mein Umfeld bzw. mein Portfolio so, dass ich immer Aktien kaufen kann.

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