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Varta-Aktie: Erst Crash, jetzt Insiderprobleme – droht hier eine zweites Wirecard-Schicksal?

Foto: Getty Images

Die Aktie von Varta (WKN: A0TGJ5) hat in den letzten Wochen keine einfache Zeit gehabt. Seit Jahresanfang korrigierte das Papier immerhin von 123,20 Euro auf das aktuelle Kursniveau von 92,30 Euro (20.01.2020, maßgeblich für alle Kurse). Das entspricht Pi mal Daumen einem Einbruch von rund einem Viertel.

Allerdings sind es nicht bloß Fragen der Bewertung und der Konkurrenz, die in diesen Tagen für mächtig Wirbel sorgen, sondern auch einige kritische Berichte, die einen bedeutenden Großinvestor betreffen.

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Schauen wir im Folgenden einmal, was man als Investor diesbezüglich wissen muss und ob das womöglich das operative Geschäft betreffen könnte. Und ob hier womöglich ein ähnliches Schicksal wie das der Wirecard (WKN: 747206)-Aktie im letzten guten Jahr drohen könnte.

Darum steht ein Großinvestor jetzt in der Kritik

Wie wir mit Blick auf aktuelle Meldungen vernehmen können, steht gegenwärtig kein Geringerer als Michael Tojner in der Kritik. Tojner ist Chef von Montana Tech Components, einem Schweizer Unternehmen aus dem Industriebereich, das mit einem Anteil von 58,3 % maßgeblich an Varta beteiligt ist. Somit eigentlich der führende Großaktionär aus den Reihen des Batterieunternehmens.

Tojner wird vorgeworfen, in Österreich möglicherweise betrogen zu haben. Zumindest sei eine Anzeige im Burgenland gegen den Funktionär der Schweizer Firma eingegangen. Inhaltlich gehe es darum, im Immobilienbereich womöglich Grenzen der Gemeinnützigkeit und der jeweiligen Förderungen ausgereizt zu haben. Auch wenn sich diese Vorwürfe wohl auf einen Zeitraum im Jahr 2019 beziehen, so soll sich der Funktionär bereits vor fünf Jahren mit einem ähnlichen Verhalten um 113 Mio. Euro bereichert haben. Kein Kleinvieh, wenn du mich fragst.

Diese Meldungen scheinen gegenwärtig etwas auf Varta abzufärben, wobei sich diese Vorwürfe eigentlich nicht sonderlich stark im Aktienkurs bemerkbar machen. Bloß Zufall, oder der durchwachsenen Entwicklung der letzten Wochen geschuldet? In meinen Augen eher nicht, denn:

Eigentlich hat das wenig mit Varta zu tun

Grundsätzlich haben diese aktuellen Meldungen wohl wenig mit Varta und dem operativen Verlauf zu sein. Ein weit entfernter Funktionär des maßgeblichen Investors steht unter Betrugsverdacht. Nicht einmal für die schweizerische Firma könnte das gigantische Auswirkungen haben, dann wohl auch nicht für Varta.

Die Betrugsvorwürfe stehen jedenfalls in keinerlei mittelbarem oder unmittelbarem Verhältnis zu Varta und entsprechend ist die aktuelle Ausgangslage wie eh und je: Die Bewertung ist gemessen an so manchen fundamentalen Kennzahlen hoch, die Chancen könnten es ebenfalls sein. Die Sorgenfelder sind und bleiben daher die Wettbewerbsposition, die Bewertung und die Konkurrenzlage.

Ein zweites Wirecard-Schicksal dürfte daher nicht lauern, wobei auch der Zahlungsdienstleister natürlich noch immer im Zukunftsmarkt des digitalen Bezahlens unterwegs sind. Genauso wie die Batterietechnologie ist das ein Geschäftsbereich, der in Zukunft noch reichlich Wachstum versprechen könnte. Das war es dann allerdings auch bereits mit den derzeitigen Parallelen dieser beeindruckenden deutschen Wachstumsgeschichten der vergangenen Jahre.

Augen auf das Wesentliche!

Investoren sollten sich daher besser nicht mit solchem Geplänkel aufhalten. Das Thema „Varta“ wird in diesen Tagen heiß diskutiert, was natürlich auf den Kurssturz in den vergangenen Wochen zurückgeführt werden kann. Langfristig existieren jedoch bedeutendere Dinge als die derzeitigen Klagen und Vorwürfe gegen Tojner, die mit dem operativen Geschäft von Varta nichts zu tun haben. Das ist womöglich die Kernaussage, die Investoren hierzu auf dem Schirm haben sollten.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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