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Ist Gold derzeit überbewertet?

Während die Aktienmärkte in den USA und Europa in den letzten Wochen und Monaten starke Wertzuwächse verzeichnen konnten, hat sich auch der König unter den Edelmetallen stark entwickelt. Richtig, die Rede ist von Gold. Jedoch spaltet das beliebte Edelmetall die Marktteilnehmer. Das liegt unter anderem daran, dass Gold, anders als Aktien, keine regelmäßigen Ausschüttungen verspricht. Dennoch zeigt sich Gold über Jahrhunderte hinweg als wertbeständig, sodass vor allem in Zeiten erhöhter Liquidität durch Notenbanken eine Investition in Gold vielversprechend sein kann.

Gründe für den Anstieg

Die Gründe für den seit knapp 18 Monate anhaltenden Anstieg des Goldpreises sind mannigfaltig. Unbestritten ist jedoch, dass ein wesentlicher Werttreiber das derzeit niedrige Zinsniveau ist. Denn Anleger erhalten auf ihre risikolosen Anlagen wie Sparbücher kaum bis keine Zinsen. Das führt im Umkehrschluss dazu, dass die Opportunitätskosten von Gold vergleichsweise gering sind. Würden Spareinlagen beispielsweise 4 % p. a. abwerfen, wäre eine Anlage in Gold unattraktiver, da hier Anleger, wie zuvor erwähnt, keine Zinsen oder Dividenden erhalten.

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Ganz im Gegenteil zu den Zinsen sorgt die derzeitige Inflation dafür, dass Einlagen auf Sparbüchern real sogar an Wert verlieren. Im Vergleich dazu kann eine Investition in Sachwerte wie Edelmetalle zumindest vor der Inflation schützen und somit erscheint Gold aus dieser Perspektive als eine attraktive Möglichkeit zur Werterhaltung.

Jedoch sind es auch globale Unsicherheiten und Krisen wie eine mögliche Absetzung von Donald Trump, Handelskonflikte zwischen den USA und China, Unruhen im Nahen Osten sowie der bevorstehende Brexit, die die Flucht der Anleger in den vermeintlich sicheren Hafen Gold begünstigen.

Möglichkeiten zur Bewertung des Goldpreises

Ein wesentlicher Unterschied in der Bewertung von Gold im Vergleich zu Aktien besteht für mich darin, dass man bei Gold keine allgemein bekannten Kennzahlen wie ein KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) heranziehen kann. Jedoch gibt es andere Bewertungsmöglichkeiten, die einen Indikator darstellen können, ob der aktuelle Goldpreis überbewertet erscheint oder nicht.

Eine Möglichkeit besteht zum Beispiel darin, den Goldpreis in Relation zum Silberpreis zu setzen. Die dadurch erhaltene Kennzahl nennt sich Gold-Silber-Ratio. Bei dieser Kennzahl wird errechnet, wie viele Unzen Silber benötigt werden, um eine Unze Gold erwerben zu können. Wie du als Foolisher Anleger erkennst, handelt es sich hierbei um eine relationale Kennzahl, die ausdrückt, auf welchem Preisniveau sich der Goldpreis im Vergleich zum Silberpreis befindet.

Spannend ist die Tatsache, dass in Krisenzeiten das Gold-Silber-Ratio oftmals ansteigt, dass heißt, dass Gold überproportional an Wert gewinnt. Dies war zum Beispiel nach dem Platzen der Dotcom-Blase der Fall, als das Ratio im Jahr 2003 ein Zwischenhoch von 78,5 oder während der Finanzkrise 2008/09 einen Wert von 80 erreichte. In den darauffolgenden Jahren hat sich der Silberpreis deutlich besser als der Goldpreis entwickelt, sodass im Jahr 2011 lediglich 33 Unzen Silber für eine Unze Gold genügten.

Da das Gold-Silber-Ratio derzeit bei über 85 liegt, wird deutlich, dass Gold im Vergleich zu Silber, historisch betrachtet, sehr teuer ist, wonach ich davon ausgehe, dass sich der Silberpreis in den nächsten Jahren besser als der Goldpreis entwickeln wird. Jedoch bedeutet dies nicht, dass der Preis von Gold sinken muss, denn für einen Rückgang des Gold-Silber-Ratios genügt schon ein Anstieg des Silberpreises.

Fazit

Meiner Meinung nach sollten Anleger auf jeden Fall auch einen Teil des Portfolios in Gold investieren. Eine solche Investition macht schon allein aus dem Gesichtspunkt der Risikostreuung Sinn und sollte unter anderem dafür sorgen, dass bei globalen Krisen die Volatilität des Portfolios reduziert wird. Angesichts des derzeit hohen Goldpreises und des damit verbundenen Rückschlagrisikos sollte jedoch die Position nicht zu groß gewählt werden.

Des Weiteren solltest du als Anleger auch stets im Hinterkopf haben, dass Gold keine regelmäßigen Ausschüttungen verspricht, wonach Extrempositionierungen in Gold einen Dämpfer für die Rendite des Portfolios darstellen können.

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