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ETF-Anleger, aufgepasst! 3 Gründe, warum ich die Finger von DAX-Indexfonds lasse

Foto: Matt Koppenheffer

Für Anleger, die gerade mit dem Investieren beginnen möchten, scheint ein DAX-ETF eine ideale erste Anlaufstelle zu sein: Man investiert indirekt in die Aktien von 30 Unternehmen, die man gut kennt und die zum Großteil auf eine lange und recht erfolgreiche Geschichte zurückblicken können.

Zudem stimmt auch die Performance: 2019 konnte der DAX mit einer starken Rendite von 25,5 % aufwarten. Der Durchschnitt für die letzten 50 Jahre liegt etwas niedriger, doch auch durchschnittlich 7,0 % im Jahr sind definitiv ein Wort. Wer langfristig investiert hat, konnte hier definitiv ein kleines Vermögen anhäufen. Heutzutage ist das mit kostengünstigen ETFs kinderleicht.

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Ich denke jedoch, dass es für die langfristige Geldanlage bessere Kandidaten geben könnte als unseren Heimatindex … aus den folgenden drei Gründen.

Strukturelle Schwächen?

Für den ersten Grund bleiben wir gleich bei der Rendite. Jedoch betrachten wir hier nicht den gewöhnlichen DAX, der (unüblicherweise) die von den Unternehmen gezahlten Dividenden in die Performance einrechnet, sondern den Kursindex – das ist eigentlich der internationale Standard.

Hier wird deutlich: Die reine Kursentwicklung der DAX-Aktien ist seit ziemlich genau 20 Jahren ein Nullsummenspiel (Stand: 16. Januar 2020). Andere Indizes wie der US-Index S&P 500 (dieser rechnet Dividenden nicht ein!) haben in den letzten 20 Jahren insgesamt über 126 % abgeliefert. Da rückt unser Heimatindex etwas in den Hintergrund.

Nun ist die Vergangenheit natürlich nie ein Indikator für die Zukunft, schon gar nicht an der Börse. Und doch kann man sich fragen, ob dieser doch sehr gravierende Unterschied vielleicht strukturelle Ursachen hat.

Solche strukturellen Ursachen sehe ich durchaus: Der S&P 500 enthält die 500 wichtigsten Unternehmen der USA, der DAX nur die 30 wichtigsten aus Deutschland. Zwangsläufig enthält Ersterer somit viel mehr Unternehmen, die nicht zu den größten des Landes gehören und somit tendenziell noch mehr Wachstumspotenzial haben sollten – was sich schließlich in steigenden Kursen ausdrückt.

Der DAX enthält demgegenüber vorrangig Unternehmen, die sich schon lange etabliert haben und keine immensen Wachstumschancen mehr besitzen. Zum Großteil handelt es sich überdies um Traditionskonzerne, die nicht in den Wachstumsbranchen unserer Zeit tätig sind oder sogar fürchten müssen, unter deren Aufstieg zu leiden.

Mäßiger wirtschaftlicher Ausblick

Das bringt uns perfekt zum zweiten Punkt: Denn Deutschlands Abhängigkeit von der Autoindustrie – ein Wirtschaftszweig, der in den nächsten Jahren vor großen Herausforderungen stehen wird – sehe ich als zweiten Grund, sich von einem DAX-Investment fernzuhalten.

Immense Investitionen in Elektromobilität, Software und autonomes Fahren werden in den nächsten Jahren bevorstehen – ohne Erfolgsgarantie und auch nicht unbedingt mit der Aussicht auf steigende Gewinne. Das begrenzt einerseits mittelfristig das Potenzial von Autoaktien, andererseits ist das strukturelle Risiko für die ganze Volkswirtschaft nicht zu unterschätzen.

Denn für kein Unternehmen gibt es langfristig eine Überlebensgarantie, auch nicht für scheinbar gesetzte Größen wie BMW oder Daimler. Erste Anzeichen einer Konsolidierung in der Branche haben wir schon erlebt, und wenn sich diese noch deutlich verstärkt, könnte der gesamte Wirtschaftsstandort hart getroffen werden. Ein Risiko, das mir leider zu real erscheint, als dass ich mich diesem aussetzen wollte.

Geopolitische Quetschkommode

Auch wenn die USA und China nun einen Erfolg im Handelsstreit vermelden konnten: Gegessen ist die ganze Thematik noch lange nicht. Denn die wirklich heißen Fragen, etwa die chinesische Industriepolitik oder der Umgang mit geistigem Eigentum, sollen erst in einer zweiten Phase der Handelsgespräche geklärt werden. Weder Trump noch China werden hier Kompromisse machen wollen.

Perspektivisch könnte sich zwischen der alten Großmacht USA und der aufstrebenden Großmacht China ein neuer kalter Krieg entwickeln, bei dem beide um die wirtschaftliche Vorherrschaft auf dem Planeten kämpfen – und Europa ist mittendrin.

Da Konkurrenz bekanntlich das Geschäft belebt, könnte es gut sein, dass Deutschland und Europa langfristig technologisch abgehängt werden. Erste Anzeichen sehen wir schon heute: Die riesigen Tech-Unternehmen sitzen nicht bei uns, sondern entweder weit westlich oder weit östlich von uns. Ob wir hier nun Spielball, zum Mittelsmann oder einfach ignoriert werden, vermag keiner zu sagen. Ein Szenario, bei dem unser Kontinent am Ende der lachende Dritte ist, erscheint mir aber recht unwahrscheinlich.

Und die Alternativen?

Sichere Renditen wirst du am Aktienmarkt nirgendwo bekommen. Doch für ein breites Investment in deutsche Aktien sehe ich aktuell nur wenig Chancen. Das soll nicht heißen, dass es hierzulande keine großartigen Unternehmen gibt, auch im DAX. Doch die Gemengelage für den breiten heimischen Aktienmarkt scheint mir insgesamt wenig attraktiv.

Interessante Alternativen wären etwa US-Indizes wie der bereits erwähnte S&P 500 oder direkt weltweite Börsenbarometer wie der MSCI World. Dieser hat noch einen weiteren Vorteil: Im Gegensatz zum DAX streust du dein Risiko nicht nur auf 30 verschiedene Werte, sondern gleich auf 1.600.

Das sollte in der Regel helfen, Kursschwankungen abzufedern, weshalb es dir mit einem solchen Investment vielleicht leichter fällt, nachts ruhig zu schlafen.

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Christoph Gössel besitzt keine der erwähnten Aktien. The Motley Fool empfiehlt BMW.

 

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