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Wirecard-Aktie: Wird der Prüfwahn etwa niemals aufhören …?!

Wenn es ein Thema gibt, das im Kontext der Aktie von Wirecard (WKN: 747206) von Tag zu Tag relevanter wird, dann ist es wohl die Sonderprüfung, die nun immer mehr in den Fokus rückt. Spätestens mit dem Beginn des neuen Jahres fiebern Investoren, Analysten und Medien diesem Großereignis entgegen. Bis Ende des ersten Jahres sollen die Ergebnisse präsentiert werden.

Womöglich bereits schon früher, denn die Verantwortlichen des innovativen Zahlungsdienstleisters haben zum Jahreswechsel bereits einige Andeutungen gemacht. Die Richtung dieser Prüfung scheint bei hochrangigen Funktionären ebenfalls bereits festzustehen: Die Prüfung wird die gewünschte Entlastung bringen und die Investoren können sich infolgedessen wieder auf das Tagesgeschäft konzentrieren.

Derzeit gibt es jedoch eine Entwicklung, die Investoren ebenfalls beunruhigen könnte. Denn möglicherweise werden die Prüfungen noch in weitere Runden gehen, was hier womöglich zu einem niemals endenden Prüfwahn führen könnte. Lass uns das im Folgenden mal etwas näher beleuchten.

Weitere Sonderprüfung im Anmarsch?

Wie einige Medien, unter anderem die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ in diesen Tagen berichtet, scheint einigen Investoren die derzeitige Prüfung durch die KPMG nicht auszureichen. Im Rahmen dieser ersten Prüfung, die ebenfalls von unabhängigen Prüfern durchgeführt wird, werden die Ergebnisse zwar noch einmal nach dem bereits erfolgten Testat durch Ernst & Young durchleuchtet. Allerdings stören sich einige wohl an der Auftragsvergabe durch Wirecard.

Minderheitsinvestoren würden sich demnach derzeit zusammentun und hätten zum Anfang dieser Woche eine weitere unabhängige(re) Prüfung gefordert, die wohl gemäß § 142 des Aktiengesetzes möglich sein soll. Das Versteckspiel des Managements soll demnach durch diese zweite (oder dritte?) Sonderprüfung beendet und mehr Klarheit erzielt werden. Zumal die Wirtschaftsprüfer der KPMG direkt an das Management des Zahlungsdienstleisters berichten.

Eine Prüfgesellschaft für dieses Vorhaben sei mit Caperium Forensic Services aus Hamburg möglicherweise auch bereits gefunden, allerdings wäre für ein solches Vorhaben die Einberufung einer Hauptversammlung erforderlich. Das könnte ein solches Vorhaben an dieser Stelle ebenfalls erschweren.

Was das jetzt schon wieder bedeutet

Ein solches Szenario ist hierbei in vielerlei Hinsicht interessant. In erster Linie dürfte Investoren wohl die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Prüfung interessieren. In Anbetracht der Minderheitsaktionäre und der Erforderlichkeit einer Hauptversammlung könnte diese vergleichsweise gering sein. Allerdings ist das an dieser Stelle wohl auch nicht das Bemerkenswerteste.

In meinen Augen zeigt diese weitere Wendung nämlich, dass viel Druck auf dem Wirecard-Kessel lastet. Das Management dürfte gut beraten sein, mit offenen Karten zu spielen und keine geschönten oder sinngemäß kolportierten Ergebnisse zu präsentieren. Transparenz ist schließlich das Gebot der Stunde, um hier endlich Ruhe in die Causa Wirecard bringen zu können.

Sollten die zweiten Prüfergebnisse dabei vollständig und befriedigend sein, dürfte das das lästige Kapitel beenden. Sofern jedoch erneut Auszüge präsentiert werden, die irgendwie das Gefühl einer Verschleierung vermitteln, könnte das nicht bloß die Tür für weitere Prüfungen öffnen, sondern auch den Kritikern weiteres Wasser auf die Mühlen geben, was möglicherweise zu neuen kritischen Berichten und einer niemals endenden Geschichte hier führt. Oder, anders ausgedrückt: Ich glaube, man kann gar nicht beschreiben, wie wichtig die Transparenz bei den Ergebnissen durch die KPMG ist.

Das Management muss auch quantitativ liefern

Dass Wirecard somit rein qualitativ liefern muss, um die Vorwürfe zu entkräften, wird inzwischen wohl jedem Investor bewusst sein. Allerdings ist auch die Quantität und die Ehrlichkeit hierbei ein Fokus, der zur Beschwichtigung dieses Themas führen wird.

Ansonsten drohen möglicherweise nicht bloß ein nie endender Prüfwahn, sondern auch weitere kritische Berichte. Wer weiß, wie lange das die Investoren mitmachen, was möglicherweise auch einen Einfluss auf den Aktienkurs haben dürfte.

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Vincent besitzt Aktien von Wirecard. The Motley Fool besitzt keine der erwähnten Aktien.