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Dividendentraum Lufthansa-Aktie: Kann es irgendwelche Zweifel an 5,5 % Ausschüttung geben?

Saftige Dividenden sind offenbar nicht genug: Die Aktie von Lufthansa (WKN: 823212) dümpelt seit vielen Jahren um die Marke von 15 Euro. Aber muss uns das mangelnde Interesse der anderen stören, wenn wir hier die Gelegenheit haben, an den Gewinnen schön zu partizipieren? Oder sollten andersherum die Alarmglocken schrillen angesichts der spottbilligen Bewertung? Lass uns diesen beiden Fragen nachgehen, um herauszufinden, ob dieser Dividendenstar das Richtige für unser Depot sein könnte.

So billig ist die Lufthansa-Aktie

2017 und 2018 gab es eine Dividende von 80 Eurocent je Aktie, was beim Kurs von 14,40 Euro (Stand 24.01.) einer Rendite von über 5,5 % entspricht. Dazu lohnt es sich, sich den Eingangstext zum Geschäftsbericht 2018 zu Gemüte zu führen:

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Die Lufthansa Aktie soll ein lohnenswertes Investment sein und bleiben. Wir sind ein wachsender Konzern mit Tradition und klaren Strategien für eine profitable Zukunft, haben das zweitbeste Ergebnis in der Unternehmensgeschichte erzielt und bieten eine hohe Dividendenkontinuität – all das und noch mehr macht die Lufthansa Aktie zu einer „(Mehr-)Wertanlage“.

Allerdings wurde am 24. Juni 2019 auch eine neue Dividendenpolitik beschlossen, um mehr Flexibilität für kontinuierliche Dividendenzahlungen zu haben:

… zukünftig sollen 20 bis 40 % des Konzerngewinns, bereinigt um einmalige Gewinne und Verluste, ausgeschüttet werden.

Weiterhin gilt jedoch, dass man profitabel wachsen und ein verlässlicher Dividendenzahler sein will. Somit darf man wohl davon ausgehen, dass die 0,80 Euro die Untergrenze darstellen, soweit es die Finanzlage zulässt. Dabei erinnern wir uns, dass der Gewinn 2018 bei 4,58 Euro je Anteil lag, also nur 17 % ausgeschüttet wurden. Umgekehrt ausgedrückt könnte der Gewinn sich fünfteln und es wäre theoretisch trotzdem noch genug übrig, um eine stabile Dividende zu bezahlen, ohne dafür an die Substanz zu gehen.

Tatsächlich wird jedoch lediglich mit einem Rückgang auf etwa 2,70 Euro je Aktie gerechnet, nachdem nach neun Monaten ein Gewinn von gut 1 Mrd. Euro, entsprechend 2,18 Euro je Aktie, in den Büchern stand. Das war zwar ein kräftiger Rückgang um 43 %, aber da 40 % von 2,70 Euro etwa 1,07 Euro ausmachen, besteht weiterhin ein Polster, um die Dividende konstant zu halten.

Warum die Alarmglocken schrillen könnten

Ein Problem ist sicherlich, dass es mit dem profitablen Wachstum bisher nicht so richtig klappt. Die Lufthansa scheint von einem Problem zum anderen zu stolpern. Kaum ist ein Streik gelöst, schießen die Treibstoffkosten in die Höhe, treten operative Probleme auf oder drücken Überkapazitäten auf die Margen. Die Hoffnung, dass die diversen Pleiten in der Branche etwas Wettbewerbsdruck aus der Branche nehmen würden, haben sich bisher nicht bewahrheitet.

Dass die Condor unter das Dach der polnischen LOT schlüpft und das dortige Management auf Wachstum setzt, lässt ebenfalls nichts Gutes erahnen. Außerdem scheint sich die Regulierungsschlinge immer mehr zuzuziehen, wenn man CO2-Steuer und den zunehmenden Widerstand gegen den Flugverkehr allgemein betrachtet.

Ein weiterer Punkt ist, dass Umstrukturierungen immer wieder Unruhe in den Konzern bringen. Nach dem Verkauf der Catering-Tochter LSG wird nun diskutiert, ob auch die Techniksparte veräußert werden könnte. Ob der zunehmende Fokus auf das reine Fliegen wirklich die erhofften langfristigen Effekte bringt? Die geringere Diversifizierung könnte jedenfalls auch ein Risiko darstellen.

Darum überwiegt das Positive trotzdem

Natürlich ist es ärgerlich, dass die Konzernentwicklung immer wieder durch interne Probleme, verschärfte Wettbewerbsbedingungen und strengere Regulierung zurückgeworfen wird. So dürfte es schwierig werden, den Rekordgewinn von 2017 auf absehbare Zeit zu wiederholen. Bei einer Marktkapitalisierung von 7 Mrd. Euro und rund 9 Mrd. Euro Eigenkapital in der Bilanz muss sie das aber auch nicht.

Wichtig ist, dass die umfassenden Investitionen sich zukünftig besser bemerkbar machen. Das Rebranding mit dem Premiumanstrich, die neuen Pricing-Strategien, die effizientere Aufstellung von Eurowings und die vielfältigen Digitalisierungsinitiativen haben alle viel Geld gekostet, sollten aber dazu beitragen, die Marktanteile zu verteidigen, neue Umsatzquellen zu erschließen und die Kosten im Griff zu behalten.

Was die Regulierungsschlinge angeht, würde ich mal davon ausgehen, dass das gut mit der Politik vernetzte Management in der Lage ist, die notwendigen Maßnahmen vorausschauend einzuleiten, um sich im Branchenvergleich vorteilhaft zu positionieren. Der Plan, komplett auf Grünstrom umzustellen, verstärkt in die Flotteneffizienz zu investieren und beim Bodenbetrieb bis zum Ende des Jahrzehnts CO2-neutral zu werden, geht schon mal in die richtige Richtung.

Insgesamt hat die Lufthansa-Aktie in meinen Augen trotz einiger Herausforderungen beste Chancen, das bereits hohe Dividendenniveau über die kommenden Jahre weiter zu steigern. Ab und zu daran zu zweifeln kann natürlich trotzdem sinnvoll sein, denn das Airlinegeschäft ist tückisch.

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Ralf Anders besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.