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3 Aktien, die vom Brennstoffzellen-Boom profitieren werden und auch noch billig sind

Wasserstoff und Brennstoffzellen gehören zu den beliebtesten Anlegerthemen. Schließlich konnte man 2019 damit reich werden und die Perspektiven sind großartig. Aber heute sind viele der Spezialisten wie etwa NEL (WKN: A0B733) oder Ballard Power (WKN: A0RENB) so heiß, dass man sie nur mit der Kneifzange anfassen kann. Ich habe jedoch drei Unternehmen identifiziert, die noch unter dem Radar fliegen und doch mit ihren Technologien für die Brennstoffzelle groß herauskommen könnten: Garrett Motion (WKN: A2N5QP), Plastic Omnium (WKN: 871780) und Schaeffler (WKN: SHA015).

Alles auf Turbo

Die in Rolle angesiedelte Garrett Motion hört sich nicht gerade nach einem klassisch Schweizer Unternehmen an — und ist es auch nicht. Als Spin-off des Technologiekonglomerats Honeywell (WKN: 870153) sind seine Standorte über die ganze Welt verteilt. Produziert und entwickelt wird nahe bei den Kunden der Automobilindustrie.

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Da der Fokus auf Turboladern für Diesel- und Benzinmotoren jeder Größe liegt, könnte man auf die Idee kommen, dass dieses Unternehmen im Zuge der fortschreitenden Elektrifizierung von der Bildfläche verschwinden wird. Aber erstens erwarten Analysten, dass die Nachfrage nach Turboladern und Ähnlichem noch über Jahre steigen wird, weil sie Verbrennern dabei helfen, Abgasgrenzwerte einzuhalten. Zweitens haben die Garrett-Ingenieure nicht geschlafen und ihr Know-how zwischenzeitlich erfolgreich auf die neue Mobilitätswelt übertragen können.

Seit einiger Zeit wächst das Angebot an Lösungen für Hybridfahrzeuge, darunter auch ein kürzlich vorgestellter elektrischer Turbolader sowie ein elektrischer Kompressor, der mit 48 Volt betrieben wird und effizient für mehr Power beim Beschleunigen sorgt. Eine ähnliche Kompressortechnologie hat sich auch bei Brennstoffzellen zur Leistungssteigerung bewährt. Garrett hat ein zweistufiges System entwickelt, das Luft mit Hochdruck einpumpt, was die Leistungsdichte erheblich steigert und damit kleinere und kostengünstigere Systeme ermöglicht.

Honda hat sich von dem Konzept überzeugen lassen, was für die Qualität des Produkts spricht. Die Chancen stehen also gut, dass Garrett eines Tages gute Geschäfte rund um die Brennstoffzelle machen wird. Das Beste dabei: Die noch junge Aktie wurde bisher völlig vernachlässigt und notiert bei einem Kurs von gut 9 Euro mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von unter 4 (!) bezogen auf den Gewinn der letzten vier Quartale in Höhe von 220 Mio. Euro.

The PO Way

Mit Außenhautbauteilen aus Kunststoff wie etwa Stoßfängern sowie ganzen Frontmodulen ist Plastic Omnium groß geworden. Die Bauteile werden weltweit von 62 Produktionsstandorten aus „just in time“ angeliefert. Ein weiteres Geschäftsfeld bezieht sich auf Kraftstofftanks und Abgasreinigungssysteme, deren langfristige Zukunft ähnlich wie bei den klassischen Turboladern eher unsicher erscheint.

Das heißt jedoch nicht, dass der Konzern auf dem absteigenden Ast wäre. Auch hier wurde das Know-how genutzt, um sich etwas in Richtung Wasserstoffauto aufzubauen. Besonders aussichtsreich sind die Hochdruckbehälter, welche dank des Einsatzes von faserverstärktem Verbundmaterial rund 30 % leichter als ihre Pendants aus Stahl sind. Daneben wurde Ende 2017 Swiss Hydrogen übernommen, ein Spezialist für PEM-Brennstoffzellensysteme, sowohl für den mobilen als auch den stationären Einsatz.

Sie wurden bereits in ersten Lkws, Müllwagen und diversen weiteren Pilotprojekten verbaut. Über die letzten Jahre hat Plastic Omnium erhebliche Mittel in ein Technologiezentrum in Brüssel investiert, um die Entwicklung von Brennstoffzellenlösungen zu beschleunigen. Wenn es in diesem Tempo weitergeht, sollte das möglicherweise im Verbrennerbereich wegbrechende Geschäft mehr als kompensiert werden können.

Über die letzten Jahre war PO jedenfalls noch auf einem guten Wachstumspfad, der den Umsatz von knapp 7 Mrd. Euro im Jahr 2016 auf rund 9 Mrd. Euro 2019 ansteigen ließ bei soliden Gewinnmargen. Einer Marktkapitalisierung von 3,6 Mrd. Euro (16.01.) steht ein Gewinn von 458 Mio. Euro über die letzten 12 Monate gegenüber. Die Chance auf gute Wasserstoffgeschäfte gibt es hier offenbar umsonst.

Bipolare Marktstörung

Ein weiteres Unternehmen, das lange Jahre am Verbrennertropf hing, ist Schaeffler. Weil Doppelkupplungen und andere Ingenieursleistungen dieser Art in der Elektrowelt nicht mehr gebraucht werden, stand auch Schaeffler auf der Liste der gefährdeten Zulieferer.

Mittlerweile verfügen die Herzogenauracher aber über ein umfassendes Portfolio an Zukunftstechnologien, von elektrischen Antriebssystemen über elektromechanische Lösungen für autonome Fahrzeuge bis hin zu stationären Energiespeichern. Dazu gesellt sich aussichtsreiche Brennstoffzellentechnologie. Schaeffler glaubt, dass dem Unternehmen bei einer zentralen Komponente, der Bipolarplatte, ein entscheidender Durchbruch gelungen sei.

Der forschungsstarke Konzern verfügt über jede Menge Ressourcen, um daraus ein blühendes Geschäft zu machen. Um diese Ambitionen zu unterstreichen, bringt sich Schaeffler nun immer stärker in branchenübergreifende Gremien ein. Zuletzt wurde am 15. Januar gemeldet, dass man sich ab sofort als Lenkungsmitglied des mächtigen Hydrogen Council einbringen will. Das sollte dazu beitragen, geeignete Partner zu finden, um den Schritt zur Großserie zu beschleunigen.

Ich denke, das hat Hand und Fuß, sodass sich im Zusammenspiel mit den zahlreichen weiteren Innovationen gewaltige Potenziale auftun. Obwohl sich die Aktie über die letzten Monate ein gutes Stück erholt hat, wirkt sie immer noch attraktiv bei einer Marktkapitalisierung von 6,4 Mrd. Euro und 604 Mio. Euro Gewinn über die letzten 12 Monate.

Dreimal H2 für Sparsame

Es muss nicht immer das volle Risiko sein. In diesem Artikel habe ich euch drei sehr profitable Unternehmen vorgestellt, deren Aktien noch praktisch überhaupt nicht vom Hype rund um die Wasserstoffwirtschaft profitieren konnten.

Gelingt es jedoch, aus den guten Ansätzen ein starkes Geschäft aufzubauen, dann dürfte dies auch an der Kursentwicklung nicht spurlos vorübergehen. Falls es damit etwas länger dauert, besteht immerhin die Aussicht auf jeweils solide Dividenden, welche die Wartezeit versüßen.

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Ralf Anders besitzt Aktien von Schaeffler. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.

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