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Kann Stagnation attraktiv sein? Deutsche Euroshop und AT&T im Check!

Wer als Investor langfristig erfolgreich sein möchte, der schielt häufig auf langfristige Wachstumsgeschichten. Stagnation ist der Tod, so heißt es häufig, ein zumindest moderates Wachstum gilt in den allermeisten Fällen als attraktiv. Ein Schrumpfkurs wird hingegen gemieden wie das Weihwasser vom Teufel.

Aber kann Stagnation aus einem langfristig orientierten Blickwinkel attraktiv sein, wenn sich dahinter zumindest ein qualitativ starkes Geschäftsmodell mit Zukunftspotenzial und einer soliden Wettbewerbsposition versteckt? Eine durchaus interessante Frage.

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Lass uns diesbezüglich mal einen Foolishen Blick auf die Aktien der Deutschen Euroshop (WKN: 748020) und von AT&T (WKN: A0HL9Z) werfen, die zumindest für den Moment einen solchen Stagnationskurs durchmachen.

Deutsche Euroshop: Stagnation auf solidem Niveau?

Eine erste Aktie, die in diesen Tagen, wie gesagt, eher auf der Stelle tritt, ist die der Deutschen Euroshop. In den ersten neun Monaten des vergangenen Geschäftsjahres konnte die Beteiligungsgesellschaft, die ausschließlich in Shoppingcenter investiert, ihre wesentlichen Kennzahlen lediglich im sehr niedrigen einstelligen Prozentbereich steigern. So manches Mal stand sogar die Null vor dem Komma der relativen Wachstumszahlen.

Nichtsdestoweniger könnte die Deutsche Euroshop über ein spannendes Geschäftsmodell verfügen. Sofern die Leerstandsquoten schließlich vergleichsweise gering bleiben, werden hier weiterhin stabile Umsätze, Erträge und vor allem Funds from Operations durch die Mieten sorgen. Die im Gegenzug zu stetigen, attraktiven und zugleich hohen Dividenden führen.

Mit einem Kurs-FFO-Verhältnis von gegenwärtig knapp über 10 und einem Kurs-NAV-Verhältnis von in etwa 0,6 wirkt die Bewertung, selbst für Stagnation, nicht vergleichsweise teuer; sofern die Ausgangslage jedenfalls so bliebe, könnte zumindest ein Tiefpunkt der Kurse erreicht sein.

Eine Rendite dürfte dabei langfristig jedenfalls die Dividende bedeuten. Bei einer künftigen Ausschüttung in Höhe von 1,55 Euro für 2019 und einem aktuellen Kursniveau von 25,44 Euro (20.01.2020, maßgeblich für alle Kurse) winkt immerhin eine Dividendenrendite von 6,09 %, was zumindest für passive Einkünfte sorgen könnte. Die zudem in Anbetracht von Funds from Operations in Höhe von 2,43 Euro zuletzt für 2018 noch bedeutend erhöht werden könnte.

Die Aktie der Deutschen Euroshop kann daher grundsätzlich attraktive, hohe Dividenden liefern, auch wenn bewertungstechnisch hier womöglich die Stagnation eingepreist ist. Ob das jedoch für eine Investitionsthese langt, ist eine andere Frage.

AT&T: Oligopolartiges Geschäftsmodell, das einfach nicht wächst

Eine zweite Aktie, die derzeit eher auf Stagnationskurs ist, ist die von AT&T. Die mittelfristige Prognose für die kommenden zwei, drei Jahre sieht hierbei wenn überhaupt ein kleines Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich vor. Auch das können wir an dieser Stelle wohl als Stagnation bezeichnen.

Nichtsdestoweniger verfügt auch der US-Telekommunikationskonzern über ein spannendes Geschäftsmodell. Als einer der zwei großen US-amerikanischen Telekommunikations- und Netzbetreiber genießt der Konzern nämlich zusammen mit Verizon ein Quasi-Oligopol. Das lediglich durch kleinere Wettbewerber bedroht wird, wobei durch die geplante Fusion des Deutsche-Telekom-US-Geschäfts mit Sprint ein dritter größerer Name hinzukommen könnte. Jedenfalls ist hier die Wettbewerbsstellung vergleichsweise solide, die Chancen in Anbetracht eines stagnierenden Marktes und eher kleinerer strategischer Imperative wie 5-G-Ausbau und Streaming eher begrenzt.

Doch trotz dieser Stagnation könnte auch hier die Aktie interessant sein, was vornehmlich an der Dividende liegen könnte. Derzeit schüttet AT&T schließlich eine Quartalsdividende in Höhe von 0,51 US-Dollar an die Investoren aus, die bei einem aktuellen Kursniveau von 38,38 US-Dollar einer Dividendenrendite von 5,31 % entsprechen. Das könnte auch hier in etwa die Rendite sein, die Investoren erwarten können.

Moderate Steigerungen könnten auch hier jedenfalls durch die bisherige Dividendenhistorie erfolgen, AT&T hebt schließlich bereits seit über 35 Jahren stets Jahr für Jahr einmalig die Dividende an. Bei einem 2018er-Gewinn je Aktie in Höhe von 2,86 US-Dollar existiert außerdem noch reichlich Spielraum für künftige Anhebungen.

Neben der Dividendenrendite könnte zudem auch das aktuelle Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,4 zeigen, dass hier (auch unter Würdigung der Dividendenqualität) die Stagnation eingepreist ist, was zumindest zu soliden Dividendenrenditen führen kann. Vielleicht ebenfalls eine stabile, wenngleich stagnierende Ausgangslage bei diesem US-Konzern.

Ist die Stagnation nun interessant?

Im Endeffekt sollten Investoren selbst entscheiden, ob derartige stagnierende Aktien interessant sind oder nicht. Speziell für Ruheständler oder defensiv orientierte Investoren könnten derartige Kandidaten zumindest spannend sein, zumal hier hohe Dividenden lauern.

Für andere könnten hingegen wachstumsstärkere Aktien, trotz womöglich höherer Bewertung, langfristig die bessere Wahl sein. Wo man sich selbst jedoch sieht, sollte eine Frage sein, die man sich am besten selbst beantwortet.

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Vincent besitzt Aktien von AT&T und der Deutsche Euroshop. The Motley Fool empfiehlt Deutsche Euroshop und Verizon Communications.