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Gold-ETFs – die smarte Alternative zu physischem Gold?

ETFs haben in den letzten Jahren unzähligen Anlegern den einfachen Weg an die Börsen dieser Welt ermöglicht. Viele Milliarden Euro und Dollar sind durch sie in den MSCI World, S&P 500 und Co. geflossen. Doch ETFs gibt’s nicht nur für Aktien – nein, es gibt sie auch für Rohstoffe.

Rein rechtlich sind sie zwar keine ETFs – zumindest hier in Europa nicht. Statt Gold-ETFs bezeichnet man sie hierzulande deshalb Gold-ETCs. Anderer Name – (fast) das gleiche Ergebnis: Anleger können zu günstigen Konditionen einfach und unkompliziert in Gold investieren.

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Doch sind Gold-ETCs wirklich eine smarte Alternative zu physischem Gold?

Die Kosten – der große Pluspunkt von Gold-ETFs

Typisch deutsch – mein erster Blick richtet sich natürlich sofort auf die Gebühren. In der folgenden Tabelle findest du eine Gegenüberstellung der Kosten von physischem Gold und einem Gold-ETC.

Physisches Gold * Gold-ETC
Spread          ca. 2 %    0,25 %
Lagerkosten/TER p.a.        ca. 0,6 %    0,25 %

Quelle: proaurum, justETF.com

 * 5 Unzen Gold, Wert rund 7.000 Euro

Beim physischen Gold bin ich beim Spread – das ist der Unterschied zwischen Kauf- und Verkaufspreis, also das, was beim Händler hängen bleibt – von einem proaurum-Artikel ausgegangen. Einer von Deutschlands größten Goldhändlern gibt einen Spread von rund 2 % an.

Bei den Lagerkosten habe ich ein stinknormales Bankschließfach herangezogen. Je nach Lage der Bank schwankt diese Gebühr natürlich – ich bin von 50 Euro Schließfachgebühr pro Jahr ausgegangen. Für unsere fünf Unzen Feindgold sollte in diesem Preis eine Schließfachversicherung enthalten sein, die den Wert unserer fünf Unzen abdeckt (ACHTUNG: Wer vorhat, einen Kilo-Goldbarren ins Schließfach zu legen, der sollte definitiv die Versicherungssumme prüfen. In aller Regel steigen die Kosten für das Schließfach bei solchen Beträgen in nicht unerheblichem Maße an!).

Beim Gold-ETF – entschuldige, ich meine natürlich Gold-ETC – habe ich die Werte des Xtrackers Physical Gold ETC (WKN: A1E0HR) verwendet. Du siehst, sowohl beim Spread als auch bei den Lagerkosten sind die Kosten deutlich niedriger als bei physischem Gold. Keine Frage, was die Kosten betrifft, sind Gold-ETC extrem effizient – und damit günstig.

Rein rational betrachtet kann es im Duell zwischen physischem Gold und Gold-ETCs daher eigentlich nur einen Gewinner geben – nämlich die äußerst effizienten ETCs.

Darüber sollten sich Gold-ETF-Investoren im Klaren sein

Wie eingangs erwähnt gibt es hierzulande keine Gold-ETFs – nur ETCs. Hierbei handelt sich allerdings nicht nur um eine andere Bezeichnung – es gibt einen elementaren Unterschied, den jeder ETC-Investor verstehen sollte: Im Gegensatz zu einem ETF ist das in einen ETC investierte Kapital kein Sondervermögen. Im Falle einer Insolvenz des Emittenten – in unserem Falle der DWS (WKN: DWS100), zu der Xtrackers gehört – ist unser Kapital nicht geschützt. Ein ETC ist eine Schuldverschreibung des ETC-Anbieters – somit haben wir Anleger bei ETCs ein Emittentenrisiko zu tragen.

Mein Fazit: Gold-ETFs sind günstig, aber nicht jedermanns Fall

Keine Frage – rein rational betrachtet ist ein Investment in Gold-ETCs aufgrund der niedrigeren Kosten definitiv eine sinnvoll Alternative zu physischem Gold. Zu groß der Unterschied beim Spread, und vor allem bei der Lagerung. Wer vorhat, in Gold zu investieren, der sollte diese Möglichkeit daher zumindest einmal in Betracht ziehen.

Allerdings sollten sich Gold-ETC-Investoren des gerade erwähnten Emittentenrisikos bewusst sein, dem man mit der Streuung über mehrere ETCs unterschiedlicher Anbieter zwar entgegenwirken kann, zu 100 % eliminieren kann man es aber nicht.

Am Ende sollte man bei aller Rationalität auch den emotionalen Aspekt nicht völlig außer Acht lassen: Zum einen ist es einfach ein ziemlich cooles Gefühl, Gold in den Händen zu halten, zum anderen kann man auf physisches Gold – auch wenn’s im Schließfach liegt – relativ einfach zugreifen. Das geht bei Zertifikaten, wie sie ETCs sind, natürlich unter Umständen nicht immer so einfach und unbürokratisch.

Am Ende ist es daher in meinen Augen eine Frage des persönlichen Geschmacks, wie man in Gold investiert. Ich persönlich kann beide Ansichten sehr gut verstehen – die rationale und die emotionale.

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Thomas Brantl besitzt keine der genannten Aktien. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Wertpapiere.

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